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Regierung·vor 4 Std.

Stiefsohn des norwegischen Kronprinzen zu vier Jahren Haft wegen Vergewaltigung verurteilt; Unterstützung für Monarchie auf Rekordtief

Marius Borg Høiby, der Stiefsohn des norwegischen Kronprinzen Haakon, wurde am Montag zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, nachdem er in zwei Fällen der Vergewaltigung sowie weiterer Delikte für schuldig befunden wurde. Das Urteil markiert den Abschluss eines Prozesses, der das Land erschütterte und das öffentliche Vertrauen in die Monarchie schwinden ließ.

Das Urteil

Der Richter am Bezirksgericht Oslo, Jon Sverdrup Efjestad, sprach den 29-jährigen Marius Borg Høiby am Montag in zwei Fällen der Vergewaltigung, in einem Fall der häuslichen Gewalt sowie in mehreren weiteren Anklagepunkten schuldig und verurteilte ihn zu vier Jahren Haft. Von zwei weiteren Vergewaltigungsvorwürfen wurde er freigesprochen. Der Stiefsohn von Kronprinz Haakon war mit insgesamt 40 Anklagepunkten konfrontiert, darunter vier Vergewaltigungsvorwürfe, Körperverletzung, Drogendelikte und Verstöße gegen Kontaktverbote. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von 7 Jahren und 7 Monaten gefordert, während die Verteidigung auf ein Maximum von 18 Monaten und einen Freispruch in den Vergewaltigungspunkten plädiert hatte. Høiby, der einige geringfügige Vergehen einräumte, die schwerwiegendsten Anschuldigungen jedoch bestritt, kann gegen das Urteil Berufung einlegen.

Prozessdetails und Beweislage

Der Prozess begann am 3. Februar und dauerte sechs bis sieben Wochen, bevor er im März abgeschlossen wurde. Die Staatsanwaltschaft stützte sich auf mehr als 800 elektronische Nachrichten sowie selbst gedrehte Videoaufnahmen sexueller Handlungen von Høibys Mobiltelefon. Während der Verhandlung kam zur Sprache, dass eine der mutmaßlichen Vergewaltigungen im Keller des Wohnhauses des Kronprinzen stattgefunden haben soll. Die ehemalige Freundin Nora Haukland war das einzige öffentlich identifizierte Opfer; Høiby wurde wegen Körperverletzung an ihr verurteilt.

Auswirkungen auf die Monarchie

Der Fall hat das Ansehen der norwegischen Königsfamilie in der Öffentlichkeit schwer beschädigt. Eine während des Prozesses veröffentlichte Norstat-Umfrage ergab, dass die Unterstützung für die Monarchie auf ein Rekordtief von 60 % gefallen ist, nach 70 % im Januar. Der Anteil derer, die eine Republik befürworten, stieg von 19 % auf 27 %. Eine Umfrage im Mai zeigte eine teilweise Erholung auf 64 % Zustimmung, während 23 % ein anderes System bevorzugten. Das Urteil fiel in eine Zeit, in der die Königsfamilie zudem mit den Nachwirkungen der Verbindung von Mette-Marit zu dem US-Finanzier Jeffrey Epstein zu kämpfen hatte, der 2008 wegen Sexualstraftaten verurteilt worden war. Die Kronprinzessin räumte ein, danach mit Epstein in Kontakt geblieben zu sein, und äußerte ihr Bedauern darüber.

Öffentliche Unterstützung für die norwegische Monarchie · %
Jan 2026
70 %
Während des Prozesses (Feb-Mär)
60 %
Mai 2026
64 %

Es war ein perfekter Sturm für die Königsfamilie, da sie gleichzeitig mit zwei großen Krisen konfrontiert war.

Kranke Mutter und Kampf um Haftverschonung

Die 52-jährige Mette-Marit leidet an unheilbarer Lungenfibrose und steht auf der Warteliste für eine Lungentransplantation. Ihr sich verschlechternder Gesundheitszustand wurde in der Endphase des Prozesses zum Thema: Am 8. Juni ordnete das Bezirksgericht Oslo die vorübergehende Haftentlassung von Høiby an, damit er bei ihr sein konnte, doch diese Entscheidung wurde von einem Berufungsgericht aufgehoben, sodass er bis zur Urteilsverkündung in Haft blieb. Er war seit dem 3. Februar inhaftiert.

Medienrummel

Das Urteil stieß auf intensives nationales und internationales Medieninteresse; Journalisten harrten bereits am frühen Morgen vor dem Gerichtsgebäude aus. Høiby trägt keinen königlichen Titel und hat keine offiziellen Pflichten, doch seine Erziehung im Haushalt des künftigen Königs machte den Fall zu einem Brennpunkt der öffentlichen Debatte über die Relevanz der Monarchie.

Oslo

4 Quellen

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