Junts fordert Aufklärung vom Innenministerium nach Polizeibeschlagnahme katalanischer Flaggen in Elche
Die katalanische Partei Junts reichte im Abgeordnetenhaus Anfragen ein, nachdem Polizeibeamte der Nationalpolizei Estelada-Flaggen beschlagnahmt und einen Barcelona-Fan in Elche festgenommen hatten.
Stadionkonfrontation in Elche
Polizeibeamte der Nationalpolizei beschlagnahmten am Sonntag, den 23. August 2026, katalanische Unabhängigkeitsflaggen, sogenannte Esteladas, von FC-Barcelona-Fans vor dem Estadio Manuel Martínez Valero in Elche. In sozialen Medien veröffentlichte Videoaufnahmen zeigten Bereitschaftspolizisten, die einen jungen Fan und einen weiteren Anhänger aus der Stadionschlange zogen, nachdem sie eine Estelada beschlagnahmt hatten. Als der Anhänger protestierte und einen Beamten konfrontierte, setzten Polizeikräfte Schlagstöcke ein und schlugen ihn. Bis zu vier Beamte drückten den Anhänger zu Boden, versetzten ihm Schlagstockhiebe und einen Faustschlag ins Gesicht und fesselten ihn mit Handschellen, während umstehende Zuschauer applaudierten und die Polizei anfeuerten.
Parlamentarische Anfragen an das Innenministerium
Am Montag, den 24. August 2026, reichte die katalanische, für die Unabhängigkeit eintretende Partei Junts per Catalunya eine Reihe formeller Anfragen an das Innenministerium im spanischen Abgeordnetenhaus ein. Die Parlamentsgruppe forderte Klarstellung über die konkrete rechtliche Grundlage, die es den Beamten erlaubte, die Flaggen vor dem Stadion zu beschlagnahmen. Junts wies darauf hin, dass das spanische Sportgesetz ausdrücklich nur Symbole und Botschaften beschränkt, die zu Gewalt oder Terrorismus aufstacheln, und fragte, ob die Regierung das friedliche Zeigen einer Estelada als verbotene Zuwiderhandlung betrachte. Die Partei erkundigte sich auch, ob das Ministerium spezifische Protokolle zu katalanischen politischen Symbolen von Fans außerhalb Kataloniens erlassen habe, und forderte fünfjährige historische Aufzeichnungen ähnlicher Beschlagnahmungen.
- Polizei beschlagnahmt Estelada-Flaggen und verhaftet einen FC-Barcelona-Fan vor dem Estadio Martínez Valero in Elche.
- Junts-Führungskräfte verurteilen das Polizeieinschreiten auf sozialen Medien öffentlich und bieten rechtliche Unterstützung an.
- Junts reicht formelle Anfragen an das Innenministerium im Abgeordnetenhaus ein.
Untersuchungs- und Beweissicherungsanträge
Die parlamentarische Eingabe konzentrierte sich auch direkt auf das körperliche Verhalten der an der Konfrontation beteiligten Beamten. Junts forderte die Regierung auf, darzulegen, welche konkreten Handlungen des Fans die Anwendung körperlicher Gewalt rechtfertigten und ob der Einsatz den Rechtsgrundsätzen der Verhältnismäßigkeit, Angemessenheit und Erforderlichkeit entsprach. Die Partei fragte das Innenministerium, ob eine interne Untersuchung eingeleitet worden sei und ob die beteiligten Beamten formell identifiziert worden seien. Um eine objektive Überprüfung zu gewährleisten, forderte Junts die sofortige Sicherung aller verfügbaren audiovisuellen Materialien, einschließlich der Bänder der Stadionsicherheitskameras, der Polizeikörperkameras und offizieller Aufnahmen.
Politische Reaktionen und rechtliche Unterstützung
Führungspersönlichkeiten von Junts verurteilten das Polizeivorgehen nach der Verbreitung des Videomaterials öffentlich auf verschiedenen Social-Media-Plattformen. Die Parteisprecherin im Abgeordnetenhaus, Míriam Nogueras, verurteilte das Verhalten der Bereitschaftspolizisten und forderte Zeugen auf, weitere Unterlagen zu dem Vorfall einzureichen, und bot dem festgenommenen Fan rechtliche Unterstützung an.
Diese Tiere müssen für diesen Missbrauch und diese Misshandlung bezahlen.
Junts-Präsident Carles Puigdemont kritisierte ebenfalls das Polizeivorgehen und erklärte, dass Feindseligkeit gegenüber der katalanischen Identität in mehreren spanischen Institutionen existiere.
In einer gesunden Gesellschaft wäre dies unerträglich. In Spanien ist es ein Verdienst.
Die stellvertretende Sprecherin Pilar Calvo wies darauf hin, dass die Estelada kein illegales Symbol sei und keine Gewaltaufstachelung darstelle, und fügte hinzu, dass die Partei wiederholt ähnliche Flaggenentfernungen bei Auswärtsspielen angefochten habe.


