
Australien und Vanuatu unterzeichnen verzögerten Sicherheitspakt, der ausländische Militärstützpunkte verbietet
Australien und Vanuatu haben am Montag das Nakamal-Abkommen unterzeichnet, einen Entwicklungs- und Sicherheitspakt, der jeden ausländischen Militärstützpunkt auf vanuatuischem Territorium verbietet und Canberra als bevorzugten Sicherheitspartner des Inselstaates festschreibt.
Unterzeichnung nach monatelanger Verzögerung
Der australische Premierminister Anthony Albanese und der vanuatuische Premierminister Jotham Napat unterzeichneten das Nakamal-Abkommen am Montag in Canberra und schlossen damit einen Entwicklungs- und Sicherheitspakt ab, der seit September 2025 aufgeschoben war. Die Zeremonie krönte zehnmonatige Verhandlungen, die zeitweise die bilateralen Beziehungen belasteten.
Dies ist ein historischer Tag für die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern.
Das Abkommen verbietet ausdrücklich jeden ausländischen Militärstützpunkt oder jede entsprechende Infrastruktur auf vanuatuischem Territorium und verpflichtet den Inselstaat, seine kritische Infrastruktur frei von Militarisierung zu halten. Australien wird als Vanuatus bevorzugter Sicherheits- und Polizeipartner anerkannt, und Canberra wird bei Drittinvestitionen in Vanuatus kritische Infrastruktur konsultiert.
Was das überarbeitete Abkommen enthält
Der unterzeichnete Text ist eine abgeschwächte Version eines früheren Entwurfs. Laut dem australischen Sender ABC wurden Klauseln, die chinesische Investitionen in Häfen, Flughäfen und Telekommunikation stark eingeschränkt hätten, gestrichen, nachdem vanuatuische Kabinettsmitglieder im vergangenen Jahr Bedenken hinsichtlich der Souveränität geäußert hatten. Das endgültige Abkommen gibt Australien kein Vetorecht über ausländische Infrastrukturprojekte, aber Vanuatu verpflichtet sich, Canberra zu konsultieren, wenn Drittländer eine Beteiligung anstreben.
Wir haben tatsächlich ein Gesetz im Parlament verabschiedet, das keine Militarisierung für unsere kritische Infrastruktur zulässt.
Vanuatu behält sich das Recht auf eine Polizeizusammenarbeit mit China vor, ein Punkt, den Napat betonte. Peking leistet seit 2023 Polizeihilfe für Vanuatu, einschließlich Ausrüstung und Ausbildung.
Chinas Fußabdruck und Vanuatus Balanceakt
China ist Vanuatus größter externer Gläubiger und hat den Präsidentenpalast, das Parlamentsgebäude und das Straßennetz über chinesische Bankdarlehen und Auftragnehmer finanziert. Während das Nakamal-Abkommen weithin als Versuch gesehen wird, Pekings Sicherheitsambitionen im Pazifik Einhalt zu gebieten, verhandelt Vanuatu gleichzeitig ein separates Wirtschaftsabkommen mit China. Napat sagte am Montag, der Entwurf warte auf die Zustimmung aus Peking, und versprach Transparenz.
Wir werden das Abkommen teilen; es gibt nichts zu verbergen.
Finanzielle und polizeiliche Zusagen
Australien hat im Rahmen des Pakts 500 Millionen Australische Dollar (344,5 Millionen US-Dollar) über zehn Jahre zugesagt. Das Abkommen vertieft auch die polizeilichen Beziehungen: Australien wird als Vanuatus „langjähriger primärer Polizeipartner“ bezeichnet, und beide Länder werden die Zusammenarbeit bei der Polizeiausbildung, der maritimen Sicherheit, der Cybersicherheit und der Nachrichtendienste verstärken. Vanuatu wird Polizeianfragen an andere Mitglieder des Pacific Islands Forum priorisieren.
Regionaler Wettbewerb im Pazifik
Das Nakamal-Abkommen ist der jüngste in einer Reihe von Sicherheitspakten, die Australien mit pazifischen Inselstaaten angesichts der sich verschärfenden Konkurrenz zwischen China und US-Verbündeten um Einfluss in der Region unterzeichnet hat. Albanese stellte das Abkommen als Stärkung des Prinzips dar, dass Sicherheit eine gemeinsame Verantwortung der „Pazifikfamilie“ sei.
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