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Je kommerzieller der Cannabis-Markt, desto höher die Gesundheitsrisiken, zeigt Studie

Eine globale Überprüfung der Cannabis-Politik zeigt, dass Entkriminalisierung den Konsum nicht steigert, aber gewinnorientierte Einzelhandelsmodelle in den USA und Kanada mit mehr Sucht, Psychosen und Krankenhauseinweisungen verbunden sind.

Ein Forschungsteam der University of Bath und internationaler Kollegen hat eine systematische Übersichtsarbeit in The Lancet Psychiatry veröffentlicht, die Belege darüber zusammenfasst, wie sich Cannabis-Politikreformen zwischen 2000 und 2025 auf die psychische Gesundheit ausgewirkt haben.

Was die Daten zeigen

Wir fanden kaum Belege für Veränderungen im Konsum nach Entkriminalisierung oder streng kontrollierter Legalisierung.

Das Bild ändert sich in Ländern mit vollständig kommerzialisierten Märkten. In den USA und Kanada fiel die Ausweitung gewinnorientierter Cannabis-Einzelhandelsgeschäfte mit einem erhöhten Konsum, Produkten mit höherem Wirkstoffgehalt und einem wachsenden Anteil von Erwachsenen zusammen, bei denen eine Cannabisabhängigkeit diagnostiziert wurde (definiert als Schwierigkeiten, trotz negativer Auswirkungen auf das tägliche Leben aufzuhören). Auch die Krankenhauseinweisungen wegen Psychosen und psychotischen Störungen bei Problemkonsumenten stiegen.

Die Kommerzialisierungsschere

Die Forscher führen die Unterschiede auf die Marktstruktur zurück. In Europa, Afrika und Ozeanien waren die politischen Änderungen kleiner und stärker eingeschränkt, und es wurden keine direkten Zusammenhänge zwischen diesen Schritten zur Legalisierung und Veränderungen im Konsum oder bei Störungsraten gefunden. Das Team verweist auf die USA und Kanada als die deutlichsten Beispiele für kommerzialisierte Modelle, bei denen regionale Unterschiede (bundesstaatliche Regeln in den USA, provinzielle Einzelhandelsregeln in Kanada) die Ergebnisse weiterhin beeinflussen.

Deutschlands Testfall

Deutschland legalisierte Cannabis im April 2024 teilweise. Erwachsene dürfen zu Hause bis zu drei Pflanzen anbauen, bis zu 50 Gramm zu Hause und 25 Gramm in der Öffentlichkeit besitzen und nicht-kommerziellen Anbauvereinigungen mit bis zu 500 Mitgliedern beitreten.

Stand 2025 konnten wir keine signifikanten Veränderungen im Cannabiskonsum in Deutschland seit der Legalisierung feststellen.

Der kurze Beobachtungszeitraum erfordert eine fortlaufende Überwachung, aber der geringe Kommerzialisierungsgrad könnte zukünftige Konsumverschiebungen begrenzen.

Politische Implikationen

Da sich die Cannabis-Politik weltweit schnell weiterentwickelt, betonen die Autoren der Studie die Notwendigkeit, zu bewerten, wie verschiedene rechtliche Rahmenbedingungen die öffentliche Gesundheit beeinflussen. Der Kontrast zwischen kontrollierten, nicht-kommerziellen Ansätzen und offenen Einzelhandelsmärkten deutet darauf hin, dass die Gestaltung der Legalisierung mindestens so wichtig ist wie die Entscheidung zur Legalisierung selbst.

Bath

3 Quellen

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