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KI & Tech·vor 2 Std.

Ifo-Umfrage: Jedes fünfte deutsche Unternehmen sieht KI als Ersatz für Hochschulabschlüsse

Eine am 12. Juni veröffentlichte Umfrage des Münchner ifo-Instituts zeigt, dass 19,2 Prozent der deutschen Unternehmen, die KI einsetzen, es als einfach erachten, Hochschulabsolventen durch weniger qualifizierte, aber mit KI unterstützte Mitarbeiter zu ersetzen.

Die Umfrage

Das ifo-Institut befragte im Mai 2026 knapp 3.000 deutsche Unternehmen im Rahmen seiner regelmäßigen Konjunkturumfrage. Eine neue Frage in dieser Runde richtete sich an Unternehmen, die bereits künstliche Intelligenz einsetzen: Wie einfach wäre es, formale Qualifikationen oder Berufserfahrung durch KI-gestützte Arbeitskräfte zu ersetzen? Das Institut wies darauf hin, dass diese Frage zum ersten Mal gestellt wurde, sodass kein Vorjahresvergleich möglich ist.

KI als Ersatz für formale Bildung

Von den 54,5 Prozent der Unternehmen, die KI in Geschäftsprozessen einsetzen, gaben 19,2 Prozent an, dass es einfach oder sehr einfach sei, einen Mitarbeiter mit Fach- oder Hochschulabschluss durch einen weniger qualifizierten, aber mit KI-Tools unterstützten Mitarbeiter zu ersetzen. Das entspricht etwa jedem fünften KI-nutzenden Unternehmen, das KI als direkte Alternative zu einem Hochschulabschluss sieht.

KI verändert die Arbeitswelt und kann in manchen Bereichen auch formale Qualifikationen und Erfahrungen teilweise ersetzen.

Auch Berufserfahrung unter Druck

Fünfzehn Prozent der KI-nutzenden Unternehmen gaben an, dass es einfach oder sehr einfach wäre, einen erfahrenen Mitarbeiter durch einen Neuling zu ersetzen, der auf KI angewiesen ist. Der Handel zeigte erneut die höchste Bereitschaft mit 22,9 Prozent, gefolgt von Dienstleistungen (14,5 Prozent), dem verarbeitenden Gewerbe (12,6 Prozent) und dem Baugewerbe (7,7 Prozent). ifo-Forscherin Anna Ruffert erklärte, dass Berufserfahrung offenbar etwas schwieriger durch KI zu kompensieren sei als formale Abschlüsse.

Branchenunterschiede

Die Offenheit, Qualifikationen durch KI zu ersetzen, variiert stark je nach Branche. Im Handelssektor sehen 28,6 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen kaum Schwierigkeiten, Absolventen zu ersetzen, während der Anteil im Dienstleistungssektor auf 19,7 Prozent, im verarbeitenden Gewerbe auf 14,6 Prozent und im Baugewerbe auf nur 9,3 Prozent sinkt.

Branchen, in denen KI Hochschulabschlüsse leicht ersetzen kann · %
Handel
28.6 %
Dienstleistungen
19.7 %
Verarbeitendes Gewerbe
14.6 %
Baugewerbe
9.3 %

Eine skeptische Mehrheit

Trotz dieser Signale bleibt die Mehrheit der Unternehmen vorsichtig. 55,4 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen halten es für schwierig oder unmöglich, Mitarbeiter mit Fach- oder Hochschulabschluss durch weniger qualifizierte, KI-gestützte Mitarbeiter zu ersetzen. Beim Ersatz erfahrener Mitarbeiter ist der Widerstand sogar noch stärker und erreicht 62,7 Prozent. Die Ergebnisse waren laut Institut nahezu identisch über alle Unternehmensgrößen hinweg.

KI-Einführung steigt weiter

Insgesamt integrieren 54,5 Prozent der deutschen Unternehmen KI in ihre Geschäftsabläufe, ein Anstieg von 40,9 Prozent im Vorjahr. Weitere 16 Prozent planen die Einführung von KI, und 21,6 Prozent diskutieren diese Möglichkeit. Der Anteil der Unternehmen, die KI für Aufgaben wie Text- und Bildverarbeitung, Datenanalyse oder Kundenservice einsetzen, ist deutlich gestiegen.

Deutsche Unternehmen, die KI in Geschäftsprozessen einsetzen · %
2025
40.9 %
2026
54.5 %

Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Die Folgen sind bereits sichtbar. In den letzten Monaten haben mehrere große Konzerne Stellenstreichungen angekündigt, die explizit mit dem verstärkten KI-Einsatz in Verbindung stehen. Jüngere Arbeitnehmer berichten von einem Rückgang der Einstiegsangebote, und die Umfrage liefert weitere Belege dafür, dass formale Qualifikationen allmählich an Bedeutung verlieren könnten, wenn KI die Wissenslücke schließen kann.

Branchen, in denen KI erfahrene Mitarbeiter leicht ersetzen kann · %
Handel
22.9 %
Dienstleistungen
14.5 %
Verarbeitendes Gewerbe
12.6 %
Baugewerbe
7.7 %
München

8 Quellen

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