
Südkoreanischer Fußballverband entschuldigt sich für sexuelle Dienstleistungen an ausländische Schiedsrichter
Südkoreas Fußballverband hat sich entschuldigt, nachdem ein Sender berichtete, er habe ausländischen Schiedsrichtern während der Qualifikationsspiele 2011-2012 sexuelle Dienstleistungen angeboten, während die Polizei separat seine Büros im Rahmen einer Untersuchung zur Trainerberufung durchsuchte.
KFA-Entschuldigung und der JTBC-Bericht
Die Korea Football Association (KFA) hat am Samstag, dem 8. August 2026, eine öffentliche Entschuldigung ausgesprochen, nachdem der südkoreanische Sender JTBC am Donnerstag berichtet hatte, der Verband habe ausländischen Schiedsrichtern, die vor mehr als einem Jahrzehnt zu Länderspielen nach Südkorea kamen, „sexuelle Dienstleistungen“ angeboten. Der Bericht berief sich auf eine Untersuchung des Sportministeriums aus dem Jahr 2016, die ergab, dass die KFA ausländischen Schiedsrichtern zwischen März 2011 und März 2012 bei sieben Gelegenheiten unangemessene Unterhaltung geboten hatte, darunter während Qualifikationsspielen für die WM 2014 und die Olympischen Spiele 2012 in London. Die Dienstleistungen wurden mit Firmenkreditkarten in Massagesalons und anderen Erwachseneneinrichtungen in Seoul und anderen Städten, in denen Länderspiele stattfanden, bezahlt. Die KFA räumte in ihrer Erklärung ein, dass sie sich kürzlich in einer „trostlosen Situation“ befunden habe, so N-tv.
- KFA beginnt, ausländischen Schiedsrichtern während Länderspielen in Südkorea sexuelle Dienstleistungen anzubieten
- Zeitraum des Fehlverhaltens endet nach sieben dokumentierten Vorfällen zwischen März 2011 und März 2012
- Untersuchung des Sportministeriums dokumentiert das Fehlverhalten
- Hong Myung-bo wird nach Aufgabe der monatelangen Suche nach ausländischen Kandidaten zum Nationaltrainer ernannt
- JTBC berichtet über die Vorwürfe; Polizei in Seoul durchsucht KFA-Büros wegen Hong Myung-bo-Ernennung
- KFA gibt öffentliche Entschuldigung ab und verspricht tiefgreifende Reformen
Konkrete Transaktionen
Laut Il Messaggero, der sich auf Dokumente des Ministeriums für Kultur, Sport und Tourismus bezieht, wurden am 29. Februar 2012, Stunden vor einem Spiel gegen Kuwait, 500.000 Won (etwa 350 US-Dollar) in einer Einrichtung in Yeoksam-dong abgerechnet. Weitere 760.000 Won wurden kurz nach einem Spiel gegen Oman in Changwon ausgegeben. Ein Mitarbeiter des Schiedsrichterbüros bestätigte, dass die Kosten für die Massage den sexuellen Dienst beinhalteten, und erklärte, dass ausländische Schiedsrichter solche Unterhaltung an Orten wie Flughäfen und ihren Unterkünften verlangt hätten. Die Transaktionen betrafen sowohl Schiedsrichter als auch Aufsichtspersonen, die theoretisch für die Überwachung des Schiedsrichterverhaltens zuständig sind. Das Fußballturnier der Olympischen Spiele 2012 in London endete mit dem Gewinn einer Bronzemedaille für Südkorea.
- Yeoksam-dong (29. Februar 2012)
- 500000 Won
- Changwon (nach Oman-Spiel)
- 760000 Won
Reaktion der KFA
Die KFA erklärte, dass unangemessenes Verhalten dieser Art oder die Verwendung von Firmenkarten für solche Zwecke „derzeit absolut nicht stattfinde“. Der Verband erklärte, er werde die Kritik aller Seiten ernst nehmen und sie als Gelegenheit für eine tiefgreifende Reform nutzen. Prostitution ist in Südkorea illegal, und die Statuten des Internationalen Fußballverbandes verbieten jegliche Form von finanzieller Vergütung für Schiedsrichter.
Wir entschuldigen uns aufrichtig für die Besorgnis, die durch verschiedene Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem Verband entstanden ist, die bei einer parlamentarischen Anhörung und einer beispiellosen Durchsuchung und Beschlagnahme sowie durch Berichte über Ereignisse von vor mehr als einem Jahrzehnt ans Licht kamen, von denen selbst viele innerhalb der Organisation nichts wussten.
Ermittlungen zur Ernennung von Hong Myung-bo
Die Vorwürfe verstärken die Prüfung der KFA in einer separaten Angelegenheit im Zusammenhang mit der Ernennung des ehemaligen Nationaltrainers Hong Myung-bo. Die Polizei von Seoul durchsuchte am Donnerstag die Büros der KFA und beschlagnahmte Dokumente, um festzustellen, ob es eine unzulässige Einflussnahme oder Behinderung durch KFA-Beamte, einschließlich des ehemaligen Präsidenten Chung Mong-gyu, während des Einstellungsverfahrens gab. Hong kehrte 2024 nach einer früheren Amtszeit von 2013 bis 2014 als Nationaltrainer zurück. Seine Ernennung geriet unter Beschuss, nachdem die KFA eine monatelange Suche nach ausländischen Kandidaten aufgegeben und Hong nach einem kurzen Treffen ausgewählt hatte.
WM-Folgen
Die Kontroverse flammte wieder auf, nachdem Südkoreas enttäuschende WM-Kampagne 2026 mit einem Aus in der Gruppenphase endete. Südkorea lag zurück und besiegte Tschechien im ersten Spiel der Gruppe A, verlor dann aber die nächsten beiden Spiele gegen Südafrika und Mexiko. Präsident Lee Jae-myung kritisierte Hongs Ernennung als Beispiel für Vetternwirtschaft. Hong trat von seinem Amt zurück und hatte nach dem Ausscheiden Todesdrohungen erhalten. Während einer parlamentarischen Anhörung in der Vorwoche entschuldigte sich Hong für die gescheiterte WM-Kampagne.


