
Agit Kabayel nach Usyk-Rücktritt zum WBC-Schwergewichtsweltmeister ernannt – erster Deutscher seit Max Schmeling
Der Weltboxverband WBC hat am Samstag den Schwergewichtstitel an den Deutschen Agit Kabayel vergeben, nachdem Oleksandr Usyk den Gürtel niedergelegt hatte. Damit endet eine 94-jährige Wartezeit auf einen deutschen Champion seit Max Schmeling.
Usyk tritt zurück
Oleksandr Usyk gab am Freitag bekannt, dass er alle seine Schwergewichtstitel niederlegen werde – ein Schritt, der den Weg für die nächste Generation freimacht. „Ich werde alle Gürtel niederlegen, damit die Jungs, die heute darauf warten, darum boxen können“, schrieb Usyk auf Instagram. Der 39-jährige Ukrainer hatte die Gürtel der großen Verbände vereint, aber den WBO-Gürtel bereits im November 2025 abgegeben. Der WBC handelte schnell: Rund 24 Stunden nach Usyks Ankündigung ernannte er den Interims-Titelträger Agit Kabayel zum neuen Weltmeister.
Der Interimshalter rückt nach
Kabayel, 33 oder 34 Jahre alt, aus Bochum, hielt den WBC-Interimsgürtel und verteidigte ihn im Januar mit einem Sieg über den Polen Damian Knyba in Oberhausen. Er ist in 27 Profikämpfen ungeschlagen, 19 davon durch K.o., und hatte wiederholt einen Pflichtkampf gegen Usyk gefordert. Der WBC hatte den Kampf im Februar angeordnet, aber das Duell kam nie zustande. Kabayel sagte gegenüber ntv, er sei teils enttäuscht: „Natürlich wäre es schön gewesen. Aber ich glaube, Usyk sucht mit 39 nicht mehr die sportliche Herausforderung.“
Der Weg des Gürtels in der Zeitleiste zeigt, wie Kabayel ohne Titelkampf zum Champion wurde.
- Oleksandr Usyk legt den WBO-Schwergewichtstitel nieder.
- Agit Kabayel verteidigt den WBC-Interimsgürtel gegen Damian Knyba in Oberhausen.
- Der WBC ordnet einen Titelkampf zwischen Kabayel und Usyk an.
- Usyk kündigt an, alle verbleibenden Schwergewichtsgürtel niederzulegen.
- Der WBC ernennt Kabayel zum neuen Schwergewichtsweltmeister.
Reaktion und Vermächtnis
„Worte können nicht beschreiben, was ich gerade fühle“, schrieb Kabayel auf Instagram und bezog sich dabei auch auf seine kurdische Herkunft. In einem Interview mit der Bild fügte er hinzu: „Ich bin unglaublich stolz, der erste deutsche Schwergewichtsweltmeister seit Max Schmeling zu sein, ihm nach 94 Jahren nachzufolgen. Ich habe das Ziel meiner Träume erreicht.“ Der Erfolg erinnert an Max Schmeling, den einzigen anderen Deutschen, der einen Schwergewichtsweltmeistertitel hielt; er gewann ihn erstmals 1930. Kabayel schließt sich einer kleinen Gruppe von Kämpfern an, die eine Krone ohne einen Sieg im Ring errangen – ein Weg, den unter ähnlichen Umständen auch Ken Norton und Lennox Lewis gingen.
Was als Nächstes kommt
Vom neu gekrönten Champion wird bald eine Pflichtverteidigung erwartet. In den WBC-Ranglisten stehen Tyson Fury, Lawrence Okolie und Moses Itauma ganz oben, und jeder von ihnen könnte als erster Herausforderer Kabayels aufgestellt werden. Kabayel selbst ist ungeschlagen und will beweisen, dass er zur Elite der Division gehört: „Ich hoffe, Deutschland freut sich darüber und sieht in mir einen würdigen Nachfolger von Max Schmeling.“


