
Niederländischer Flüchtiger Jan G. in Deutschland nach tödlichem Bandenangriff in Overasselt festgenommen
Die deutsche Polizei hat den 28-jährigen Jan G. nahe Soest festgenommen im Zusammenhang mit einem Kokainfund von 3.857 Kilogramm in Dünkirchen und einem tödlichen Bandenangriff auf sein Anwesen in Overasselt am 1. September.
Festnahme auf der Autobahn A44
Die deutsche Polizei hat den 28-jährigen Jan G. am Freitag, den 18. September 2026, auf Ersuchen der niederländischen Behörden festgenommen. Die Festnahme erfolgte auf einem Parkplatz an der Autobahn A44 nahe der deutschen Stadt Soest, östlich von Dortmund und etwa zwei Autostunden von Overasselt entfernt. Jan G. war nach einem bewaffneten Angriff auf sein Anwesen Anfang September untergetaucht. Die niederländische Staatsanwaltschaft hat seine Auslieferung beantragt, um ein Strafverfahren einzuleiten. Sein Anwalt Ralph Takens erklärte am Freitag, er könne noch nicht bestätigen, ob es sich bei dem Festgenommenen um seinen Mandanten handele.
Der bewaffnete Angriff in Overasselt
Die Fahndung geht auf einen Angriff am 1. September 2026 auf Jan G.s Anwesen an der Ewijkseweg im niederländischen Dorf Overasselt zurück. Videoaufnahmen vom Tatort zeigten eine Gruppe von Dutzenden Männern, die mit Pistolen und Sturmgewehren bewaffnet aus einem Bus ausstiegen und auf das Anwesen zumarschierten. Die Angreifer erschossen den 51-jährigen Sicherheitsmann Berry Leenders aus Wijchen, der in seinem Auto saß und das Anwesen bewachte. Anschließend lieferten sich die Täter ein Feuergefecht mit eintreffenden Polizeibeamten, wobei zwei Polizisten verletzt wurden, bevor sie flohen. Jan G. gelang während der Schießerei die Flucht durch die Hintertür.
- Bewaffnete Angreifer überfallen Jan G.s Anwesen in Overasselt, töten den Wachmann Berry Leenders und verletzen zwei Polizeibeamte.
- Niederländische Polizei in Dordrecht nimmt einen Verdächtigen fest, der mit einer bevorstehenden Kokainimportoperation in Verbindung steht.
- Französischer Zoll fängt fast 3.900 Kilogramm Kokain aus Ghana im Hafen von Dünkirchen ab.
- Ein 23-jähriger niederländischer Verdächtiger wird in Belgien festgenommen, bevor er an die Niederlande ausgeliefert wird.
- Deutsche Polizei nimmt Jan G. an einem Rastplatz der Autobahn A44 nahe Soest fest.
Beschlagnahme in Dünkirchen und die Kokain-Spur
Die Ermittler verdächtigen Jan G. der Beteiligung an dem Versuch, fast 4.000 Kilogramm Kokain (genauer 3.857 Kilogramm) in die Niederlande zu schmuggeln. Der französische Zoll fing die Drogen am Montag, den 7. September 2026, im Hafen von Dünkirchen ab, in einem Container voller Plastikmüll, der aus Ghana stammte und für Antwerpen bestimmt war. Der Straßenverkaufswert der Lieferung wurde auf rund 225 Millionen Euro geschätzt. Bereits am 4. September 2026, drei Tage vor dem Fund in Dünkirchen, hatte die niederländische Polizei in Dordrecht einen Verdächtigen festgenommen, der mit demselben Transport in Verbindung stand. Die ghanaischen Behörden nahmen am Wochenende ebenfalls drei Männer im Zusammenhang mit der Lieferung fest, darunter den 34-jährigen Desmond C. aus Amsterdam, den ghanaische Beamte als einen Verbündeten des flüchtigen Drogenhändlers Jos Leijdekkers identifizierten. In kriminellen Kreisen wurde Leijdekkers, bekannt als „Bolle Jos“, mit einem Streit mit Jan G. um gestohlenes Kokain in Verbindung gebracht, obwohl Leijdekkers jede Beteiligung über seinen Rechtsbeistand bestritt.
Gerichtsverfahren und laufende Ermittlungen
Die niederländischen Behörden haben 36 Verdächtige im Zusammenhang mit der Gewalt in Overasselt ins Visier genommen, von denen sich derzeit 33 Personen in Untersuchungshaft befinden, darunter zwei Minderjährige. Ein 23-jähriger Niederländer, der am 9. September 2026 in Belgien festgenommen und später an die Niederlande ausgeliefert wurde, erschien am Freitag vor einem Ermittlungsrichter und erhielt eine zweiwöchige Haftanordnung. Unterdessen verlängerte das Gericht in Arnheim die Untersuchungshaft von 32 Verdächtigen um 90 Tage, während ein belgischer Verdächtiger freigelassen wurde, nachdem erste Ermittlungsergebnisse ihn nicht am Tatort nachweisen konnten. Drei parallele strafrechtliche Ermittlungen sind im Gange: eine zu den Mord- und versuchten Totschlagvorwürfen vom 1. September, eine zweite zur Suche nach den Drahtziehern, die die bewaffnete Gruppe anführten, und eine dritte zur beschlagnahmten Kokainlieferung.
Frühere kriminelle Vergangenheit in Gelderland
Jan G. und sein Vater gerieten erstmals 2019 ins Visier der Polizei, nachdem ein Brand auf ihrem Anwesen in Overasselt ein Amphetaminlabor freigelegt hatte, das die Familie nach eigenen Angaben von Mietern errichtet worden war, während sie im Urlaub waren. Im März 2021 richtete Jan G. an einer Werft in Angeren eine MDMA-Produktionsstätte ein. Die Kommunikation bezüglich dieser Anlage erfolgte über das verschlüsselte ANOM-Netzwerk, eine Plattform, die verdeckt vom FBI betrieben wurde, was etwa zwei Monate nach Betriebsaufnahme zu seiner Festnahme führte.


