
Französische Kraftstoffsteuereinnahmen um 80 Mio. Euro gesunken, da Autofahrer nach Preissprüngen Verbrauch drosseln
Die französischen Einnahmen aus der Kraftstoffsteuer sind im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 80 Mio. Euro gefallen, da ein kriegsbedingter Preisanstieg im Nahen Osten die Autofahrer zu Verbrauchseinschränkungen veranlasste, teilte die Regierung am Montag mit.
Einnahmeausfall angekündigt
Die französischen Kraftstoffsteuereinnahmen sind in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2025 um mehr als 80 Mio. Euro gefallen, sagte Haushaltsminister David Amiel am Montag auf RTL. Der Rückgang erfolgte trotz eines sprunghaften Anstiegs der Steuereinnahmen pro Liter, nachdem die Kraftstoffpreise nach dem Ausbruch des Krieges im Nahen Osten am 28. Februar in die Höhe geschossen waren. Amiel betonte, dass der Preisanstieg dem Staat keine unerwarteten Mehreinnahmen beschert habe, weil die Verbraucher ihre Kraftstoffkäufe drastisch reduziert hätten.
Glücklicherweise haben wir nicht auf diejenigen gehört, die uns sagten: ‚Nutzt diesen Windfall, um Hilfen zu finanzieren‘, denn es gab keinen Windfall.
Preissprung und Verhaltensänderung
Diesel stand am 27. Februar, dem Tag vor den israelisch-amerikanischen Angriffen auf Iran, die die Rohölpreise in die Höhe trieben, bei 1,72 Euro pro Liter. Auf dem Höhepunkt der Krise erreichte Diesel fast 2,40 Euro pro Liter, ein Anstieg von rund 40%. Auch Benzin stieg, wenn auch in geringerem Maße. Als Reaktion schränkten die französischen Haushalte ihre Fahrten ein. Wirtschaftsminister Roland Lescure berichtete Ende Mai, dass der Kraftstoffverbrauch zwischen dem 1. und 20. Mai im Jahresvergleich um 14% gesunken sei.
Die Franzosen fahren etwas weniger, sie bilden Fahrgemeinschaften, vielleicht arbeiten sie auch etwas mehr im Homeoffice.
Regierungshilfe und parlamentarische Prüfung
Die Regierung kündigte gezielte Unterstützung für Vielfahrer und den Straßentransportsektor an, als die Preise ihren Höhepunkt erreichten. Anfang Juni starteten Abgeordnete eine Blitzmission, um die Auswirkungen des Zapfsäulenpreisanstiegs auf die öffentlichen Finanzen zu bewerten und zu ermitteln, wer davon profitiert. Einige Abgeordnete wiesen auf steigende Bruttomargen bei Ölkonzernen hin. Der LR-Abgeordnete Antoine Vermorel-Marques forderte eine Untersuchungskommission, um zu prüfen, ob übermäßige Gewinne im Haushalt 2027 zurückgefordert werden könnten.
Wenn wir uns die Berichte ansehen, sehen wir, dass die Bruttomargen gestiegen sind. Wenn es Profiteure gibt, sollten sie wissen, dass sie im Haushalt 2027 zur Rechenschaft gezogen werden.
Ölmarktrückgang und Zapfsäulenpreise
Die Rohölpreise sind seit der Unterzeichnung eines US-iranischen Abkommens Mitte Juni drastisch gefallen; Brent wird bei etwa 70 Dollar pro Barrel gehandelt, nahe dem Vorkriegsniveau. Die Zapfsäulenpreise folgten diesem Trend, liegen aber im Durchschnitt immer noch 10% höher als am 27. Februar. Die teilweise Entspannung hat die Gewohnheiten, die die Steuereinnahmen geschmälert haben, noch nicht umgekehrt.
- Diesel bei 1,72 €/Liter; letzter Tag vor Preisanstieg.
- Kraftstoffpreise steigen nach israelisch-amerikanischen Angriffen auf den Iran.
- Kraftstoffverbrauch sinkt um 14% im Jahresvergleich.
- Regierung kündigt gezielte Hilfen für Vielfahrer und Straßentransport an.
- Parlamentarische Blitzmission zur Untersuchung der Kraftstoffpreisauswirkungen gestartet.
- US-iranisches Abkommen unterzeichnet; Rohölpreise fallen auf rund 70 $/Barrel.
- Minister Amiel meldet Rückgang der Kraftstoffsteuereinnahmen um 80 Mio. Euro für das erste Halbjahr 2026.
Haushaltswarnung und nächste Schritte
Amiel äußerte sich vor einem Treffen des Ausschusses für die Überwachung der öffentlichen Finanzen, bei dem die Regierung Wachstum und Ausgaben überprüfen wird. Er sagte, die Sitzung werde eher eine „Richtung“ vorgeben als neue Maßnahmen ankündigen, da die Exekutive ein Defizit von 5% des BIP anstrebe. Der Ausfall bei der Kraftstoffsteuer erhöht den Druck auf einen bereits angespannten Haushalt.
Morgen werden wir keine Maßnahmen ankündigen, sondern eine Richtung vorgeben.


