
Geldwäschebehörde ordnet umfassende Prüfung aller griechischen Bauämter an
Der Chef der griechischen Geldwäschebekämpfungsbehörde, Charalambos Vourliotis, hat nach den jüngsten Enthüllungen eines Korruptionsrings in Attika eine umfassende Finanzprüfung aller Bauämter des Landes angeordnet.
Ermittlungen eingeleitet
Am 18. Juni ordnete der Chef der griechischen Geldwäschebekämpfungsbehörde, Charalambos Vourliotis, eine groß angelegte Finanzuntersuchung aller Bauämter des Landes an. Die Prüfung wurde nach jüngsten Enthüllungen eines Bestechungsnetzwerks in den Bauämtern des nordöstlichen Attika eingeleitet. Die Inspektoren der Behörde werden die Finanzunterlagen von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen von Nord- bis Südgriechenland unter die Lupe nehmen.
Umfang und Methoden
Die Untersuchung umfasst detaillierte Prüfungen von Steuererklärungen, Vermögenserklärungen (soweit gesetzlich vorgeschrieben), Kontobewegungen sowie Zeitpunkt und Art des Erwerbs von Immobilien und anderen Vermögenswerten. Die Behörde wird auch die Finanzen von Verwandten und Dritten prüfen, die als Mittelsmänner bei der Verschleierung oder Verschiebung illegaler Gelder fungiert haben könnten. Ziel ist es, Diskrepanzen zwischen den angegebenen Einkünften und dem tatsächlichen Lebensstil aufzudecken.
Dies ist eine naturgemäß gewaltige Ermittlung, die lange dauern wird. Ziel ist es jedoch, die Personen, die Schlüsselpositionen bekleiden, eingehend zu überprüfen, um festzustellen, ob von einigen korrupten Beamten eine Geldwäschestraftat begangen worden sein könnte.
Auslösender Fall
Der großflächigen Prüfung ging die Zerschlagung eines Korruptionsrings in den Bauämtern Attikas voraus. Sechs Angestellte befinden sich in Untersuchungshaft wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, Bestechung und Geldwäsche. Ihre Festnahmen veranlassten Vourliotis, die Ermittlungen landesweit auszuweiten, da er vermutet, dass ähnliche Netzwerke auch anderswo bestehen könnten.
Vermögenssperren für Untersuchungshäftlinge
Die Behörde hat bereits die Beschlagnahmung von Immobilien und Bargeld der sechs Beschuldigten angeordnet, nachdem ausreichende Anhaltspunkte für unrechtmäßige Bereicherung gefunden wurden. Die eingefrorenen Vermögenswerte umfassen Immobilien und nicht näher bezifferte Bargeldbeträge. Für jedes Bauamt werden gesonderte Berichte erstellt; falls sich Hinweise auf Geldwäsche ergeben, werden die Unterlagen der zuständigen Staatsanwaltschaft zur Vorprüfung und möglichen Vermögensbeschlagnahme vorgelegt.
Laufende Ermittlungen
Parallel zu den Bauamtsermittlungen untersucht die Behörde weitere prominente Fälle. Dazu gehören ein Apotheker in Chalandri, bei dem 2,5 Millionen Euro Bargeld gefunden wurden, und ein Ring, der gefälschtes Olivenöl herstellte und dem Staat geschätzte 3,5 Millionen Euro Schaden zufügte. Im Olivenöl-Fall wurden mehr als zehn Immobilien, mehrere Fahrzeuge und ein Safe beschlagnahmt.


