Fußball · Arlington
Japanische Fans reinigen Stadion in Dallas nach 2:2-Unentschieden gegen die Niederlande – eine Tradition seit 1998
Nachdem Daichi Kamada in der 88. Minute den Ausgleich zum 2:2 im WM-Auftaktspiel Japans gegen die Niederlande erzielt hatte, blieben die Fans im AT&T Stadium in Arlington, Texas, auf ihren Plätzen, um mit den blauen Plastiktüten, die sie zum Spiel mitgebracht hatten, den Müll aufzusammeln.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von iDNES.cz, Berliner Zeitung, Seznam Zprávy und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Wenige Minuten nach dem Schlusspfiff nutzten japanische Anhänger blaue Plastiktüten, um den Müll von den Rängen zu entfernen, wie sie es bei jeder Weltmeisterschaft seit 1998 getan haben.
Das internationale Publikum wurde erstmals 1998 in Frankreich auf diese Praxis aufmerksam; sie wurde bei jedem Turnier seitdem wiederholt, einschließlich Russland 2018 und Katar 2022.
Japanische Kinder reinigen täglich ihre Klassenzimmer, eine Lektion, die sich auf das Verhalten der Fans bei großen Sportereignissen überträgt; ein bekanntes Sprichwort lautet: ‚Ein Vogel hinterlässt keinen Schmutz‘.
Das Spiel endet, die Aufräumarbeiten beginnen
Das Spiel selbst war ein Krimi: Die Niederlande gingen zweimal in Führung, doch Japan antwortete jedes Mal, wobei Daichi Kamadas später Treffer in der 88. Minute einen Punkt sicherte. Wenige Minuten nach dem Schlusspfiff holten die Fans der „Samurai Blue“ die blauen Plastiktüten hervor, mit denen sie zuvor gejubelt hatten, und begannen methodisch, Becher, Verpackungen und anderen Abfall von den Rängen zu sammeln. Das Personal des AT&T Stadiums erklärte, dass dieser Einsatz die Reinigungsarbeiten nach dem Spiel erheblich erleichtert habe.
„Uns wird beigebracht, dass wir einen Ort sauberer verlassen sollten, als wir ihn vorgefunden haben. In der Schule zum Beispiel reinigen wir unsere Klassenzimmer selbst, ohne dass der Lehrer uns dazu auffordern muss.“
Eine Tradition, die bis 1998 zurückreicht
Das Ritual erregte erstmals bei der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich internationale Aufmerksamkeit, als Japan zum ersten Mal an einem Endrundenturnier teilnahm. Bei jeder Weltmeisterschaft seitdem – Südafrika, Brasilien, Russland, Katar und nun die Vereinigten Staaten – haben die japanischen Anhänger ihre Bereiche blitzsauber hinterlassen.
In Russland 2018 reinigten sie die Tribünen sogar nach einer schmerzhaften Niederlage im Achtelfinale gegen Belgien. Auch die Spieler hinterließen ihre Kabine makellos und legten eine handgeschriebene Dankesnotiz auf Russisch dazu. Bei der WM 2022 in Katar sah man Fans, die nach Siegen gegen Deutschland und Spanien aufräumten, und sogar bei Spielen, an denen Japan gar nicht beteiligt war.
Woher es kommt
Beobachter führen diesen Drang auf ein Fundament der japanischen Erziehung zurück. Kinder reinigen von der Grundschule an täglich ihre eigenen Klassenzimmer, Flure und Gemeinschaftsräume, was ein Verantwortungsbewusstsein für öffentliche Räume vermittelt.
„Japanische Sportfans verhalten sich bei internationalen Veranstaltungen ähnlich wie zu ihrer Schulzeit, als sie lernten, Verantwortung für ihre Umgebung zu übernehmen.“
Der Soziologe Masachi Ohsawa verweist auf eine Mischung aus sozialer Verantwortung und Gruppendruck: „Japaner zeigen tendenziell wenig Interesse an groß angelegter Gerechtigkeit – globale Ungleichheit, Konflikte, Klimawandel –, sind aber extrem sensibel für moralische Erwägungen im kleinen Rahmen. Wenn sie mit Menschen im selben Raum interagieren, verspüren sie den starken Wunsch, keine Probleme oder Unannehmlichkeiten zu verursachen.“
Fans zitieren oft das Sprichwort „tatsu tori ato wo nigosazu“ – grob übersetzt: „Ein Vogel hinterlässt keinen Schmutz“ – als Motto.
Ein Gastauftritt aus der NFL
Die Bilder gingen erneut viral, als der Quarterback der New York Giants, Jameis Winston, der als WM-Korrespondent für FOX Sports in Dallas war, gefilmt wurde, wie er in einem Japan-Trikot mit seinem Namen und der Nummer 4 den Fans beim Müllsammeln half.
„Er ist ein Mann des Volkes. Zeigen Sie mir einen Erstrunden-Draft-Pick in der NFL-Geschichte, der seinen eigenen Müllsack nimmt und das Innere eines Stadions reinigt.“
Winston hatte sich zuvor bei den niederländischen Fans beliebt gemacht, indem er in deren Mannschaftsbus nach Dallas mitfuhr und die Anhänger der Niederlande als „die größte Armee“ bezeichnete.
Auch die Kabine ist sauber
Die japanischen Spieler taten es ihnen gleich. Reporter bemerkten, dass in ihrer Kabine nach dem Spiel Handtücher und Trainingsleibchen ordentlich gestapelt waren und die Trikots gefaltet am Eingang lagen – ein stilles Echo des Rituals der Fans nach dem Spiel.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- iDNES.czNejdřív fotbal, potom odpadky. Japonští fanoušci po remíze opět uklízeli stadion
- Berliner ZeitungJapan-Fans räumen bei der WM das Stadion auf - Tradition seit 1998
- Seznam ZprávyJaponští fanoušci si vzali na stadion pytle, po zápase po sobě uklidili
- FocusNach Holland-Spiel: Video zeigt, wie Japan-Fans das Station in Dallas säubern
- Daichi Kamada
- Japanischer Mittelfeldspieler, der den Ausgleichstreffer in der 88. Minute gegen die Niederlande erzielte
- Jameis Winston
- Quarterback der New York Giants, der den Fans beim Reinigen des Stadions half, während er als WM-Korrespondent für FOX Sports arbeitete
- Eita Tanaka
- Japanischer Fan, der nach dem Spiel interviewt wurde und die kulturellen Wurzeln der Aufräumaktion erklärte
- Futo Hagiwara
- Japanischer Fan, der die Aufräumaktion als spirituelle Haltung beschrieb
- Masachi Ohsawa
- Soziologe und Philosoph, der die japanische Sensibilität für moralische Erwägungen im kleinen Rahmen erklärte
- Koichi Nakano
- Politikwissenschaftler und Historiker, der die Reinigungstradition mit den Gewohnheiten aus der Schulzeit verknüpfte
- Rob Stone
- FOX Sports-Kommentator, der scherzte, dass Jameis Winston beim Reinigen des Stadions half
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