
Rumänischer Schiedsrichter Istvan Kovacs pfeift das 1.000. WM-Spiel – Japan deklassiert Tunesien 4:0
Japan hat Tunesien am Samstagabend in Monterrey mit 4:0 deklassiert – ein Ergebnis, das zugleich das 1.000. Spiel der WM-Geschichte war und das lang erwartete Debüt des rumänischen Schiedsrichters Istvan Kovacs bei diesem Turnier markierte.
Dominantes Japan sichert sich Achtelfinal-Einzug
Japan lieferte eine eindrucksvolle Vorstellung ab und deklassierte Tunesien im Estadio Monterrey mit 4:0 – der Gruppensieg und der Einzug ins Achtelfinale sind damit so gut wie sicher. Daichi Kamada eröffnete in der 4. Minute mit einem cleveren Hackentrick den Torreigen – das schnellste Tor, das Japan je bei einer WM erzielt hat, zwei Minuten schneller als Shinji Kagawas Rekordtreffer gegen Kolumbien 2018. Ayase Ueda legte in der 31. Minute aus der Box heraus nach, und Treffer von Junya Ito (69.) sowie ein weiterer Kopfball von Ueda (83.) besiegelten den Kantersieg. Es war das erste Mal, dass eine asiatische Mannschaft vier Tore in einem WM-Spiel erzielte.
Tunesien nach zwei Klatschen ausgeschieden
Die Nordafrikaner waren nach einer 1:5-Niederlage gegen Schweden, die zur Entlassung von Trainer Sabri Lamouchi führte, in Unordnung angereist. Der neue Coach Hervé Renard konnte die Blutung nicht stoppen: Japan kontrollierte das Spielgeschehen und kam selten in Bedrängnis. Tunesien hat nun in zwei Gruppenspielen neun Gegentore kassiert und scheidet punktlos aus. Das letzte Spiel gegen die Niederlande am 26. Juni ist bedeutungslos.
Kovacs schreibt Geschichte – erster rumänischer Referee seit 1986
Für Istvan Kovacs hatte der Abend eine enorme persönliche Bedeutung. Die 1.000. WM-Partie war sein erstes Turnierspiel mit der Pfeife, nachdem er bei der WM 2022 in Katar als vierter Offizieller bei acht Spielen fungiert hatte. Er ist der erste Rumäne, der seit Ioan Igna (1986, Westdeutschland gegen Schottland und Brasilien gegen Frankreich) ein WM-Spiel leitet. Kovacs hat im Vereinsfußball eine einzigartige Auszeichnung: Er ist der einzige Schiedsrichter, der die Endspiele aller drei aktuellen europäischen Klubwettbewerbe – Champions League, Europa League und Conference League – geleitet hat.
Ich glaube, die Ernennung von Istvan Kovacs für das 1.000. WM-Spiel war kein Zufall. Collina hat ihm dieses Spiel ausdrücklich gegeben, weil er eine sehr gute Phase hinter sich hat. Er ist ein Schiedsrichter, der die drei Endspiele gepfiffen hat.
Ungarische Presse feiert einen „magyarischen Hauptdarsteller“
Medien in Budapest hoben schnell Kovacs' ungarische Wurzeln hervor. Der Schiedsrichter wurde in Carei nahe der ungarischen Grenze als Sohn eines ungarischen Vaters und einer deutschstämmigen Mutter geboren. Blätter wie Magyar Nemzet und Nemzeti Sport bezeichneten ihn als „ungarischen Hauptdarsteller“ und merkten an, dass „ein ungarischer Name auf dem Trikot“ des historischen Spiels stand. Kovacs, der offiziell Rumänien vertritt, hat sich bereits stolz zu seinem doppelten Erbe bekannt.
Gruppe F: Lage und Ausblick
Nach zwei Spieltagen liegen Japan und die Niederlande mit je vier Punkten an der Spitze, Schweden hat drei und Tunesien steht mit null Punkten am Ende. Japan trifft am 26. Juni auf Schweden und braucht nur ein Unentschieden, um weiterzukommen; die Niederlande spielen am selben Abend gegen das bereits ausgeschiedene Tunesien.
- Niederlande
- 4 Punkte
- Japan
- 4 Punkte
- Schweden
- 3 Punkte
- Tunesien
- 0 Punkte
Finanzielle Prämie für einen Meilenstein-Einsatz
Die FIFA zahlt jedem für die WM 2026 nominierten Schiedsrichter eine Pauschale von 100.000 US-Dollar. Jedes geleitete Gruppenspiel bringt weitere 3.000 US-Dollar, die Gebühr steigt auf 10.000 US-Dollar pro K.o.-Spiel. Kovacs kassierte also 100.000 US-Dollar für seine Nominierung und erhält weitere 3.000 US-Dollar für die Partie Japan gegen Tunesien.
- Nominierungsprämie
- 100000 $
- Spielgebühr Gruppenphase
- 3000 $
- Spielgebühr K.o.-Runde
- 10000 $

