
Belgien verweigert Gianni Infantino Unterstützung bei Wiederwahl wegen Disziplinar- und Governance-Streitigkeiten bei der WM
Der Königliche Belgische Fußballverband kündigte an, dass er Gianni Infantinos Kandidatur für eine letzte FIFA-Amtszeit bis 2031 ablehnen werde, unter Verweis auf eine aufgehobene Rotsperre für US-Stürmer Folarin Balogun und einen zurückgezogenen Private-Equity-Plan im Wert von 4,2 Milliarden Dollar.
Disziplinarstreit um WM-Sperre
Der Königliche Belgische Fußballverband gab am 7. September 2026 bekannt, dass er Gianni Infantino bei seiner Kampagne für eine weitere Amtszeit als FIFA-Präsident nicht unterstützen werde. Der Verband begründete seine Entscheidung mit zwei getrennten Governance-Angelegenheiten, beginnend mit der Handhabung einer automatischen Sperre für US-Stürmer Folarin Balogun durch die FIFA. Balogun wurde in einem Achtelfinalspiel gegen Bosnien-Herzegowina während der Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten des Feldes verwiesen, ein Vergehen, das eine obligatorische Ein-Spiel-Sperre nach sich zog. Der Weltfußballverband setzte die Sperre aus, nachdem US-Präsident Donald Trump direkt Kontakt mit Infantino aufgenommen hatte, um den Fall zu überprüfen. Die Entscheidung erlaubte Balogun, im Achtelfinale gegen Belgien anzutreten, ein Spiel, das Belgien nach 36 Stunden administrativen Chaos mit 4:1 gewann.
Belgische Verbandsvertreter erklärten, sie hätten sich während und nach dem Turnier an die FIFA gewandt, um eine formelle Erklärung für den Eingriff zu erhalten. RBFA-Präsidentin Pascale Van Damme bestätigte, dass diese Anfragen keine substanzielle Antwort aus Zürich erhielten.
Zwei Monate nach den Ereignissen stellen wir fest, dass unsere Fragen bis heute unbeantwortet bleiben.
Vorschlag zu kommerziellen Rechten und Private-Equity-Plan
Die zweite Säule des belgischen Widerstands betrifft die FIFA Forward Enterprise, eine Initiative, die den Verkauf kommerzieller Anteile an der Weltmeisterschaft an Private-Equity-Firmen für 4,2 Milliarden Dollar vorschlug. Infantino und FIFA-Verwaltungsmitarbeiter gestalteten das kommerzielle Vehikel ohne vorherige Konsultation der nationalen Verbände, was in der gesamten Sportart auf breiten Widerstand stieß. Die FIFA zog den Plan am 1. August 2026 zurück, nur wenige Tage nach seiner öffentlichen Bekanntgabe. Der RBFA stellte fest, dass kritische Entscheidungen und Bewertungen im Zusammenhang mit dem Vorhaben von der FIFA-Führung nie ausreichend begründet wurden. Belgische Vertreter erklärten, dass sie sich weiterhin zu einem starken, unabhängigen und nachhaltigen Wirtschaftsmodell für internationale Wettbewerbe verpflichten, anstatt zu privaten Investitionsstrukturen.
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Europäische Verbände stellen Infantino-Wiederwahl in Frage
Infantino, der seit 2016 FIFA-Präsident ist, bestätigte am 6. September 2026, dass er bei dem für März 2027 angesetzten Wahlkongress eine letzte Amtszeit anstreben werde. Ein erfolgreicher Wahlkampf würde den schweizerisch-italienischen Administrator bis 2031 an der Macht halten, und er bleibt der einzige erklärte Kandidat. Der Widerstand aus Belgien spiegelt eine breitere Rebellion innerhalb des europäischen Dachverbands UEFA wider, der bereits einen Vertrauensverlust in Infantino erklärt und mit Turnierboykotten gedroht hat. Der RBFA schließt sich den nationalen Verbänden aus England, Schottland, Schweden und Italien an, die formell ihre Unterstützung entziehen oder schwerwiegende Bedenken hinsichtlich seiner fortgesetzten Führung äußern.
Formeller Antrag auf Überprüfung durch den FIFA-Rat
Der belgische Verband gab bekannt, dass er formell die Aufnahme des Disziplinarfalls Balogun auf die Tagesordnung der nächsten FIFA-Ratssitzung am 15. Oktober 2026 beantragt hat. Belgische Vertreter betonten, dass der internationale Fußball transparente und strenge Verfahren sowie definierte Schutzmaßnahmen erfordere, um politische Einmischung in Disziplinarangelegenheiten auf dem Platz zu verhindern. Der RBFA erklärte, dass er in enger Koordination mit der UEFA bleibe und gleichzeitig die Kommunikationskanäle mit der FIFA offen halte, um Governance-Standards, regulatorische Konsistenz und langfristiges institutionelles Vertrauen zu verbessern.


