
Nagelsmann wiegelt Klopps „noch“-Kommentar ab, nachdem das Kommentatoren-Duo sein baldiges Aus als Bundestrainer andeutete
Ein Fernseh-Schlagabtausch zwischen Jürgen Klopp und Thomas Müller, der andeutete, dass Julian Nagelsmann möglicherweise nicht über den September hinaus Bundestrainer bleibt, hat eine verhaltene Reaktion des Bundestrainers und eine scharfe Zurückweisung des früheren Nationalspielers Stefan Effenberg ausgelöst.
Der On-Air-Schlagabtausch
Während der Übertragung des WM-Eröffnungsspiels bei MagentaTV bemerkte Jürgen Klopp: „Glücklicherweise stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf – noch“, bevor er das Wort „noch“ als spitze Nachbemerkung hinzufügte. Sein Expertenkollege Thomas Müller rief sofort dazwischen: „Kloppo, wir haben Juni. Du bist schon im September.“ Beide lachten, aber die Andeutung war klar: Nagelsmann könnte im Herbst seinen Job los sein, wobei Klopp weithin als einer der Hauptkandidaten für seine Nachfolge gehandelt wird. Nagelsmanns Vertrag läuft bis nach der Euro 2028, doch die Spekulationen halten an, dass ein schlechtes WM-Abschneiden einen vorzeitigen Wechsel auslösen könnte.
Glücklicherweise stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf – noch.
Kloppo, wir haben Juni. Du bist schon im September.
Nagelsmanns Reaktion
Auf einer Pressekonferenz in Houston vor dem deutschen Eröffnungsspiel gegen Curaçao weigerte sich Nagelsmann zunächst, auf die Bemerkungen einzugehen. „Gut, dann die nächste Frage“, sagte er zu einem deutschen Reporter. Als ein Journalist einer englischen Boulevardzeitung nachhakte, scherzte der Trainer: „Sind Sie vom selben Verlag?“ bevor er eine zurückhaltende Antwort auf Englisch gab: „Ich denke, es ist nicht der richtige Weg für mich, über dieses Thema zu sprechen. Ich denke, es ist wichtig, dass jeder die Situation für sich selbst beurteilt. Ich habe meine Meinung und meinen Standpunkt, aber ich werde sie Ihnen nicht verraten.“
Ich denke, es ist nicht der richtige Weg für mich, über dieses Thema zu sprechen. Ich denke, es ist wichtig, dass jeder die Situation für sich selbst beurteilt. Ich habe meine Meinung und meinen Standpunkt, aber ich werde sie Ihnen nicht verraten.
Effenbergs Kritik
Der Schlagabtausch kam beim früheren deutschen Mittelfeldspieler Stefan Effenberg nicht gut an. In der Sendung „Doppelpass“ auf Sport1 sagte er, die Kommentare seien für eine Hauptsendezeit unangemessen gewesen: „So was kann man bei einem Bier an der Theke sagen, wenn man allein ist. Aber nicht vor einem Millionenpublikum, das ist ein absolutes No-Go.“ Der 57-jährige Effenberg argumentierte, dass Klopps Status als potenzieller Nachfolger die Bemerkung besonders brisant mache.
So was kann man bei einem Bier an der Theke sagen, wenn man allein ist. Aber nicht vor einem Millionenpublikum, das ist ein absolutes No-Go.
Lob für Matthäus
Während Klopp und Müller vorgeschlagen hatten, Deniz Undav anstelle des kürzlich verletzten Jamal Musiala aufzustellen, fand Nagelsmann anderweitig Unterstützung. Er lobte Lothar Matthäus dafür, dass dieser sich öffentlich hinter seine Entscheidung gestellt hatte, Musiala auf der zentralen offensiven Mittelfeldposition einzusetzen. „Er hat viel Erfahrung und er versteht, was es bedeutet, ein großes Turnier zu spielen“, sagte Nagelsmann über den Rekordnationalspieler, was mehrere Medien als subtile Spitze gegen seine anderen Experten interpretierten.

