Kurz gefasst
Am 7. September 2026 gab der RBFA bekannt, dass er Gianni Infantino bei der für den 18. März 2027 in Rabat angesetzten Präsidentschaftswahl nicht unterstützen werde.
Belgien forderte Erklärungen, nachdem die FIFA eine Rotkarten-Sperre für den US-Stürmer Folarin Balogun vor ihrem WM-K.o.-Spiel nach einer Intervention von Donald Trump aufgehoben hatte.
Der RBFA führte auch Governance-Bedenken hinsichtlich des FIFA Forward Enterprise-Vorschlags an, eines 4,2 Milliarden US-Dollar schweren Plans zum Verkauf von Turnierbeteiligungen, der am 1. August 2026 aufgegeben wurde.
RBFA-Präsidentin Pascale Van Damme beantragte, dass die FIFA den Disziplinarfall Balogun formell auf die Tagesordnung der FIFA-Ratssitzung am 15. Oktober 2026 setzt.

- 7.09.Belgiens RBFA gibt formell bekannt, dass es Infantino nicht unterstützen wird
- 15.10.Der FIFA-Rat soll nach Belgiens Tagesordnungsantrag zusammentreten
- 18.03.Die FIFA-Präsidentschaftswahl soll in Rabat stattfinden
Widerstand gegen die Wiederwahl und Governance-Forderungen
Der Königliche Belgische Fußballverband (RBFA) gab am 7. September 2026 bekannt, dass er Gianni Infantinos Kandidatur für eine neue Amtszeit als FIFA-Präsident nicht unterstützen werde. Infantino, der den Weltfußballverband seit 2016 führt, bestätigte am 6. September 2026, dass er bei der für den 18. März 2027 in Rabat angesetzten Wahl erneut kandidieren will. Der belgische Verband erklärte, dass seine Weigerung, den 56-jährigen Amtsinhaber zu unterstützen, auf ungelösten Governance-Bedenken, mangelnder Transparenz und unbeantworteten Fragen zu Entscheidungen während der Weltmeisterschaft 2026 beruhe. Belgien schließt sich einer Koalition europäischer Verbände an, die sich von Infantino distanziert haben, darunter England, Schottland, Wales, Norwegen, Schweden, Italien und Ungarn. RBFA-Präsidentin Pascale Van Damme, die neben dem deutschen Verbandschef Bernd Neuendorf auch im FIFA-Rat sitzt, stellte fest, dass offizielle Anfragen, die während und nach dem Turnier gestellt wurden, unbeantwortet blieben.
„Zwei Monate nach den Ereignissen stellen wir fest, dass unsere Fragen bis heute unbeantwortet bleiben.“
Der Rotkarten-Streit um Folarin Balogun
Im Kern der Meinungsverschiedenheit steht die disziplinarische Behandlung des US-Stürmers Folarin Balogun durch die FIFA während der Weltmeisterschaft 2026. Balogun erhielt in der K.o.-Runde gegen Bosnien und Herzegowina eine glatte Rote Karte, die eine automatische Sperre für ein Spiel nach sich zog. Die FIFA-Disziplinarbehörden setzten die Sanktion anschließend aus und erlaubten dem 25-jährigen Stürmer, im Achtelfinale gegen Belgien zu spielen. Die Aufhebung der Sperre erfolgte nach direktem Kontakt zwischen US-Präsident Donald Trump und Infantino, begleitet von Eingaben des US-Fußballverbands und juristischer Vertreter. Belgien legte formell Einspruch gegen die Aufhebung der Sperre ein, doch der FIFA-Berufungsausschuss wies den Einspruch als unzulässig zurück, woraufhin der RBFA einen Verstoß gegen die Regularien wegen fehlender schriftlicher Begründung geltend machte. Obwohl Belgien die Co-Gastgeber des Turniers mit einem 4:1-Sieg eliminierte, blieb der Verband dabei, dass die Entscheidung die internationale Fußball-Governance beeinträchtigt habe.
„Danke an die FIFA, dass sie das Richtige getan und ein großes Unrecht rückgängig gemacht hat!“
Streit um kommerzielle Rechte und europäischer Widerstand
Über die Turnierdisziplinarentscheidungen hinaus kritisierte der RBFA die Governance des FIFA Forward Enterprise-Projekts. Infantino hatte vorgeschlagen, kommerzielle Beteiligungen an FIFA-Wettbewerben, einschließlich der Weltmeisterschaft, für 4,2 Milliarden US-Dollar an Private-Equity-Investoren zu verkaufen. Der Plan wurde Ende Juli 2026 bekannt und stieß auf sofortigen Widerstand des europäischen Dachverbands UEFA und nationaler Verbände, was die FIFA dazu veranlasste, die Initiative am 1. August 2026 aufzugeben. Die UEFA hat seitdem erwogen, eine rechtliche Beschwerde in der Schweiz einzureichen, und erwägt, einen alternativen Präsidentschaftskandidaten wie CONCACAF-Präsident Victor Montagliani aufzustellen. Ende Juli 2026 kündigte auch die norwegische Verbandspräsidentin Lise Klaveness eine formelle Beschwerde beim FIFA-Ethikkomitee bezüglich des Führungsverhaltens an. Van Damme bestätigte, dass der RBFA die FIFA formell gebeten hat, den Fall Balogun auf die Tagesordnung der FIFA-Ratssitzung am 15. Oktober 2026 zu setzen.