Agit Kabayel zum ersten deutschen Schwergewichtsweltmeister seit Max Schmeling gekrönt, nachdem Usyk den WBC-Gürtel niedergelegt hat
Der WBC hat Agit Kabayel zum vollwertigen Champion befördert, nachdem Oleksandr Usyk den Gürtel niedergelegt hat. Damit ist der 33-Jährige der erste deutsche Schwergewichts-Weltmeister seit Max Schmeling im Jahr 1932.
Ein Titel ohne Kampf
Agit Kabayel, der 33-jährige Boxer aus Bochum, erholte sich im Urlaub in Spanien, als er die Nachricht erhielt, die die deutsche Boxgeschichte umschreiben würde. Am Samstag beförderte ihn der Weltboxingrat (WBC) vom Interimschampion zum vollwertigen Schwergewichtsweltmeister, nachdem der vorherige Titelträger Oleksandr Usyk den Gürtel niedergelegt hatte. Die Beförderung macht Kabayel zum ersten deutschen Schwergewichtsweltmeister seit Max Schmeling im Jahr 1932 – eine Lücke von fast 94 Jahren.
17 Jahre harte Arbeit und endlich haben wir das Ziel erreicht. Und der Neue! Jetzt stehen wir in den Geschichtsbüchern. Mit Muhammad Ali, Mike Tyson, Lennox Lewis. Ich kann es immer noch nicht richtig fassen.
Der Weg an die Spitze
Kabayel verdiente sich den Status des Pflichtherausforderers, indem er Anfang 2025 Zhilei Zhang durch K.o. besiegte und den interimsmäßigen WBC-Titel gewann, und verteidigte ihn anschließend mit einem Stopp-Sieg über Damian Knyba in Oberhausen im Januar 2026. Im Februar ordnete der WBC einen Pflichtkampf zwischen ihm und Usyk an, der 2024 die großen Gürtel vereinigt hatte. Aber der 39-jährige Ukrainer, der weithin als einer der größten Schwergewichte gilt, ließ sich nicht auf den Kampf ein.
Natürlich wäre es schön gewesen. Aber ich denke, Usyk sucht mit 39 nicht mehr die sportliche Herausforderung. Es ist nicht leicht, vom Jäger zum Gejagten zu werden. Vielleicht möchte er in seinem Alter nicht mehr gejagt werden und hat diesen Geist nicht mehr.
- Sieg im Interimstitel durch K.o. gegen Zhilei Zhang
- Verteidigt Interimstitel mit Sieg über Damian Knyba in Oberhausen
- WBC ordnet Pflichttitelkampf zwischen Usyk und Kabayel an
- Usyk legt WBC-Schwergewichtstitel nieder
- Kabayel zum vollwertigen WBC-Weltmeister befördert
Reaktion und der Beigeschmack
Der ehemalige deutsche Schwergewichtler Axel Schulz gratulierte Kabayel, bedauerte jedoch, dass der Titel ohne Kampf gewonnen wurde. „Es ist schade für Agit, denn seine letzten drei Kämpfe waren sensationell. Er hat diese Prüfungen beeindruckend bestanden. Weltmeister ohne Kampf zu werden, ist etwas unglücklich“, sagte Schulz der Deutschen Presse-Agentur. Er kritisierte auch die Vielzahl der Verbände und das Fehlen von Free-TV-Übertragungen. Kabayels Manager Lasse Krüger kündigte eine „große Party“ in Bochum mit Fans an, bevor der Boxer in den Ring zurückkehrt.
Was als Nächstes kommt
Krüger sagte der dpa, dass Kabayel seinen Titel im Herbst dieses Jahres verteidigen will, idealerweise im Stadion in Düsseldorf. Verhandlungen mit dem WBC über einen Gegner laufen. Der neue Champion, der eine ungeschlagene Bilanz von 27 Siegen bei null Niederlagen vorweisen kann, wird nun versuchen, seinen Platz neben den Legenden zu festigen, die er in seinem Instagram-Video beschwor.


