
Katar erzwingt 1:1 gegen Schweiz nach Ausgleich in der 94. Minute
Ein Kopfball von Boualem Khoukhi tief in der Nachspielzeit bescherte Katar ein überraschendes 1:1-Unentschieden gegen die Schweiz im Auftaktspiel der Gruppe B in Santa Clara. Die Schweizer Spieler waren frustriert, nachdem sie lange Strecken dominiert hatten.
Spielverlauf
Die Schweiz ging in der 17. Minute in Führung, als Breel Embolo einen Foulelfmeter verwandelte, der einem Foul von Katars Torhüter Mahmoud Abunada vorausgegangen war. Die Eidgenossen hatten bereits zuvor mehrfach gedroht, Dan Ndoye und Ruben Vargas erzwangen Paraden, und Embolo sah wenig später eine zweite Chance pariert. Trotz des frühen Rückstands hielt Katar an einem defensiven Spielplan fest, überstand 26 Schweizer Schüsse und brachte es selbst nur auf sieben eigene.
- 1. Minute: Brele Embolos Chance geblockt.
- 10. Minute: Dan Ndoyes Schuss von Mahmoud Abunada pariert.
- 12. Minute: Ruben Vargas' Freistoß von Abunada gefangen.
- 14. Minute: Elfmeter für die Schweiz nach Foul von Abunada.
- 17. Minute: Embolo verwandelt Elfmeter (1:0).
- 21. Minute: Embolos Schuss aus spitzem Winkel pariert.
- 43. Minute: Edmilson Juniors Chance von Gregor Kobel pariert.
- 45.+ Minute: Michel Aebischers Schuss von der Linie gekratzt.
- 50. Minute: Granit Xhakas Weitschuss knapp über die Latte.
- 65. Minute: Xhaka Schuss neben das Tor.
- 76. Minute: Vargas' schwacher Versuch leicht pariert.
- 90.+4 Minute: Boualem Khoukhi gleicht per Kopf aus (1:1).
Kurz vor der Pause hatte Edmilson Junior fast ausgeglichen, aber Gregor Kobel rettete mit dem Bein, und ein Schuss von Michel Aebischer wurde von der Linie gekratzt. In der zweiten Hälfte kontrollierte die Schweiz den Ballbesitz, wurde aber bei Temperaturen von 35°C vorsichtiger und erzielte trotz Bemühungen von Granit Xhaka und Vargas kein zweites Tor.
Dann, in der vierten Minute der Nachspielzeit, flankte Homam Ahmed von links und Kapitän Boualem Khoukhi stieg auf und köpfte zum Ausgleich ein, was wilde Jubelszenen auf der katarischen Bank auslöste. Trainer Lopetegui sagte später, die Mannschaft habe einen Traum erfüllt und werde nun für einen weiteren kämpfen.
Schweizer Frustration
Das Unentschieden fühlte sich für die Schweiz wie eine Niederlage an. Sie hatten ihre Gegner mit 26:7 Schüssen überragt, aber klare Chancen vergeben. Manuel Akanji sagte gegenüber SRF:
Wir hatten so viele klare Chancen, aus denen wir einfach ein Tor machen müssen. Am Ende spielen wir bei einer Weltmeisterschaft. Wenn du dem Gegner bis zur 94. Minute die Chance gibst, zurückzukommen, passiert das früher oder später.
Granit Xhaka war deutlich:
Jedes Unentschieden fühlt sich für uns wie eine Niederlage an. Wir schauen auf uns selbst. Diese Leistung war nicht gut genug, um zu gewinnen.
Torhüter Gregor Kobel gab zu, dass der späte Ausgleich „unglaublich bitter“ sei und sprach von kollektiver Frustration:
Es ist frustrierend, natürlich. Wenn man sieht, dass wir Chancen hatten, das zweite Tor zu machen, und es nicht geschafft haben, stellt sich Frustration ein. Das betrifft die ganze Mannschaft. Es ist extrem frustrierend und sehr schmerzhaft. Es tut wirklich sehr weh.
- Schweiz
- 26 Schüsse
- Katar
- 7 Schüsse
Denis Zakaria pflichtete bei:
Wir haben nicht so gespielt, wie wir sollten. Wir hatten viele Chancen, aber wir haben sie vergeben. Dafür haben wir teuer bezahlt.
Gruppenbild
Bereits am Samstag zuvor hatten die Gastgeber aus Kanada 1:1 gegen Bosnien und Herzegowina gespielt, so dass jedes Team der Gruppe B nun einen Punkt und ein Torverhältnis von 1:1 aufweist. Das Ergebnis hält sowohl die Schweiz als auch Katar im Rennen um die K.o.-Runde.
Ausblick
Katar trifft nun in den verbleibenden Gruppenspielen auf Kanada und Bosnien und Herzegowina. Die Schweiz spielt am 18. Juni gegen Bosnien und am 24. Juni gegen Kanada. Kobel versuchte, das Positive zu sehen:
Vielleicht ist es gut, dass uns so etwas im ersten Spiel passiert ist. Wir haben noch zwei Spiele und alles liegt noch in unserer Hand.
Lopetegui warnte, dass die Erholung entscheidend sei:
Wir müssen enorme Anstrengungen unternehmen, um uns gut zu erholen und für die nächste große Herausforderung bereit zu sein. Es wird sehr schwer.

