Jürgen Klopp zum Bundestrainer ernannt und droht Medien mit Rücktritt bei Belästigung seiner Familie
Der 59-jährige ehemalige Trainer des FC Liverpool und von Borussia Dortmund unterschrieb einen Vierjahresvertrag bis zur WM 2030; sein erstes Spiel bestreitet er am 24. September gegen die Niederlande.
Die Ernennung
Jürgen Klopp wurde am Freitag auf dem DFB-Campus in Frankfurt offiziell als neuer Bundestrainer vorgestellt. Der 59-jährige ehemalige Trainer von Borussia Dortmund und des FC Liverpool unterschrieb einen Vierjahresvertrag vom 15. August 2026 bis zur WM 2030. Er tritt die Nachfolge von Julian Nagelsmann an, der nach dem Achtelfinal-Aus Deutschlands gegen Paraguay bei der WM 2026 zurückgetreten war. DFB-Präsident Bernd Neuendorf erklärte, dass der Aufsichtsrat und die Mitgliederversammlung einstimmig für Klopp gestimmt hätten und nannte ihn „unsere Wunschlösung von Anfang an“. Klopp ist der 13. Bundestrainer in der DFB-Geschichte. Zu seinem Trainerteam gehören die langjährigen Assistenten Pepijn Lijnders und Peter Krawietz sowie der ehemalige Dortmunder Spieler Sven Bender. Berater Marc Kosicke fungiert als „Co-Trainer für Strategie, Entwicklung und Innovation“. Der DFB zahlte Red Bull eine Ablösesumme von einer Million Euro, die an die Stiftung Wings for Life geht, nachdem Klopps Vertrag als Head of Global Soccer, der bis 2029 lief, aufgelöst worden war.
Klopps Warnung an die Medien
In seiner ersten Pressekonferenz stellte Klopp ein klares Ultimatum. „Wenn ihr euch danebenbenimmt oder meine Familie in Ruhe lasst, bin ich weg“, sagte er. Er fügte hinzu, dass er auch gehen würde, wenn die Medien ihn am nächsten Tag als „Scheiße“ bezeichnen würden, stellte aber klar, dass es mehr als einen Kritiker brauche. Die Warnung dominierte die internationalen Schlagzeilen. Der Telegraph berichtete, dass Klopp „am Tag seiner Vorstellung mit Rücktritt droht“, während die Sun ihn zitierte: „Lasst meine Familie in Ruhe.“ Der Liverpool Echo merkte an, dass er nach seiner Bestätigung „eine klare Botschaft sendet“. Klopp sagte, er erwarte vollen Einsatz von den Spielern: „Wer Gas gibt, wird mit mir viel Spaß haben.“
Wenn ihr euch danebenbenimmt oder meine Familie nicht in Ruhe lasst, bin ich weg.
Personal- und Strukturänderungen
Neben Klopp gab der DFB bekannt, dass der Weltmeister von 2014, Per Mertesacker, ab dem 1. Januar 2027 als Geschäftsführer Sport tätig wird und Andreas Rettig ersetzt, der Ende des Jahres ausscheidet. Der 41-jährige Mertesacker wird in einer Übergangsphase schrittweise eingeführt. Klopp sagte, er werde sich auch mit den Strukturen des DFB befassen: „Wer Jürgen kriegt, kriegt ihn.“ Er wolle dem deutschen Fußball helfen, international wieder erfolgreich zu sein. Er hat eine Liste mit 57 Feldspielern erstellt und verspricht Chancen für diejenigen, die „noch gar nicht damit rechnen“. Taktisch plant er mit einer Viererkette und legt Wert auf „gute Organisation“, eine „klare Fußballidee“ und Mut.
Internationale Reaktionen
Die Ernennung erregte weltweite Aufmerksamkeit. Spaniens Marca schrieb, dass „alle Augen auf Klopp“ gerichtet seien und seine Fähigkeit, konkurrenzfähige Teams aufzubauen, Deutschlands große Hoffnung sei. Die BBC fragte, ob er „Messias oder bloße Kosmetik“ sei, während L'Équipe die „schwere Verantwortung, einen viermaligen Weltmeister ohne Erfolge wiederzubeleben“ hervorhob. Italiens Gazzetta dello Sport hob seine Warnung hervor: „Keine persönlichen Angriffe, sonst gehe ich.“ Corriere dello Sport nannte ihn einen „visionären Trainer“. Österreichs Der Standard bezeichnete die Ankündigung als „das am schlechtesten gehütete Geheimnis im Weltfußball“.
Seine Fähigkeit, konkurrenzfähige Teams aufzubauen, ist die große Hoffnung eines Deutschlands, das daran arbeitet, verlorenes Prestige zurückzugewinnen und wieder um große Titel zu kämpfen.
Wie es weitergeht
Klopps Debüt findet am 24. September in der Nations League gegen die Niederlande statt. Er sagte, es gebe „keine Karriere danach“ und er werde alles in diese Rolle geben. Der Vertrag läuft bis zur WM 2030, mit der EM 2028 in England als Zwischenziel. Klopp sagte, die Nationalmannschaft „kann uns Deutsche verbinden wie kaum etwas anderes“ und nannte den Job eine „große Ehre und einen ganz besonderen Tag“.
- Jürgen Klopp als neuer Bundestrainer vorgestellt
- Vierjahresvertrag beginnt
- Debütspiel: Nations League gegen die Niederlande
- Per Mertesacker beginnt als DFB-Geschäftsführer Sport
- Vertrag läuft bis zur WM 2030


