
Kein Handschlag überschattet Tamara Korpatschs größten Grand-Slam-Sieg bei den French Open
Tamara Korpatsch erreichte erstmals die dritte Runde eines Grand Slams, doch eine umstrittene Linienentscheidung und eine Konfrontation nach dem Spiel mit Wang Xinyu überschatteten ihren 6:2, 2:6, 6:3-Sieg in Roland Garros.
Überraschungssieg für Korpatsch
Die Deutsche Tamara Korpatsch, Nummer 95 der Welt, erzielte das größte Ergebnis ihrer Karriere mit einem 6:2, 2:6, 6:3-Überraschungssieg gegen die an Nummer 34 gesetzte Wang Xinyu in der zweiten Runde der French Open. Sie spielte bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um 30 °C, trug aufgrund ihrer Lichtempfindlichkeit wieder eine Sonnenbrille und blieb während der 2 Stunden und 25 Minuten dauernden Begegnung aggressiv. Die gebürtige Hamburgerin, die von ihrem Vater trainiert wird, war zuvor nie über die zweite Runde eines Grand Slams hinausgekommen.
Kontroverse auf dem Platz
Die Spannung begann spät im ersten Satz, als Wang eine Linienentscheidung nach einem Ballwechsel anfocht, der Korpatsch eine 5:2-Führung und einen Satzball bescherte. Die Schiedsrichterin stieg von ihrem Stuhl, um den Ballabdruck zu überprüfen, und entschied, dass der Ball aus war. Wang ging dann auf Korpatschs Seite des Platzes, um den Abdruck selbst zu untersuchen, was ihr eine Regelverwarnung wegen unsportlichen Verhaltens einbrachte. Die Hawk-Eye-Analyse bestätigte später, dass der Ball aus war.
Die Schiedsrichterin ging runter, um den Abdruck zu überprüfen, und es zeigte sich, dass der Ball aus war. Und die Fernsehbilder zeigen das Hawk‑Eye-Ergebnis, es war etwa 8 Millimeter draußen. Sie kam auf meine Seite, weil sie die Entscheidung nicht glaubte.
Nachspiel: Kein Handschlag
Nach dem Matchball trafen sich die Spielerinnen am Netz, schüttelten sich aber nicht die Hände. Stattdessen kam es zu einem hitzigen Wortwechsel, bevor beide weitergingen. Wang deutete an, dass Korpatsch der Schiedsrichterin einen falschen Abdruck gezeigt habe, aber Korpatsch bestand darauf, dass beide sichtbaren Abdrücke aus waren. Wang entschuldigte sich später für die Regelverletzung, bot aber keine direkte Entschuldigung bei Korpatsch an.
Wir haben uns nicht die Hände geschüttelt, weil sie sagte, sie sei mit der Markierungsentscheidung nicht zufrieden. Es wäre nicht fair von mir gewesen, ihr einfach den Punkt zu geben. Ich bin überrascht, weil wir uns eigentlich gut verstanden haben; wir sind keine Feinde.
Expertenreaktion
Eurosport-Expertin und ehemalige deutsche Nationaltrainerin Barbara Rittner bezeichnete Wangs Leistung als einen 'sehr, sehr schlechten Tag' und lobte Korpatsch für ihre Konzentration. Wang leistete sich in den drei Sätzen 65 unerzwungene Fehler. Rittner stellte fest, dass Korpatsch 'mutig blieb, gut lief und weiterhin hohe Spinbälle einsetzte'.
Weitere deutsche Ergebnisse
Eva Lys, die andere deutsche Hoffnung im Frauenfeld, schied 3:6, 0:6 gegen die rumänische Power-Schlägerin Sorana Cirstea aus. Unterdessen kamen Alexander Zverev und Jan-Lennard Struff beide im Herrenturnier weiter.
Korpatsch trifft als Nächstes auf die an Nummer sieben gesetzte Ukrainerin Elina Svitolina um einen Platz im Achtelfinale.


