
Cédric Jubillar gesteht Mord an Ehefrau Delphine nach fünf Jahren des Leugnens – Gericht in Toulouse verspricht schnelles Handeln
Cédric Jubillar, 2025 wegen Mordes an seiner Frau Delphine verurteilt, hat in einem Brief an seine Anwälte die Tat gestanden und damit seinen für September angesetzten Berufungsprozess auf den Kopf gestellt. Das Berufungsgericht in Toulouse will nun „schnell handeln“, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.
Das Geständnis
Nach fünf Jahren, in denen er seine Unschuld beteuerte, gab Cédric Jubillar (38) am Montag, den 6. Juli, zu, den Tod seiner Frau Delphine, einer 33-jährigen Krankenschwester, die in der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember 2020 aus ihrem Haus in Cagnac-les-Mines verschwand, verursacht zu haben. Das Geständnis erfolgte in einem handschriftlichen Brief an seine neuen Anwälte Pierre und Guy Debuisson, wie La Dépêche du Midi berichtete. Jubillar war im Oktober 2025 des Mordes für schuldig befunden und zu 30 Jahren Haft verurteilt worden; sein Berufungsprozess sollte am 21. September 2026 in Toulouse beginnen.
Ich hoffe, dass die von Cédric Jubillar gegebenen Antworten es den Kindern des Paares ermöglichen werden, zu trauern, und Delphine ein würdiges Begräbnis zu geben.
Reaktion des Gerichts
Die erste Präsidentin des Berufungsgerichts von Toulouse, Chantal Ferreira, reagierte am Dienstag, den 7. Juli, mit der Aussage, dass „die Gerechtigkeit schnell handeln wird.“ Sie bestellte einen Ermittlungsrichter „mit der Durchführung aller sachdienlichen Maßnahmen zur Wahrheitsfindung“ und merkte an, dass das Gericht noch keinen formellen Antrag auf eine Anhörung von Jubillars Anwälten erhalten habe. Laut BFMTV war der Geständnisbrief bis Dienstag noch nicht an die Richter übermittelt worden, obwohl die Verteidigung ankündigte, dass er „zügig“ übersandt werde.
Die Gerechtigkeit wird schnell handeln.
Verteidigungsstrategie
Jubillars Anwälte gaben an, dass sich das Geständnis in den letzten Wochen allmählich entwickelt habe, da Vertrauen aufgebaut worden sei. Pierre Debuisson sagte, sein Mandant habe „das Bedürfnis zu reden“ gehabt und sei zuvor „psychologisch eingesperrt“ gewesen. Guy Debuisson erklärte gegenüber BFMTV, Jubillar bestreite jede „Tötungsabsicht gegenüber seiner Frau“ und beschrieb einen „ehelichen Streit“, der zu einem „Übermaß an Gewalt“ und Delphines Tod geführt habe. Die Verteidigung wird daher voraussichtlich den Mordvorwurf anfechten und stattdessen für ein geringeres Delikt, etwa tödliche Schläge, plädieren – eine Strategie, die von manchen Kommentatoren mit der Berufung auf ein „Verbrechen aus Leidenschaft“ verglichen wird.
Die verschwundene Leiche
Delphines Leiche wurde trotz umfangreicher Suchaktionen der Gendarmen und einer Bürgerinitiative mit über tausend Teilnehmern nie gefunden. Nach Angaben seiner Anwälte ist Jubillar nun „bereit“, den Ermittlern zu verraten, wo er die Leiche versteckt hat. Der Aufenthaltsort der sterblichen Überreste bleibt die zentrale, noch unbeantwortete Frage.
Kinder und nächste Schritte
Die zwei Kinder des Paares, zum Zeitpunkt des Verschwindens 18 Monate und 6 Jahre alt, werden von Rechtsanwalt Laurent Boguet vertreten. Die Verteidigung hat erklärt, dass die Durchführung des Berufungsprozesses zum geplanten Termin am 21. September „unmöglich“ sei. Sollte eine Vertagung beantragt werden, wird diese an diesem Datum vom Schwurgericht geprüft, allerdings könnte der Vorsitzende Richter auch früher eine Verschiebung anordnen.
- Delphine Jubillar verschwindet aus dem Familienhaus in Cagnac-les-Mines.
- Cédric Jubillar wird des Mordes für schuldig befunden und zu 30 Jahren Haft verurteilt.
- Jubillar gesteht in einem handschriftlichen Brief an seine Anwälte, den Tod seiner Frau verursacht zu haben.
- Die Präsidentin des Berufungsgerichts von Toulouse bestellt einen Ermittlungsrichter und erklärt, die Justiz werde „schnell handeln“.
- Geplanter Beginn von Jubillars Berufungsprozess, der nach dem Geständnis in Frage steht.


