
Leiche der Journalistin Roxana Guzmán in Veracruz gefunden; acht Festnahmen, darunter vier Gemeindepolizisten
Die Überreste von Roxana Guzmán, einer lokalen Journalistin, die am 2. Juni aus ihrem Haus in Nanchital entführt wurde, wurden identifiziert, bestätigte die Staatsanwaltschaft von Veracruz am Freitag. Acht Verdächtige wurden festgenommen, darunter vier Gemeindepolizisten, die beschuldigt werden, der verantwortlichen kriminellen Gruppe logistische Unterstützung geleistet zu haben.
Die Entführung und das Video
Roxana Guzmán, Direktorin des Digitalportals Pulso Informativo Nanchiteco, wurde am Abend des 2. Juni 2026 aus ihrem Haus in Nanchital im Süden von Veracruz verschleppt. Ein 35 Sekunden langes Video verbreitete sich rasch in den sozialen Medien: Zwei maskierte Männer sind zu sehen, wie sie die Haustür mit einem Vorschlaghammer einschlagen, sie dann mit Gewehren eintreten, bevor die Aufnahme abbricht. Das Filmmaterial erregte landesweite Aufmerksamkeit und rief eine Reaktion von Präsidentin Claudia Sheinbaum hervor.
Bestätigung des Todes und Festnahmen
Am 27. Juni wurden Überreste auf einem Grundstück in Moloacán, etwa 20 Kilometer von Nanchital entfernt, gefunden. Forensische Analysen bestätigten in dieser Woche, dass es sich um Guzmán handelte. Der Staatsanwalt des Bundesstaates gab bekannt, dass acht Haftbefehle wegen Mordes vollstreckt worden seien. Unter den Festgenommenen sind Javier Iván „Delta 1“, José del Carmen „Delta 7“, Luis Arturo „Delta 11“ und Karen Monserrat „La Hiena“, die als Komplizin identifiziert wurde. Entscheidend: Vier der Verdächtigen waren zum Zeitpunkt des Verbrechens als Gemeindepolizisten im Dienst.
Sie stellten Ressourcen, Lebensmittel und logistische Unterstützung für die Operationen der kriminellen Gruppe bereit.
Einer der festgenommenen Polizisten, José del Carmen Cadena Escayola, führte die Ermittler nach seiner Festnahme durch Marine- und Polizeieinheiten zur Grabstätte.
Ein tödliches Jahr für die Presse in Veracruz
Guzmán ist die dritte Journalistin, die 2026 im Bundesstaat getötet wurde. Am 8. Januar wurde Carlos Castro, der die Facebook-Nachrichtenseite „Código Norte de Veracruz“ zu Sicherheitsthemen betrieb, in einem Restaurant in Poza Rica erschossen. Am 11. Juni wurde der Kriminalreporter Luis Ángel López Valdez in einem Taxi in derselben nördlichen Stadt erschossen, am Tag als Mexiko die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 eröffnete. Er stand unter offiziellem Schutz, nachdem er Drohungen im Zusammenhang mit seiner Arbeit erhalten hatte.
- Carlos Castro in einem Restaurant in Poza Rica erschossen
- Roxana Guzmán aus ihrem Haus in Nanchital entführt
- Luis Ángel López Valdez in einem Taxi in Poza Rica getötet
- Guzmáns Überreste identifiziert; acht Festnahmen bekannt gegeben
Laut der Staatlichen Kommission für Aufmerksamkeit und Schutz von Journalisten wurden in Veracruz zwischen 2005 und 2024 31 Morde an Journalisten und vier Verschwundene registriert. Reporter ohne Grenzen (RSF) stuft Mexiko in seinem globalen Pressefreiheitsindex auf Platz 122 ein und bezeichnet es als das zweitgefährlichste Land für Reporter nach Palästina.
Dieses Verbrechen bestätigt die Unfähigkeit der Behörden, die Presse zu schützen, und verschlimmert die bereits alarmierende Bilanz von drei in diesem Bundesstaat seit Anfang 2026 getöteten Journalisten.
Nationale Reaktion und Debatte über Kollusion
Die Beteiligung von Gemeindepolizisten hat die Debatte über Verbindungen zwischen Strafverfolgungsbehörden und organisierter Kriminalität neu entfacht. Die zivilgesellschaftlichen Gruppen Article 19 und RSF forderten „dringende Antworten“, um zu verhindern, dass der Fall in Straflosigkeit versinkt. Präsidentin Sheinbaum wies bei Befragung zum breiteren Muster von Verschwindenlassen Vorwürfe staatlicher Mittäterschaft zurück.
In Mexiko gibt es keine staatlich gebilligten Verschwindenlassen.
Die Bundesstaatsanwaltschaft hat die Ermittlungen von den lokalen Behörden übernommen, eine Anordnung, die nach dem öffentlichen Aufschrei über Guzmáns Entführung erging.


