
Skandal im Warschauer Krankenhaus: Whistleblower erhebt Vorwürfe über Todesfälle durch Kunstfehler und politische Vertuschung
Ein Whistleblower hat behauptet, dass Patienten aufgrund medizinischer Fehler im Warschauer Südkrankenhaus gestorben seien, was einen politischen Sturm und dringende Ermittlungen auslöste, die das polnische Gesundheitssystem erschüttern.
Whistleblower-Vorwürfe
Am 23. Juni erklärte Dr. Emil Jędrzejewski, ehemaliger Chefarzt der Chirurgie am Warschauer Südkrankenhaus (Szpital Południowy), gegenüber Kanał Zero, dass Patienten in der Notaufnahme gestorben seien, weil Eingriffe von einem unerfahrenen Arzt durchgeführt wurden, der „lernte“. Er sagte, dass medizinische Fehler zu Komplikationen führten, die tödlich endeten.
Dort sterben Menschen, weil jemand lernt. Das ist der Kern der Sache. Infolge eines medizinischen Fehlers traten Komplikationen auf, die tödlich endeten – im Tod.
Jędrzejewski behauptete zudem, dass Krankenakten gefälscht worden seien und eine „Verschwörung des Schweigens“ ein System politischer Verbindungen schütze. Er hatte zuvor eine detaillierte Nachricht an den Warschauer Bürgermeister Rafał Trzaskowski gesendet, in der er Führungsversagen und Politisierung darlegte.
Der Arzt im Zentrum
Die Notaufnahme wurde von Dr. Dawid Kacprzyk koordiniert, einem 28-jährigen Arzt in Facharztausbildung und Stadtrat der regierenden Bürgerkoalition (KO). Er verdiente allein im Jahr 2025 1,6 Millionen Złoty vom Krankenhaus und wurde entlassen, nachdem Unregelmäßigkeiten erstmals aufgetaucht waren. Jędrzejewski behauptete, Kacprzyk fühle sich aufgrund politischer Rückendeckung unantastbar und habe angeblich Bürgermeister Trzaskowski und dessen Stellvertreterin Renata Kaznowska erwähnt.
Reaktion der Ärztekammer
Die Polnische Ärztekammer (NIL) reagierte schnell. Präsident Łukasz Jankowski erklärte auf einer Pressekonferenz, er sei „am Boden zerstört“ über die Vorwürfe, die er als „mehrstufige Pathologie“ bezeichnete.
Ich bin wirklich am Boden zerstört. Ich habe keinen Grund, Dr. Jędrzejewski zu bezweifeln. Die Informationen, die ich habe, zeigen, dass zumindest einige seiner Vorwürfe von anderen Ärzten, die im Krankenhaus arbeiten, bestätigt werden.
Die NIL reichte einen Antrag auf Aussetzung der ärztlichen Zulassung von Kacprzyk bis zum Abschluss der Ermittlungen ein. Jankowski warnte, dass Patienten nun befürchten könnten, dass ähnliche Pathologien das System durchziehen, und versprach Reformvorschläge. In der Zwischenzeit veröffentlichte TV Republika Dokumente zu zwei Todesfällen: einem 67-Jährigen, der nach einer Intubation starb, und einem 69-Jährigen, der auf einer Toilette aufgefunden wurde.
Politische und rechtliche Reaktionen
Der Warschauer Bürgermeister Rafał Trzaskowski erklärte, er werde den Generalstaatsanwalt um eine dringende Untersuchung bitten. Am Morgen bestätigte Justizminister und Generalstaatsanwalt Waldemar Żurek, dass Jędrzejewski noch am 24. Juni vernommen und Beweise gesichert würden.
Die Angelegenheit ist zu ernst. Alle Fälle von Todesfällen in diesem Krankenhaus, die die Staatsanwaltschaft erreicht haben, werden erneut überprüft.
Oppositionsführer Jarosław Kaczyński verurteilte den Vorfall als „Pathologie“ und forderte eine unabhängige Kommission für öffentliches Vertrauen zur Untersuchung.
Die Chronologie der wichtigsten Ereignisse hat sich rasant entwickelt.
- Dr. Emil Jędrzejewski gibt ein Fernsehinterview, in dem er Patiententote und die Fälschung von Krankenakten behauptet.
- NIL-Präsident Łukasz Jankowski erklärt, die Kammer sei 'am Boden zerstört' und reicht einen Antrag auf Aussetzung der Lizenz von Dr. Dawid Kacprzyk ein.
- TV Republika veröffentlicht Dokumente zu zwei Patiententoten im Krankenhaus.
- Warschauer Bürgermeister Rafał Trzaskowski kündigt einen Antrag an den Generalstaatsanwalt auf Untersuchung an.
- Generalstaatsanwalt Waldemar Żurek bestätigt, dass Jędrzejewski noch heute vernommen und Beweise gesichert werden.
- Oppositionsführer Jarosław Kaczyński fordert eine unabhängige Kommission für öffentliches Vertrauen.


