
Spanischer Polizeibericht schildert Plan eines früheren Richters, die Ermittlungsrichterin im Fall des Bruders von Pedro Sánchez körperlich anzugreifen
Die spanische Guardia Civil hat dem Nationalgericht einen Bericht vorgelegt, in dem Versuche eines Akteurs aus einem mutmaßlichen politischen Netzwerk beschrieben werden, einen Drogenclan anzuwerben, um die Richterin Beatriz Biedma in Badajoz körperlich anzugreifen.
Erkenntnisse der Polizei zu körperlichen Bedrohungen
Die Zentrale Operative Einheit (UCO) der spanischen Guardia Civil hat dem Richter am Nationalgericht Santiago Pedraz einen Ermittlungsbericht vorgelegt, in dem Pläne dokumentiert werden, die Richterin Beatriz Biedma körperlich anzugreifen. Biedma leitete das Gerichtsverfahren in Badajoz, in dem David Sánchez, der Bruder von Ministerpräsident Pedro Sánchez, untersucht wurde. Den Ermittlungsergebnissen zufolge versuchte ein Akteur aus einem mutmaßlichen politischen Drucknetzwerk, körperliche Übergriffe gegen die Richterin zu organisieren, um ihre Verfahren zu stören.
Die Ermittler stützen ihre Schlussfolgerungen auf Zeugenaussagen und beschlagnahmte Kommunikation, die darauf hindeuten, dass der frühere Richter Luis José Sáenz de Tejada versuchte, regionale Kriminelle anzuwerben. Sáenz de Tejada, der nach einer Verurteilung wegen häuslicher Gewalt gegen seine frühere Ehefrau aus dem Richterdienst entfernt worden war, soll die direkte Zielrichtung gegen Biedma erörtert haben.
Aussage der Clan-Chefin und Überwachung
Cintia Rocho, von den Ermittlern als Anführerin des Drogenclans Los Rochos in Badajoz identifiziert, sagte gegenüber der Polizei aus, Sáenz de Tejada sei mit Vorschlägen an sie herangetreten, gegen Biedma vorzugehen. Rocho hatte bereits am 21. September in einer Fernsehsendung auf Telecinco erklärt, man habe ihr die Privatadresse der Richterin angeboten, um Einschüchterungen zu ermöglichen – ein Angebot, das sie nach eigenen Angaben ablehnte.
Bei ihrer förmlichen Vernehmung durch die UCO im Kommando von Badajoz schilderte Rocho Telefongespräche, in denen der frühere Richter zu direkter Feindseligkeit gegenüber der Richterin drängte.
Sie war eine verdammte Nervensäge und musste beseitigt werden.
Rocho berichtete zudem, Sáenz de Tejada habe die körperliche Einschüchterung in ihren Gesprächen damit gerechtfertigt, dass der Esel durch Schläge lerne. Die Polizeidokumentation bestätigte außerdem, dass der frühere Richter Biedma und ihre Familie in Badajoz physisch observierte. Die UCO stellte fest, dass Sáenz de Tejada auf seinem YouTube-Kanal Videos hochlud, in denen er auf einen früheren tödlichen Schusswechsel verwies, mit dem Biedma befasst gewesen war, und in einem Video erklärte, er kenne die Schule, die ihre Kinder besuchen.
Das weitere politische Netzwerk und geschäftliche Verbindungen
Die weiterreichenden Ermittlungen unter der Leitung von Richter Pedraz untersuchen ein mutmaßliches Einflussnetzwerk, das von der früheren sozialistischen Aktivistin Leire Díez koordiniert worden sein soll und nach Erkenntnissen der Ermittler an den früheren Organisationssekretär der PSOE, Santos Cerdán, berichtete. Das Netzwerk soll versucht haben, Gerichtsverfahren gegen Regierungsvertreter und die Regierungspartei durch verdeckte Operationen zu neutralisieren.
Beschlagnahmte digitale Beweise stützen die Abstimmung zwischen den Akteuren. Am 17. August 2024 verwies eine Notiz, die aus dem Telefon von Javier Pérez Dolset geborgen wurde, auf Informationen, die Sáenz de Tejada über die Richterin von Badajoz besaß.
- Richterin Beatriz Biedma eröffnet nach einer Anzeige ein Verfahren gegen David Sánchez.
- Eine aus einem beschlagnahmten Mobiltelefon geborgene Notiz verbindet Sáenz de Tejada mit Informationen über Biedma.
- Der Unternehmer Joaquín Parra sagt vor dem Nationalgericht zur politischen Kontaktaufnahme durch Leire Díez aus.
- Cintia Rocho berichtet in einem Fernsehinterview, Akteure hätten versucht, Belästigungen gegen Biedma zu koordinieren.
- Die Guardia Civil legt einen Ermittlungsbericht vor, der Pläne für körperliche Übergriffe gegen Biedma dokumentiert.
- Richterin Biedma sagt als Geschädigte vor dem Richter am Nationalgericht Santiago Pedraz aus.
Weitere Bestätigung kam von dem Unternehmer Joaquín Parra, dem früheren Präsidenten des Fußballvereins Badajoz, der wegen Umsatzsteuerbetrugs zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde. Parra sagte im Juli 2026 vor Richter Pedraz aus, Díez sei an ihn herangetreten und habe behauptet, im Auftrag der Regierung zu handeln, um belastendes Material über Mitglieder der regionalen Justiz und politische Gegner zu sammeln. Parra stellte anschließend den Kontakt zwischen Díez und Sáenz de Tejada her, der als sein Rechtsberater tätig war.
Gerichtsverfahren und anstehende Aussage
Richterin Biedma beantragte die förmliche Anerkennung als Geschädigte in dem Verfahren vor dem Nationalgericht, nachdem sie eine anhaltende Kampagne zur Untergrabung ihrer persönlichen Sicherheit und ihres beruflichen Rufs gemeldet hatte. Während die Staatsanwaltschaft den Zusammenhang zuvor ohne offizielle Polizeidokumentation infrage stellte, bestätigt der nun vorgelegte UCO-Bericht die Angaben der Richterin zu körperlichen Angriffszielen.
Biedma soll am 8. Oktober 2026 in Madrid vor Richter Pedraz erscheinen, um förmlich zur Belästigung und Überwachung auszusagen, die sie während der Ermittlungen gegen David Sánchez erlebte.


