Kneecap liefert politisch aufgeladenes Set bei Rock Werchter und erhält Fünf-Sterne-Kritiken
Die irische Rap-Gruppe Kneecap nutzte ihren Hauptbühnenauftritt bei Rock Werchter, um den Krieg in Gaza anzuprangern, projizierte „Free Palestine“ und griff den israelischen Premierminister Netanyahu an, während sie eine energiegeladene Performance lieferte, die von Kritikern Bestnoten erhielt.
Politischer Protest auf der Hauptbühne
Kneecap eröffnete ihr Set mit einer Projektion von „Free Palestine“ auf den Großbildschirmen. Rapper Mo Chara unterbrach die Beats, um das Publikum anzusprechen und Parallelen zwischen der irischen Geschichte und der palästinensischen Sache zu ziehen.
Die Gruppe zeigte zudem eine Botschaft, dass Israel seit 2023 100.000 Menschen getötet habe.Als Iren wissen wir, was Kolonialismus ist. Deshalb bestehen wir darauf, bei jeder Show unsere Solidarität mit den Palästinensern zu zeigen. Fuck Netanyahu. Free Palestine.
Eine Fünf-Sterne-Performance
Trotz des frühen Slots um 15:30 Uhr war die Menge bereits dicht gedrängt und energiegeladen. Das 60-minütige Set war ein Wirbelwind aus Moshpits und genreübergreifenden Beats, bei dem DJ Próvai Bass, Breakbeat und Old-School-Rap miteinander verschmolz.
De Standaard bewertete die Show mit fünf Sternen und nannte Kneecap „unübertroffen als eine lästige Laus im Pelz.“Dass ihr zu dieser Stunde und bei diesen Temperaturen so abgeht, nehmen wir nicht als selbstverständlich hin.
Weitere Höhepunkte des dritten Tages
Auch die irische Country-Pop-Sängerin CMAT erhielt fünf Sterne, wobei Studio-Brussel-Moderatorin Fien Germijns sie vor einem euphorischen Set zur „wahren Headlinerin“ erklärte. Gorillaz, angeführt von Damon Albarn, lieferten eine solide Vier-Sterne-Show ab, trotz Albarns sichtlich beschwipstem Zustand. The Haunted Youth beeindruckten mit einem düstereren, selbstbewussteren Sound, während Dogstar mit Keanu Reeves am Bass nicht überzeugen konnte.
Rechtlicher Hintergrund
Der Auftritt fand weniger als ein Jahr statt, nachdem Rapper Mo Chara (Liam Óg Ó hAnnaidh) in London vor Gericht stand, weil er bei einer Show 2024 eine Flagge zur Unterstützung der Hisbollah gezeigt hatte. Der Fall wurde aufgrund von Verfahrensfehlern eingestellt. Die Band bezeichnete dies als einen gezielten Versuch, sie zum Schweigen zu bringen, und gelobte, weiterhin gegen Ungerechtigkeit in Palästina zu sprechen.


