
Jarosław Kaczyński schließt gemeinsame Wahllisten mit Abtrünnigen von Rozwój Plus aus
Der PiS-Vorsitzende Jarosław Kaczyński erklärte in Sulejów, dass Politiker, die für die Abspaltung zur Gründung von Rozwój Plus verantwortlich sind, keine Plätze auf gemeinsamen Wahlzetteln erhalten werden.
Ausschluss von künftigen Kandidatenlisten
Der Vorsitzende von Recht und Gerechtigkeit (PiS), Jarosław Kaczyński, nahm am Samstag, den 29. August 2026, in einer Rede in Sulejów zum inneren Riss innerhalb der polnischen Rechten Stellung. Vor Teilnehmern eines Kongresses der Gazeta-Polska-Clubs schloss Kaczyński kategorisch aus, Schlüsselfiguren, die sich zur Gründung der Gruppierung Rozwój Plus abgespalten hatten, künftige Plätze auf PiS-Wahllisten anzubieten. Kaczyński erklärte, mehrere Politiker in der abtrünnigen Fraktion gingen trotz ihrer derzeit geringen öffentlichen Unterstützung davon aus, dass sie bei künftigen Wahlen gemeinsame Kandidaturen mit der PiS erreichen würden. Er wies diese Aussicht zurück und argumentierte, die Parteiführung könne nicht von loyalen, kontinuierlich vor Ort arbeitenden Aktivisten erwarten, dass sie prominente Platzierungen auf Stimmzetteln an ehemalige Kollegen abtreten, die die Organisation verlassen haben.
Für bestimmte Personen, die eine sehr große Rolle bei der Spaltung der Partei gespielt haben, und wir wissen, wer sie sind, kommt das nicht in Frage.
Vorwürfe des Verrats und der Spaltung der Rechten
Kaczyński bezeichnete die Spaltung innerhalb der konservativen Opposition als einen Akt des Verrats, der nicht nur die innerparteilichen Strukturen, sondern das ganze Land schädige. Er warnte, dass die politische Zersplitterung dazu führen könnte, dass der breitere rechte Block die kommenden Parlamentswahlen verliere. Seiner Einschätzung nach sollten Abgeordnete, die sich in einer schwierigen politischen Phase für die Spaltung der Partei entschieden hätten, unverzüglich die Konsequenzen tragen, indem sie aus der nationalen Politik ausscheiden oder zumindest das verlassen, was er das patriotische Lager nannte. Er betonte, dass die Aufrechterhaltung der organisatorischen Disziplin eine klare Unterscheidung zwischen engagierten Mitgliedern und Abtrünnigen erfordere.
Wie soll ich als Parteivorsitzender meine Kolleginnen und Kollegen davon überzeugen, gute Plätze denen zu überlassen, die Verrat begangen haben? Denn das ist schlichtweg Verrat, der gewöhnlichste Verrat der Welt.
Ursprünge des Parlamentsclubs Rozwój Plus
Die Gründung von Rozwój Plus war das Ergebnis wochenlanger eskalierender Spannungen innerhalb von Recht und Gerechtigkeit, die Ende Juli 2026 ihren Höhepunkt erreichten. Damals stellte Kaczyński ein Ultimatum, das allen PiS-Parlamentariern unter Androhung des Parteiausschlusses abverlangte, ihre Zugehörigkeit zu externen politischen Vereinigungen formell zu widerrufen. Eine Fraktion von mehr als 40 Abgeordneten um den ehemaligen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki, darunter die Abgeordneten Marcin Horała und Krzysztof Lipiec, weigerte sich, die obligatorischen Erklärungen zu unterzeichnen. Diese Abgeordneten argumentierten, dass ihr Engagement eine separate bürgerschaftliche Initiative darstelle und keinen Austritt aus der PiS bedeute. Nachdem die Parteiführung ihre Fälle an die Disziplinarbeauftragten verwiesen hatte, akzeptierten die abweichenden Abgeordneten, dass ihre Parteimitgliedschaft de facto beendet war, und meldeten noch vor Ende Juli ihren eigenen Parlamentsclub unter dem Banner von Rozwój Plus an.
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Politische Reibungen und Wettbewerb auf der Rechten
Während des Kongresses in Sulejów ging Kaczyński auch auf die breitere politische Landschaft ein und wies auf die Taktiken von Ministerpräsident Donald Tusk und der Regierungskoalition hin. Er erklärte, das Regierungslager versuche, den Riss auf der Rechten auszunutzen, indem es die Abgeordneten von Rozwój Plus als verantwortungsbewusst und staatsnah darstelle, während die PiS als staatsfeindliche Kraft porträtiert werde. Kaczyński stellte klar, dass die abtrünnigen Abgeordneten sich zwar nicht formell der Koalition Tusks angeschlossen hätten, ihre separate Existenz aber eine Fragmentierung fördere, die politischen Gegnern nütze. Er bekräftigte, dass die Einheit innerhalb der konservativen Bewegung notwendig sei, um die bevorstehenden Wahlen erfolgreich zu bestreiten und eine weitere Erosion des politischen Einflusses der Opposition zu verhindern.


