
Whistleblower-Chirurg Emil Jędrzejewski sagt erneut aus: 29-seitiges Protokoll, Staatsanwälte „zufrieden“
Der ehemalige Chirurgiechef des Südkrankenhauses Emil Jędrzejewski unterzog sich heute einer fast zehnstündigen zweiten Vernehmung, die ein 29-seitiges Protokoll hervorbrachte, das die Staatsanwälte als „sehr produktiv“ bezeichneten.
Zweite Vernehmung abgeschlossen
Die Sitzung am Montag begann um 9:00 Uhr und dauerte fast zehn Stunden, durchgeführt in einem klimatisierten Raum mit Aufzeichnung. Jędrzejewski erschien mit seinem Rechtsbeistand Tomasz Jendrasiak, nachdem er sich am 25. Juni geweigert hatte, ohne Vertretung auszusagen. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Piotr Antoni Skiba, teilte Journalisten anschließend mit, dass das 29-seitige Protokoll ohne Einwände angenommen wurde.
Der Arzt beantwortete alle Fragen. Die Staatsanwälte, die die Vernehmung durchführten, sind mit dem, was sie erfahren konnten, zufrieden.
Was der Whistleblower behauptete
In einem Interview mit Kanał Zero am 24. Juni beschrieb Jędrzejewski systemische Mängel in der Notaufnahme des Warschauer Südkrankenhauses. Er behauptete, dass Eingriffe falsch durchgeführt wurden, was zu Komplikationen und dem Tod von mindestens zwei Patienten unter der Aufsicht des damaligen Koordinators Dawid Kacprzyk führte. Der ehemalige Chirurgiechef behauptete zudem, dass Krankenakten gefälscht wurden. Bei seiner ersten Vernehmung am 25. Juni verweigerte er die Aussage ohne Anwalt und reichte lediglich die PESEL-Identifikationsnummern von zwei verstorbenen Patienten ein.
- Jędrzejewski gibt Kanał Zero ein Interview, in dem er Kunstfehler und Patiententode behauptet
- Erste Vernehmung; Jędrzejewski verweigert Aussage ohne Anwalt, reicht PESEL-Nummern ein
- Zweite Vernehmung mit Anwalt Tomasz Jendrasiak; 29-seitiges Protokoll unterzeichnet
Nächste Schritte in den Ermittlungen
Skiba betonte, dass die heutige Aussage die Sicherung zusätzlicher medizinischer und organisatorischer Dokumente des Krankenhauses erforderlich mache. Letzte Woche hatten Ermittler bereits Aufzeichnungen und elektronische Medien beschlagnahmt. Die Zeugenliste wachse, vor allem Krankenhauspersonal betreffend.
Es laufen zwei Ermittlungen: eine wegen Betrugs über 500.000 Złoty und die andere wegen Amtsmissbrauchs durch einen Amtsträger.Auf der Grundlage dieser Aussagen sind weitere Verfahrensschritte geplant.
Dawid Kacprzyk reagiert
Kacprzyk, ein 28-jähriger ehemaliger Stadtrat der Bürgerplattform (Civic Platform), der im letzten Jahr während seiner Facharztausbildung 1,6 Millionen Złoty verdiente, hat den Ermittlern Materialien übergeben, die seinen derzeitigen Aufenthaltsort in Polen angeben, und das, was der Staatsanwalt als „umfangreiche Dokumentation“ beschrieb, gesendet. Sein Anwalt Jacek Dubois veröffentlichte eine Erklärung:
Diese öffentlichen Anschuldigungen sind unwahr, unbegründet und tragen die Merkmale der Verleumdung. Ich habe bereits rechtliche Schritte eingeleitet und die Angelegenheit wird einem ordentlichen Gerichtsverfahren zugeführt werden.
Wer ist Emil Jędrzejewski?
Jędrzejewski absolvierte die Militärmedizinische Akademie in Łódź und erwarb 2010 die Facharztanerkennung für Allgemeinchirurgie. Er arbeitete am Militärmedizinischen Institut in Warschau, bevor er Leiter der Chirurgie am Südkrankenhaus wurde. Neben der Medizin ist er Vorstandsmitglied des Warschauer Tennisclubs Mera, dessen wirtschaftlich Berechtigter er ist, und plante angeblich eine Sportmedizinische Klinik. Seine Kontakte reichen bis in Wirtschafts- und Sportkreise.


