
Lehrkräfte an katalanischen öffentlichen Schulen streiken am 8. September – Gespräche mit Gewerkschaft festgefahren
Die Mehrheitsgewerkschaft im öffentlichen Schulwesen, Ustec, hat angekündigt, dass ein Lehrerstreik am 8. September 2026 nach wochenlangen festgefahrenen Verhandlungen mit dem katalanischen Bildungsministerium praktisch unvermeidbar ist.
Streik zum Schuljahresbeginn bestätigt
Lehrkräfte an öffentlichen Schulen in ganz Katalonien werden am 8. September 2026, dem ersten Tag des Schuljahres 2026/2027, die Arbeit niederlegen. In einem Interview mit Catalunya Ràdio in der zehnten Woche der elfwöchigen Sommerferien erklärte Iolanda Segura, Sprecherin der Mehrheitsgewerkschaft Ustec, der Ausstand sei praktisch unvermeidbar. Angesichts von nur fünfzehn Tagen vor Schulbeginn merkte Segura an, dass eine Beilegung des Arbeitskonflikts vor dem ersten Klingelzeichen eine außergewöhnliche Kehrtwende erfordern würde. Sie stellte klar, dass der Streik zum Schulstart zwar beschlossen sei, spätere Mobilisierungen im Herbst jedoch abgewendet werden könnten, wenn die Regionalregierung an den Verhandlungstisch zurückkehre.
Der Streik am 8. glauben wir nicht vermeiden zu können, aber was danach kommen könnte, ließe sich vermeiden, wenn das Bildungsministerium sich zu Verhandlungen bereit erklärt.
Festgefahrene Verhandlungen und Arbeitsbedingungen
Die Gewerkschaftsführung berichtete, dass das Bildungsministerium seit dem 13. Juli 2026 keine formellen Verhandlungsrunden mit den Arbeitnehmervertretern mehr abgehalten habe, trotz wiederholter Angebote der Gewerkschaften zu Gesprächen. Ustec erklärte, die Generalitat habe den Sommer damit verbracht, Konsultationen mit Schulleitungen und Familienvertretern durchzuführen, während die Arbeitsverhandlungen auf Eis gelegt wurden. Die Gewerkschaft fordert verbindliche Zeitpläne für strukturelle Personalaufstockungen, eine Senkung des Schüler-Lehrer-Verhältnisses, mehr Unterstützung für inklusive Bildung und den Schutz des katalanischsprachigen Unterrichts. Segura nannte zudem extreme physische Bedingungen in den Bildungseinrichtungen während Hitzeperioden als ungelöstes Problem.
Ein Zentrum kann nicht geöffnet bleiben, wenn es 40-42 Grad hat.
Vorangegangene Ausstände und umstrittene politische Maßnahmen
Der bevorstehende Streik folgt auf eine angespannte erste Jahreshälfte 2026, in der der Bildungssektor an 23 Streiktagen die Arbeit niederlegte. Das Bildungsministerium erklärte, es werde Anfang September eine Strategie vorlegen, um zusätzliche Aufnahmeklassen und Schulgesundheitstechniker einzusetzen, die neu zugewanderten Schülern mit speziellem Förderbedarf helfen sollen. Ustec wies den Plan als Neuverpackung von Vereinbarungen zurück, die im März und Mai getroffen wurden und die die Lehrkräfte zuvor als unzureichend abgelehnt hatten. Während einige Gewerkschaften separate Gehaltsanpassungen akzeptierten, darunter eine Erhöhung der monatlichen Regionalzulage auf 700 Euro nach 25 Jahren ohne Anpassung, vertritt Ustec die Auffassung, dass Einzelmaßnahmen die zugrundeliegenden Probleme nicht lösen. Das Ministerium muss zudem die Folgen eines Fehlers bei der Berichterstattung über die regionalen PISA-Ergebnisse bewältigen.
- Erste Vereinbarungen skizzieren Aufnahmeklassen und Gehaltsanpassungen
- Letztes formelles Verhandlungstreffen zwischen Ustec und dem Bildungsministerium
- Ustec erklärt den Schulstreik zum ersten Schultag für unvermeidbar
- Geplanter Termin für den Streik an öffentlichen Schulen in ganz Katalonien
Reaktionen von Elternverbänden und der Generalitat
Elternorganisationen haben ihre Besorgnis über die Aussicht auf ein weiteres gestörtes Schuljahr geäußert. Lidón Gasull, Direktorin des Dachverbands der Familienverbände der Schüler Kataloniens (aFFaC), der über 2.400 öffentliche Schul-Elternvertretungen repräsentiert, bekräftigte das Streikrecht der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes, betonte jedoch, dass es seit Monaten keine klaren Zusagen der Behörden gebe, die systemischen Probleme zu beheben. Als Reaktion darauf forderte die katalanische Regierung alle Beteiligten auf, den Zugang der Kinder zu Bildung zu priorisieren. Die Sprecherin der Regionalregierung, Sílvia Paneque, bekräftigte die Bereitschaft der Verwaltung, unterzeichnete Pakte umzusetzen und die notwendigen Mittel zur Stabilisierung des Bildungssektors bereitzustellen.
Wir müssen alles tun, um die Situation zu lösen, wir werden alle Ressourcen und die Umsetzung der Vereinbarung bereitstellen, um dies zu ermöglichen.


