Musik · Kapstadt, Zürich und München

Abdullah Ibrahim, südafrikanischer Jazzpianist, dessen „Mannenberg“ zur Anti-Apartheid-Hymne wurde, stirbt mit 91 Jahren

Der Pianist verband afrikanische Traditionen mit amerikanischem Jazz, um die Apartheid herauszufordern. Er starb friedlich in Deutschland im Alter von 91 Jahren.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von ANSA.it, SRF News, Frankfurter Allgemeine und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Kapstadt, Zürich, München · Südafrika, Schweiz, Deutschland
Wie es dazu kam
  1. Mai 1994Tritt bei der Amtseinführung von Präsident Nelson Mandela auf
  2. 2024Welttournee zum 90. Geburtstag, erstes Konzert in Kapstadt seit fünf Jahren
  3. 15.06.Stirbt friedlich in Deutschland im Alter von 91 Jahren

Frühes Leben und Exil

Adolph Johannes Brand wurde am 9. Oktober 1934 im Stadtteil Kensington von Kapstadt geboren. Mit sieben Jahren begann er mit dem Klavierunterricht, geprägt von seiner Mutter und Großmutter, die beide Kirchenpianistinnen waren. Mit 15 Jahren trat er bereits professionell in Swingbands auf. 1958 gründete er das Dollar Brand Trio, das sich zusammen mit dem Trompeter Hugh Masekela zu den Jazz Epistles weiterentwickelte und 1960 das aufnahm, was als erste Jazzplatte eines schwarzen südafrikanischen Ensembles gilt. Die Schikanen unter der Apartheid zwangen ihn 1962, Südafrika zu verlassen. Er ließ sich in Zürich nieder und spielte im Africana Club, wo Duke Ellington ihn im Februar 1963 hörte und zu seinem Mentor wurde.

Konversion und die Geburt einer Hymne

1968 konvertierte Brand zum Islam und nahm den Namen Abdullah Ibrahim an. Sechs Jahre später nahm er das fast 14-minütige Stück „Mannenberg“ auf, benannt nach einem Kapstädter Township, das durch Zwangsumsiedlungen entstanden war. Die Melodie, die Gospel, Folk und Jazz miteinander verbindet, wurde zum Schlachtruf des Widerstands. Ibrahim erinnerte sich später:

„Wir jungen Leute lebten unter diesem schrecklichen Regime, das uns aufgezwungen wurde, der Apartheid. Alles wurde uns verwehrt. Aber was sie uns nicht nehmen konnten, war der Zugang zu uns selbst. Wir spielten unsere Musik und überwanden die Grenzen, die sie uns auferlegen wollten.“

Abdullah Ibrahim, südafrikanischer Jazzpianist und Komponist

Die Platte wurde zur inoffiziellen Nationalhymne der Anti-Apartheid-Bewegung. Ihre Reichweite reichte über Südafrika hinaus; es kursierten Geschichten, dass sie sogar politische Gefangene auf Robben Island erreichte.

Mandelas Amtseinführung und weltweite Anerkennung

1994 trat Ibrahim bei der Amtseinführung Nelson Mandelas als erstem schwarzen Präsidenten Südafrikas auf und gründete eine Jazzschule in Kapstadt. In einer Karriere von mehr als sieben Jahrzehnten nahm er über 70 Alben auf und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2019 den Jazz Masters Award des National Endowment for the Arts der Vereinigten Staaten. Seinen 90. Geburtstag feierte er 2024 mit einer Welttournee, die ihn zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder nach Kapstadt führte.

Letzte Jahre in Deutschland

Nach jahrzehntelangem Exil, zuletzt im Chiemgau nahe München, starb Ibrahim am 15. Juni 2026 friedlich im Alter von 91 Jahren, umgeben von seiner Familie, nach kurzer Krankheit. Seine Partnerin Marina Umari sagte:

„Abdullah starb friedlich mit Südafrika und seinen Menschen im Herzen. Seine Liebe zu seinem Land hat nie nachgelassen, egal in welchem Teil der Welt er sich befand.“

Dr. Marina Umari

Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa würdigte ihn als „einen Kulturaktivisten, der gegen die Apartheid kämpfte“ und mit seiner musikalischen Brillanz und seinem Engagement für eine bessere Welt das Leben bereicherte.

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