
Französischer Bildungsminister will Nachmittagsprüfungen wegen Hitzewelle während der Abiturwoche abschaffen
Vor den schriftlichen Abiturprüfungen ab Montag kündigte Bildungsminister Édouard Geffray an, alle Nachmittagsprüfungen abschaffen zu wollen, und verwies auf zunehmende Hitzewellen, die die Klassenzimmertemperaturen regelmäßig über 30 °C steigen lassen.
Ankündigung des Ministers am Sonntag
Am Sonntag, dem 14. Juni, erklärte der französische Bildungsminister Édouard Geffray gegenüber France Inter, dass er keine Abschlussprüfungen am Nachmittag mehr wünsche, und verwies auf den Klimawandel. „Ich möchte einfach, dass keine Prüfungen mehr am Nachmittag stattfinden“, sagte er. Der Minister argumentierte, dass der Zeitraum von 14 bis 18 Uhr „nicht möglich“ sei angesichts der Hitze, die regelmäßig im Mai und Juni auftrete. Er wies darauf hin, dass Prüfungen zwischen 8 und 12 Uhr von der kühleren Morgenluft profitieren, wenn die Räume vor der Ankunft gelüftet werden.
Prüfungen und die vorhergesagte Hitze
Die schriftlichen Abiturprüfungen für die Terminale-Schüler beginnen am Montag, dem 15. Juni, mit der Philosophie-Klausur, die von 8 bis 12 Uhr angesetzt ist. Die Première-Schüler haben am Donnerstag Französisch und zum ersten Mal am Freitag Mathematik geschrieben. Météo France sagt ab Mittwoch eine neue Hitzewelle voraus: Die Temperaturen sollen landesweit 32–36 °C und in Paris bis zu 37 °C erreichen. Bereits am Montag wird es in mehreren Städten warm sein: Bordeaux und Montpellier erwarten jeweils 33 °C, Nantes und Toulouse 32 °C, Rennes 31 °C, Alençon 30 °C und Paris 29 °C.
- Bordeaux
- 33 °C
- Montpellier
- 33 °C
- Nantes
- 32 °C
- Toulouse
- 32 °C
- Rennes
- 31 °C
- Alençon
- 30 °C
- Paris
- 29 °C
Gewerkschaften reagieren: verhaltene Zustimmung, weitergehende Forderungen
Sophie Vénétitay, Generalsekretärin der Gewerkschaft Snes-FSU, bezeichnete den Vorschlag als guten Schritt, bestand aber darauf, dass die Schulgebäude selbst für eine bessere Wärmedämmung saniert werden müssten. Sie erinnerte an die Hitzewelle Ende Mai, bei der in über 77,6 % der befragten weiterführenden Schulen Klassenzimmertemperaturen über 30 °C gemessen wurden, und nannte das derzeitige Vorgehen „großes Flickwerk“. Bruno Bobkiewicz, Leiter der Schulleitungsgewerkschaft SNPDEN, begrüßte die Absicht des Ministers, warnte aber vor logistischen Folgen: Prüfungen, die sich über mehr Tage erstrecken, und die Notwendigkeit für Schulbusbetreiber, ihre Rückfahrpläne zur Mittagszeit für Collège-Schüler anzupassen, die am Nachmittag noch Unterricht haben.
Es ist eine Zeit, die wir fürchten, weil wir wissen, dass es in den Klassenzimmern über 30 Grad haben wird, was die Bedingungen extrem schwierig macht.
Die mündlichen Prüfungen am Nachmittag und unerledigte Angelegenheiten
Trotz des Aufrufs des Ministers werden die mündlichen Prüfungen weiterhin am Nachmittag stattfinden, wie Le Parisien berichtete. Das unmittelbare Anliegen des Ministers ist es, die schriftlichen Prüfungen dauerhaft nur am Vormittag stattfinden zu lassen, obwohl noch kein formelles Dekret erlassen wurde. Gewerkschaftsvertreter argumentieren, dass ohne eine Nachrüstung der Schulgebäude die Vormittagssitzungen allein keine angenehmen Bedingungen garantieren könnten, wenn die Außentemperatur im Laufe des Tages weiter ansteige.
Ein Zeitplan der Woche
- Minister Geffray kündigt an, dass er keine Nachmittagsprüfungen mehr wünscht.
- Philosophie-Klausur der Terminale beginnt (8–12 Uhr).
- Hitzewelle soll Frankreich mit 32–36 °C, 37 °C in Paris erreichen.

