
Teheran hält Trauergebet für Khamenei – Sohn und Nachfolger Mojtaba bleibt fern
Ein massives Trauergebet für Ayatollah Ali Khamenei versammelte am Sonntag die Spitzenpolitiker Irans in Teheran, doch sein Sohn und neu ernannter Nachfolger Mojtaba war erneut nicht in der Öffentlichkeit zu sehen.
Das Trauergebet
Ein zehnminütiges Gebet, geleitet von dem 97-jährigen Ayatollah Ja'far Sobhani, eröffnete den zweiten Tag der Staatstrauer für Ali Khamenei im Großen Mosalla-Komplex von Teheran. Präsident Massoud Pezeshkian, Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf, Quds-Kommandeur Esmaïl Qaani und Revolutionsgarde-Chef Ahmad Vahidi standen in der ersten Reihe neben drei Söhnen Khameneis (Massoud, Mostafa und Meysam), wie Aufnahmen des Staatsfernsehens zeigten.
Mojtabas anhaltende Abwesenheit
Mojtaba Khamenei, der 56-jährige Sohn, der seinem Vater als Oberster Führer nachfolgte, wurde bei denselben israelisch-amerikanischen Bombenangriffen verwundet, die Ali Khamenei am 28. Februar, dem ersten Kriegstag, töteten. Seitdem hat er sich nicht mehr öffentlich gezeigt und kommuniziert nur über ihm zugeschriebene Erklärungen. Sein leerer Platz bei der Beerdigung unterstrich das Führungsvakuum.
Eine Nation in Trauer
Der Sarg, bedeckt mit einer iranischen Flagge, auf der Khameneis schwarzer Turban ruhte, wurde neben den Särgen der mit ihm getöteten Verwandten aufgebahrt: einer Tochter, eines Schwiegersohns, einer Schwiegertochter und einer 14 Monate alten Enkelin. Sonntag und Montag wurden zu gesetzlichen Feiertagen erklärt, und die Behörden erwarten allein in Teheran 15 bis 20 Millionen Menschen. Die Menschenmengen schwenkten iranische und rote Flaggen (Symbol für Rache und Gerechtigkeit), schlugen sich auf die Brust und skandierten „Tod den USA.“
Er war für uns alle ein Vater. Mit seinem Verschwinden sind wir alle Waisen. Unsere Trauer ist unermesslich.
Politischer Hintergrund
Die Beerdigung ist eine Demonstration von Zusammenhalt und Stärke, während Iran nach einem im letzten Monat unterzeichneten Abkommen mit den Vereinigten Staaten verhandelt. Der Krieg, der mit den Angriffen vom 28. Februar begann, prägt weiterhin die Entwicklung des Landes.
- Israelisch-amerikanische Bombenangriffe töten Ali Khamenei und verwunden seinen Sohn Mojtaba am ersten Kriegstag.
- Staatliche Trauerfeier beginnt; Khameneis Sarg im Großen Mosalla aufgebahrt.
- Trauergebet abgehalten; Mojtaba Khamenei abwesend.
- Prozession in Teheran, dann Überführung der Trauerfeiern in andere iranische Städte und in den Irak.

