Diplomatie · Athen und Luxemburg
Griechischer Oberster Gerichtshof weist Kövesis Berufung gegen zweijährige Amtszeit für EU-Staatsanwälte zurück und vertieft institutionellen Konflikt
Das Verwaltungsplenum des griechischen Obersten Gerichtshofs entschied mit 72 zu 10 Stimmen, dass die Europäische Generalstaatsanwältin kein Klagerecht habe, um eine Entscheidung anzufechten, die drei delegierte Staatsanwälte nur für zwei statt fünf Jahre verlängert.
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Kurz gefasst
Der Areios Pagos entschied mit 72 zu 10, dass Laura Kövesi kein Klagerecht gegen die zweijährige Verlängerung von drei griechischen EU-Staatsanwälten habe, da das griechische Recht solche Anfechtungen nur den betroffenen Richtern selbst vorbehält.
Kövesis Vertreter Spyros Vlachopoulos argumentierte, dass die Entscheidung des EPPO-Kollegiums über die fünfjährige Verlängerung Vorrang vor nationalen Verfahren haben müsse, und warnte, dass eine länderspezifische Ermessensausübung die Einheit der Behörde gefährde.
Zehn abweichende Richter befürworteten die Vorlage einer Vorabentscheidungsfrage an den Gerichtshof der EU, um sowohl die Zulässigkeit der Berufung als auch die zuständige Behörde für Amtszeitverlängerungen zu klären.
Der Oberste Justizrat wählt drei zusätzliche Europäische Staatsanwälte aus etwa 20–25 Kandidaten aus, wobei Dimitris Zimianitis und Olympia Kleitsaki zu den Favoriten zählen.

- 1.11.EPPO-Kollegium beschließt fünfjährige Verlängerung für Papandreou, Thanou und Mouzakis ohne vorherige Konsultation des griechischen Rates, was Einwände Athens auslöst.
- 1.06.Kövesi sendet ein Schreiben an die griechischen Behörden, in dem sie die Verlängerung als letzten administrativen Schritt beschreibt; der Oberste Justizrat gewährt stattdessen einstimmig eine zweijährige Verlängerung.
- 24.06.Plenum des Areios Pagos verhandelt über Kövesis Berufung; Vlachopoulos argumentiert für den Vorrang des EU-Rechts und eine Vorabentscheidung des EuGH.
- 24.06.Gericht weist Berufung mit 72 zu 10 als unzulässig ab; am selben Tag wählt der Rat drei neue EU-Staatsanwälte für Griechenland aus.
Das Urteil
Der griechische Oberste Gerichtshof (Areios Pagos) wies die von der Europäischen Generalstaatsanwältin Laura Kövesi eingelegte Berufung gegen eine Entscheidung des Obersten Justizrates als unzulässig ab. Der Rat hatte die Amtszeiten von drei griechischen delegierten Europäischen Staatsanwälten um zwei Jahre verlängert, anstatt um die vom EPPO-Kollegium in Luxemburg beschlossenen fünf Jahre. Das Verwaltungsplenum des Gerichts stimmte mit 72 zu 10 Stimmen für die Ablehnung der Berufung und entschied, dass nach griechischem Recht nur die betroffenen Justizbeamten selbst solche Anfechtungen einreichen können, und selbst diese nicht, wenn die Entscheidung des Rates einstimmig ergangen ist.
„Die Verlängerung um fünf Jahre war für alle Europäischen Staatsanwälte vom Kollegium in Luxemburg beschlossen worden, und jedes Land kann nicht nach eigenem Ermessen verlängern, was die Einheit der Europäischen Staatsanwaltschaft gefährden würde.“
Der Rechtsstreit
Der Konflikt geht auf November 2025 zurück, als das EPPO-Kollegium eine fünfjährige Verlängerung für die drei Staatsanwälte (Popi Papandreou, Charikleia Thanou und Dionysis Mouzakis) ankündigte, ohne vorherige Konsultation des griechischen Obersten Justizrates. Athen bestand darauf, dass der Rat allein für dienstliche Angelegenheiten von Justizbeamten zuständig sei. Nachdem Kövesi ein Schreiben gesandt hatte, in dem sie die Verlängerung als letzten administrativen Schritt beschrieb, gewährte der Rat einstimmig eine zweijährige Verlängerung und verwies auf die Notwendigkeit für die Staatsanwälte, laufende Fallakten abzuschließen, darunter die Tempe-Eisenbahnkatastrophe und der OPEKEPE-Subventionsskandal.
Kövesi erschien nicht persönlich; der Verfassungsrechtler Spyros Vlachopoulos argumentierte in ihrem Namen und betonte den Vorrang des EU-Rechts. Er forderte das Gericht auf, dem Gerichtshof der Europäischen Union eine Vorabentscheidungsfrage zur Zuständigkeit für die Verlängerung der Amtszeiten vorzulegen. Zehn abweichende Richter unterstützten diese Auffassung, sowohl hinsichtlich der Zulässigkeit von Kövesis Berufung als auch der materiellen Zuständigkeitsfrage.
Wie es weitergeht
Noch am selben Tag wird der Oberste Justizrat voraussichtlich drei neue Europäische Staatsanwälte aus einem Pool von etwa 20 bis 25 Kandidaten auswählen, nachdem Kövesi aufgrund der Arbeitsbelastung zusätzliches Personal angefordert hatte. Zu den Favoriten zählen Dimitris Zimianitis, der zuvor bei der EPPO in Luxemburg tätig war, und Olympia Kleitsaki. Die Ablehnung der Berufung lässt die Möglichkeit einer weiteren Anfechtung direkt vor dem EuGH offen, obwohl ein solcher Schritt noch nicht bestätigt wurde.
Die Staatsanwälte und ihre Fälle
Die drei Staatsanwälte im Zentrum des Streits haben einige der sensibelsten Ermittlungen Griechenlands geführt. Ihre Dossiers umfassen Aspekte des Tempe-Zugunglücks und des OPEKEPE-Agrarzahlungsskandals. Die zweijährige Verlängerung wurde vom Rat ausdrücklich als Maßnahme dargestellt, um ihnen den Abschluss dieser Fälle zu ermöglichen.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
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- Laura Kövesi
- Europäische Generalstaatsanwältin, die gegen die zweijährige Verlängerung von drei griechischen delegierten Staatsanwälten Berufung einlegte
- Spyros Vlachopoulos
- Verfassungsrechtler, der Kövesi vor dem Areios Pagos vertrat
- Popi Papandreou
- Griechische delegierte Europäische Staatsanwältin, deren Amtszeit um zwei Jahre verlängert wurde
- Charikleia Thanou
- Griechische delegierte Europäische Staatsanwältin, deren Amtszeit um zwei Jahre verlängert wurde
- Dionysis Mouzakis
- Griechischer delegierter Europäischer Staatsanwalt, dessen Amtszeit um zwei Jahre verlängert wurde (einige Quellen bezeichnen ihn als Antonis Mouzakis)
- Dimitris Zimianitis
- Favorit für eine der drei neuen griechischen Europäischen Staatsanwaltsstellen
- Olympia Kleitsaki
- Favoritin für eine der drei neuen griechischen Europäischen Staatsanwaltsstellen
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