
Netflix‘ Willy-Wonka-Realityshow erzeugt Gene Wilders Stimme mit KI – Nostalgie und Unbehagen
„Wonka's The Golden Ticket“, das am 23. September Premiere feiert, wird eine KI-Stimmenkopie des verstorbenen Schauspielers von ElevenLabs verwenden, die von seinem Nachlass genehmigt wurde. Die Spielshow mit 12 Kandidaten erstellt die Fabrik des Films von 1971 für einen Wettbewerb nach, der bereits scharfe Kritik hervorgerufen hat.
Netflix erweckt die Stimme von Gene Wilder für seinen neuen Reality-Wettbewerb „Wonka's The Golden Ticket“ mit künstlicher Intelligenz wieder, gesegnet von der Witwe des Schauspielers. Die neunteilige Serie, produziert von Eureka Productions an der Goldküste Australiens, zeigt zwölf Gewinner goldener Eintrittskarten und einen Partner ihrer Wahl bei physischen, mentalen und moralischen Herausforderungen in einer minutiös nachgebauten Schokoladenfabrik. Ein Teaser-Trailer vom 30. Juni bestätigte den Starttermin am 23. September und ein zweiteiliges Finale am 30. September – und entfachte sofort eine Debatte über die ethischen Grenzen KI-generierter Darbietungen.
Die Show selbst
Netflix beschreibt die unscriptete Serie als „soziales Experiment mit hohem Einsatz“, inspiriert von Roald Dahls „Charlie und die Schokoladenfabrik“ und der Verfilmung von 1971. Jedes Kandidatenduo wird eine Reihe von Wonka-entworfenen Prüfungen bestehen, am Ende steht ein Champion, der einen „lebensverändernden Preis“ gewinnt. Die Produktion strebt visuelle Treue an, die Kulissen sind dem Originalfilm nachempfunden, und sogar Rusty Goffe, der 1971 einen Oompa Loompa spielte, kehrt in seiner Rolle zurück. Die Dreharbeiten fanden an der Goldküste mit Unterstützung der lokalen Regierung statt, und die Show entstand aus einem Wettbewerb unter Produktionsfirmen, den Eureka Productions Anfang 2024 gewann.
Die KI-Stimme und die Zustimmung des Nachlasses
Netflix arbeitete mit dem KI-Audiounternehmen ElevenLabs zusammen (das zuvor Stimmen von Michael Caine und Stan Lee geklont hatte), um Wilders Stimme mit voller Zustimmung des Wilder-Nachlasses nachzubilden. Karen B. Wilder, die Witwe des Schauspielers, gab eine Erklärung ab:
Die Zustimmung des Nachlasses ist klar, aber das hat die Gegenreaktion nicht zum Verstummen gebracht.Mehr als fünf Jahrzehnte nachdem Gene Willy Wonka zum Leben erweckt hat, finden Menschen aller Altersgruppen und Hintergründe auf der ganzen Welt weiterhin Freude, Lachen und Inspiration in seiner Darstellung. Wir freuen uns, dass „Wonka's The Golden Ticket“ die Wärme und Fantasie feiert, die er in die Rolle eingebracht hat, und diesen Zauber einer neuen Generation vorstellt, während es die Fans ehrt, die ihn seit Jahrzehnten schätzen.
Kritische Reaktionen und ethisches Unbehagen
Unterhaltungsmedien reagierten mit einer Mischung aus Faszination und Abscheu. Vulture nannte die KI-Stimme „beunruhigend“ und eine „entseelte“ Simulation, während TechRadar erklärte, die Technologie sei „zu weit gegangen“, und argumentierte, dass Wilders vielschichtige Darbietung, die von verspielt bis finster reicht, nicht vom lebenden Schauspieler getrennt werden könne. Gizmodo, wenn auch ambivalent, bemerkte, dass das Produktionsdesign der Show „atemberaubend“ erscheine. Der gemeinsame Tenor ist, dass die Zustimmung des Nachlasses die Nachbildung zwar legalisieren mag, aber das Unbehagen nicht beseitigt, einen toten Darsteller neuen Inhalt sprechen zu hören.
Zeitleiste und Franchise-Kontext
- Netflix hält Produktionswettbewerb ab; Eureka Productions gewinnt den Vertrag
- Netflix kündigt Wonka's The Golden Ticket öffentlich an
- Teaser-Trailer veröffentlicht, zeigt KI-Stimme und September-Start
- Serie startet auf Netflix
- Zweiteiliges Finale ausgestrahlt
Die Wonka-Realityshow ist Teil eines größeren Vorstoßes von Netflix in Dahls Universum. Der Streamingdienst kaufte 2021 die Roald Dahl Story Company und hat separat einen Animationsfilm „Charlie vs. the Chocolate Factory“ in Auftrag gegeben, der für 2027 geplant ist. Diese Gameshow folgt der Vorlage von Netflix‘ „Squid Game: The Challenge“, die einen fiktiven Wettbewerb mit hohen Einsätzen in reales, wenn auch weniger tödliches Fernsehen verwandelt.


