
US-Justizministerium genehmigt Paramounts 111-Milliarden-Dollar-Übernahme von Warner Bros. Discovery vorbehaltlos
Das US-Justizministerium erteilte am Freitag die vorbehaltlose kartellrechtliche Genehmigung für den 111-Milliarden-Dollar-Kauf von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance und räumte damit das größte bundesstaatliche Hindernis für einen Deal aus dem Weg, der Hollywood neu gestalten dürfte.
Kartellrechtliches grünes Licht nach achtmonatiger Prüfung
Das US-Justizministerium schloss am Freitag seine achtmonatige Untersuchung ab und stellte fest, dass die 111-Milliarden-Dollar-Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance den Wettbewerb oder amerikanische Verbraucher wahrscheinlich nicht beeinträchtigen wird. Die Kartellbehörde entschied sich, die Fusion nicht anzufechten, und verzichtete auf jede Auflage von Vermögensverkäufen oder Zusagen. Das Ministerium ging noch weiter und erklärte, der Deal werde den Wettbewerb im gesamten Medien- und Unterhaltungsökosystem wahrscheinlich verstärken.
Die Transaktion wird den Wettbewerb oder amerikanische Verbraucher voraussichtlich nicht schädigen … die Fusion dürfte den Wettbewerb im gesamten Medien- und Unterhaltungsökosystem verstärken, mit Vorteilen für Verbraucher und amerikanische Arbeitnehmer.
Die Aktionäre von Warner Bros. Discovery stimmten dem Verkauf im April zu, nachdem Netflix sein konkurrierendes Angebot im Februar zurückgezogen hatte. Es war allgemein erwartet worden, dass Paramount Skydance, geführt von CEO David Ellison, dem Sohn des Milliardärs und engen Vertrauten von Donald Trump, Larry Ellison, die kartellrechtliche Freigabe erhalten würde, wie das Wall Street Journal berichtete.
- Netflix zieht sein Angebot für Warner Bros. Discovery zurück
- Warner-Aktionäre stimmen Verkauf an Paramount Skydance zu
- Britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde leitet Untersuchung ein
- US-Justizministerium erteilt vorbehaltlose Genehmigung
- Von Kalifornien angeführte Staaten erwarten Einreichung einer Kartellklage in diesem Monat
Streaming-Argumentation und Marktdynamik
Das Justizministerium argumentierte, dass Paramount und Warner historisch gesehen späte Einsteiger in den Abonnement-Streaming-Markt seien; ihre kombinierten Plattformen – Paramount+, HBO Max und discovery+ – hätten weniger Abonnenten als Netflix, Amazon Prime und Disney+. Das neue Unternehmen würde daher eine robustere Alternative zu diesen Giganten bieten und den Wettbewerb eher fördern als ersticken. Von NPR zitierte Analysten merkten an, dass das Streaming-Zeitalter die Wettbewerbslandschaft für die traditionellen Hollywood-Studios erweitert habe.
Widerstand in Hollywood und Gefahr auf Bundesstaatsebene
Trotz der bundesstaatlichen Freigabe lehnt ein Großteil Hollywoods die Übernahme ab, da man in einer bereits von Konsolidierungswellen geprägten Branche Massenentlassungen befürchtet. Das Ministerium wies beschäftigungsbezogene Einwände als außerhalb des Kartellrechts liegend zurück. Unterdessen bereitet der kalifornische Attorney General Rob Bonta, der eine Gruppe von etwa zehn Bundesstaaten anführt, eine Kartellklage vor, die noch in diesem Monat eingereicht werden könnte.
Die Übernahme befindet sich noch in laufender Untersuchung.
Europäische Regulierungsbehörden schalten sich ein
Jenseits des Atlantiks kündigte die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) am Dienstag die Einleitung einer Untersuchung der Fusion an, und auch die Europäische Kommission prüft die Vereinbarkeit des Deals mit den EU-Marktregeln. Der zusammengeschlossene Konzern würde Vermögenswerte wie CBS, CNN, Paramount Pictures, Warner Bros. Pictures und Franchises wie Transformers, Harry Potter und Game of Thrones vereinen.


