
Škoda ruft weltweit 1,7 Millionen Fahrzeuge wegen möglichen Lenkausfalls zurück
Der tschechische Autohersteller hat einen weltweiten Rückruf für die zwischen November 2015 und August 2026 gebauten Modelle Octavia, Superb, Kodiaq und Karoq angekündigt. Grund ist eine korrodierende Schraube, die das Lenkgetriebe lösen kann.
Ausweitung des globalen Rückrufs
Škoda hat nach der Entdeckung eines Defekts an einer Lenkschraube in mehreren Baureihen einen Rückruf von rund 1,7 Millionen Fahrzeugen weltweit eingeleitet. Die Aktion umfasst die zwischen November 2015 und August 2026 hergestellten Modelle Octavia, Superb, Kodiaq und Karoq, was den Produktionswochen 11/2015 bis 8/2026 entspricht. Die endgültige Zahl übersteigt die ursprünglichen internen Schätzungen des Mutterkonzerns Volkswagen, der von 1,2 bis 1,5 Millionen betroffenen Škoda-Einheiten ausgegangen war. In Deutschland listete das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 370.879 Škoda-Fahrzeuge für die Werkstattaktion. Im gesamten Volkswagen-Konzern, zu dem auch frühere Mitteilungen für Volkswagen, Audi und Seat gehören, erreichte die Zahl der betroffenen Fahrzeuge weltweit vier Millionen Einheiten.
- Volkswagen-Konzern weltweit
- 4000000 Fahrzeuge
- Škoda weltweit
- 1700000 Fahrzeuge
- Volkswagen-Konzern Deutschland
- 900000 Fahrzeuge
- Škoda Deutschland
- 370879 Fahrzeuge
Mechanismus des Defekts
Der Rückruf betrifft eine Befestigungsschraube, die das Lenkgetriebe am Vorderachsträger fixiert. Eindringende Feuchtigkeit kann dazu führen, dass die Schraube mit der Zeit korrodiert und der Schraubenkopf möglicherweise abschert. Bricht die Schraube, bleibt das Lenkgetriebe nur noch über einen verbleibenden Befestigungspunkt mit dem Achsträger verbunden. Unter hohen mechanischen Belastungen kann das Gehäuse des Lenkgetriebes strukturellen Schaden nehmen, was in den schwersten Fällen zu einem vollständigen Lenkausfall führt. Technische Analysen deuten darauf hin, dass der Fehler besonders bei Parkmanövern und beim Rangieren mit niedriger Geschwindigkeit kritisch ist. Alle betroffenen Modelle basieren auf der Plattformarchitektur Modularer Querbaukasten (MQB) des Volkswagen-Konzerns, wodurch sich die Betroffenheit über mehrere Konzernmarken erstreckt.
Behebung und Werkstattplanung
Autorisierte Werkstätten beheben den Defekt, indem sie die verschraubte Verbindung des Lenkgetriebes durch korrosionsbeständige Schrauben ersetzen. Jean-Marc Ponteville, Sprecher des belgischen Volkswagen-Importeurs D'Ieteren Automotive, erklärte, das Reparaturverfahren dauere pro Fahrzeug etwa eine Stunde. Der Volkswagen-Konzern entdeckte den Defekt im Rahmen interner Qualitätskontrollen und nicht aufgrund von Ausfällen im Straßenverkehr. Ein Sprecher des tschechischen Herstellers bestätigte die Fertigungsabweichung in einer offiziellen Erklärung.
Interne Qualitätskontrollen haben gezeigt, dass bei bestimmten Fahrzeugen einiger Škoda-Modellreihen (Octavia, Superb, Kodiaq, Karoq) eine Standardabweichung an der verschraubten Lenkverbindung auftreten kann.
Sicherheitsbilanz und Benachrichtigung der Halter
Volkswagen erklärte, es habe keine Unfälle mit Personenschäden infolge des Lenkfehlers gegeben. Da die Korrosion fortschreitend verläuft, dürfen die Fahrer ihre Fahrzeuge bis zum vereinbarten Servicetermin weiter nutzen. Importeure und nationale Vertriebspartner versenden direkte Schreiben an die betroffenen Fahrzeughalter, um Werkstattbesuche zu vereinbaren. Allein in Deutschland umfasst der gemeinsame Rückruf von Volkswagen, Audi und Škoda 900.000 Pkw. Ein Vertreter des Mutterkonzerns bestätigte den Umfang des Prüfprogramms.
Bei internen Qualitätskontrollen wurde festgestellt, dass bei bestimmten Fahrzeugen verschiedener Modellreihen der Marke Volkswagen ein Lenkproblem auftreten kann.


