Kanada bereitet Vergeltungszölle vor, während die USA 50%-Zölle auf Waren im Wert von 20 Milliarden Dollar verhängen
Die Gespräche in Washington zwischen US-amerikanischen und kanadischen Unterhändlern sind am Freitag gescheitert, was 50%-Importzölle der USA auf Produkte von Zement bis Wein auslöste. Premierminister Mark Carney kündigte ab dem 8. September entsprechende Gegenzölle an.
Scheitern der bilateralen Handelsverhandlungen
Die bilateralen Handelsgespräche zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten sind am Freitagabend, dem 21. August 2026, gescheitert, nachdem der kanadische Handelsminister Dominic LeBlanc und der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer drei Tage lang in Washington verhandelt hatten. Die Verhandlungen endeten, nachdem der kanadische Premierminister Mark Carney seine Delegation angewiesen hatte, die Gespräche abzubrechen und nach Ottawa zurückzukehren. Der US-Präsident Donald Trump hatte zuvor auf seiner Plattform Truth Social eine Zollfrist um drei Tage verlängert und behauptet, eine vorläufige Einigung sei erzielt worden, vorbehaltlich der Fertigstellung der Dokumentation. Nach Angaben von zwei mit den Gesprächen vertrauten Quellen, die von Reuters zitiert wurden, stellten die US-Importzölle auf kanadische Fahrzeuge das Haupthindernis während der Verhandlungen dar. Derzeit sind keine weiteren Verhandlungsrunden zwischen den beiden Regierungen geplant.
Die kurzfristigen Änderungen der von den USA vorgeschlagenen Bedingungen waren unfair, unwirtschaftlich und stellen die Zuverlässigkeit jedes Abkommens in Frage.
Durchsetzung und Umfang der US-Zölle
Die Vereinigten Staaten erließen kurz nach Mitternacht am 22. August 2026 Importzölle in Höhe von 50 %, die kanadische Waren im Wert von etwa 20 Milliarden Dollar (rund 17,1 Milliarden Euro) betreffen. Die Zollliste umfasst eine breite Produktpalette, darunter Wein, Möbel, Milchprodukte, Zement, Sperrholz, Elektroausrüstung und Hockeyschläger. Die Maßnahmen betreffen etwa 5 % der jährlichen Exporte Kanadas in die Vereinigten Staaten und kommen zu den bestehenden US-Zöllen auf kanadischen Stahl, Aluminium, Schnittholz und Automobile hinzu. Die Vereinigten Staaten sind Kanadas größter Exportmarkt und nehmen fast 70 % aller kanadischen Auslandssendungen auf; der jährliche bilaterale Waren- und Dienstleistungshandel belief sich im letzten Jahr auf 880 Milliarden Dollar. Trump berief sich auf ein obskures Handelsgesetz aus den 1930er Jahren, um die Maßnahmen zu erlassen, die Kanada für die im Vorjahr erlassenen Vergeltungszölle bestrafen sollten.
- Donald Trump kündigt geplante 50%-Importzölle auf kanadische Waren an
- Trump setzt Zollfrist um drei Tage aus, um Verhandlungen in Washington zu ermöglichen
- Bilaterale Handelsgespräche scheitern, Kanada ruft sein Verhandlungsteam zurück
- USA erlassen um Mitternacht 50%-Zölle auf kanadische Waren im Wert von 20 Milliarden Dollar
- Kanadische Gegenzölle sollen in Kraft treten
Abgelehnter Kompromissentwurf und Streitigkeiten im Automobilsektor
Das Scheitern der Gespräche erfolgte nach wochenlangen Diskussionen, die darauf abzielten, die Zollerhöhung abzuwenden und die Bedingungen für die geplante Neuverhandlung des USMCA-Abkommens zwischen den USA, Kanada und Mexiko festzulegen. Während der Verhandlungen bot Washington an, die bestehenden Zölle auf Stahl und Aluminium von 50 % auf 25 % zu senken und die Autozölle auf 15 % zu reduzieren. Der Entwurf sah auch die Abschaffung eines 10%-Zolls auf kanadisches Schnittholz sowie eine breitere wirtschaftliche und nationale Sicherheitspartnerschaft vor. Trump hat versucht, Kanada zu Handelszugeständnissen zu drängen, um die Produktion und Beschäftigung in die Vereinigten Staaten zu verlagern, und zielt dabei auf eine Automobilindustrie ab, die tief in die nordamerikanische Grenze integriert ist. Die Verhandlungen zerbrachen, als die US-Regierung in letzter Minute Änderungen an den Vertragsbedingungen einführte, die von kanadischen Vertretern abgelehnt wurden.
- Stahl und Aluminium
- 25 %
- Automobile
- 15 %
- Schnittholz
- 0 %
Kanadische Gegenzölle und wirtschaftliche Reaktion
Als Reaktion auf die amerikanischen Maßnahmen kündigte Premierminister Carney an, dass Kanada ab dem 8. September 2026 gegenseitige Importzölle erheben wird. Die kanadischen Zölle werden den US-Zöllen Dollar für Dollar entsprechen und auf US-Produkte wie Milchprodukte, Stahl, Elektronik und Agrarerzeugnisse angewendet. Carney räumte ein, dass die Gegenzölle die Verbraucherpreise in Kanada erhöhen, die Auswahl der Verbraucher einschränken und amerikanische Unternehmen betreffen werden, erklärte jedoch, dass die Reaktion notwendig sei, um einheimische Arbeitnehmer und Unternehmen zu schützen. Ottawa bereitet außerdem finanzielle Hilfspakete für inländische Sektoren vor, die von den US-Abgaben betroffen sind. Es werden rechtliche Anfechtungen gegen das von der Trump-Regierung genutzte Gesetz aus den 1930er Jahren vor Gericht erwartet.
Obwohl die USA Kanada das beste Angebot gemacht haben, das je ein großer Exporteur auf unserem Markt erhalten hat, wurde die sorgfältige Balance, die wir in den letzten Tagen erreicht hatten, durch neue kanadische Forderungen und das Zurückweichen von früheren Zusagen gestört.


