
Kanada besiegt Südafrika 1:0 im ersten K.o.-Spiel der WM 2026
Ein spätes Tor von Stephen Eustáquio brachte Kanada im ersten Achtelfinale der WM 2026 in Los Angeles am Südafrika vorbei.
Historisches erstes Mal für beide Seiten
Kanada und Südafrika eröffneten die K.o.-Phase der WM 2026 mit einem Spiel, das zwar vor dem Anpfiff wenig Glamour versprach, aber für beide Nationen von großer Bedeutung war. Südafrika hatte in drei vorherigen Teilnahmen (1998, 2002, 2010) nie die Gruppenphase überstanden. Kanada, zusammen mit den USA und Mexiko Co-Gastgeber, hatte seit seinem Debüt 1986 kein WM-Spiel mehr gewonnen und bestand seine erste K.o.-Partie überhaupt. Das 1:0 in Los Angeles bescherte den Kanadiern ihren ersten Sieg in einer WM-K.o.-Runde und machte Südafrika zum ersten Team, das in dieser neuen 32er-Phase ausschied.
Taktisches Duell in Los Angeles
Die Partie bot zwei gegensätzliche Spielstile auf. Südafrika baut unter Trainer Hugo Broos typischerweise von hinten über Torhüter Ronwen Williams und die Innenverteidiger auf und sucht dann das Tempo in die Spitze. Kanada setzt unter Jesse Marsch auf ein hohes, aggressives Pressing und Körperlichkeit, um Ballgewinne zu erzwingen. Beide Seiten stellten sich auf die hohen Einsätze ein. Südafrika vermied die riskanten kurzen Abschläge, die ihnen im Gruppenspiel gegen Mexiko Tore gekostet hatten, ließ die Außenverteidiger tiefer stehen und kombinierte horizontaler. Kanada gab Williams und den Abwehrspielern mehr Zeit am Ball und konzentrierte sich darauf, die inneren Passwege zuzustellen. Das Ergebnis war eine enge Angelegenheit mit wenigen klaren Torchancen und einem hohen Stellenwert der Risikovermeidung.
Unser Team hat Herz, es ist eine Gruppe, die immer alles geben wird. Gegen die Schweiz dachte ich in der Halbzeit darüber nach, auf eine Fünferkette umzustellen, um das Spiel zuzumachen. Ich hätte es tun sollen. Ich bin dankbar für all die Energie, die uns unsere Fans gegeben haben, aber jetzt müssen wir nach Los Angeles. Trotzdem sind wir da, wo wir sein wollten, nämlich in der K.o.-Runde.
Eustáquio der Held
Kanada musste auf den verletzten Mittelfeldspieler Ismaël Koné verzichten und ließ Starflügel Alphonso Davies erneut zunächst auf der Bank. Marsch brachte Stephen Eustáquio zurück in die Startelf, um das Mittelfeld zu stabilisieren, das gegen die Schweiz Probleme hatte. Der Mittelfeldspieler vom FC Porto lieferte den entscheidenden Moment und erzielte das einzige Tor, als das Spiel bereits auf eine Verlängerung zusteuerte. Südafrika hatte seine eigenen Gefahren: Oswin Appollis zog von links nach innen, und Makgopa bot einen körperlichen Anker, doch die Bafana Bafana fanden keinen Weg durch.
Wie es weitergeht
Kanada trifft im Achtelfinale auf den Sieger der Partie Niederlande gegen Marokko. Südafrika verabschiedet sich mit dem Trost eines historischen Gruppensieg-Durchbruchs und einer umfassenderen afrikanischen Erfolgsgeschichte: Neun der zehn Vertreter des Kontinents erreichten die K.o.-Phase. Das Turnier wird am Montag fortgesetzt mit Brasilien gegen Japan, Deutschland gegen Paraguay und Niederlande gegen Marokko.


