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Makroökonomie·8. Juli

IWF senkt deutsche Wachstumsprognose auf 0,7 %, da der Iran-Krieg die Energiepreise 25 % über dem Vorkriegsniveau hält

Der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsprognose für Deutschland für 2026 auf 0,7 % gesenkt und führt dies auf die Belastung durch gestiegene Energiepreise nach dem Iran-Konflikt und der Blockade der Straße von Hormus zurück.

Wachstumsabstufungen für Deutschland

Die deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr voraussichtlich nur um 0,7 % wachsen, teilte der IWF in seiner aktuellen Aktualisierung des World Economic Outlook mit. Das sind 0,1 Prozentpunkte weniger als die April-Prognose. Für 2027 senkte der Fonds seine Schätzung um 0,2 Punkte auf 1,0 %. Die Revision deckt sich mit ähnlich pessimistischen Prognosen der Bundesregierung, ihres Sachverständigenrates und der Bundesbank, die für 2026 allesamt nur ein Wachstum von 0,5 % sehen. Im Jahr 2025 erkämpfte sich Deutschland mühsam ein Wachstum von 0,2 % und vermied damit knapp das dritte Rezessionsjahr in Folge.

Weltweite und Euroraum-Aussichten

Die weltweite Produktion wird nun für 2026 ein Wachstum von 3,0 % verzeichnen, eine Senkung um 0,1 Punkte gegenüber April, nach zwei Jahren mit 3,5 % Wachstum. Der IWF hob seine globale Prognose für 2027 um 0,2 Punkte auf 3,4 % an und setzt auf eine Erholung, sobald die Straße von Hormus wieder geöffnet ist. Der Euroraum wird voraussichtlich in diesem Jahr um 0,9 % wachsen (minus 0,2 Punkte) und im nächsten Jahr um 1,2 %. Die Vereinigten Staaten, China und Indien bleiben die Hauptmotoren der globalen Expansion.

IWF-Wachstumsprognosen: 2026 vs. 2027 · %
Deutschland 2026
0,7
Deutschland 2027
1
Euroraum 2026
0,9
Euroraum 2027
1,2
Welt 2026
3
Welt 2027
3,4
Deutschland 2026
0.7 %
Deutschland 2027
1 %
Euroraum 2026
0.9 %
Euroraum 2027
1.2 %
Welt 2026
3 %
Welt 2027
3.4 %

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Energieschock und Inflation

Die Energiepreise liegen nach Angaben des IWF etwa 25 % über dem Vorkriegsniveau. Die Straße von Hormus, ein kritischer Engpass für Öl- und Gastransporte, ist seit Ende Februar weitgehend blockiert, als die USA und Israel den Iran angriffen und Teheran gegen Israel und die Golfstaaten Vergeltung übte. Eine brüchige Waffenruhe und eine Rahmenvereinbarung zwischen Washington und Teheran hatten die Märkte etwas beruhigt, doch am Dienstag verhängten die USA erneut Sanktionen gegen iranisches Öl, was sofortige Preissteigerungen an den Rohölmärkten auslöste.

Die Energiepreise liegen etwa 25 Prozent über dem Vorkriegsniveau.

— Internationaler Währungsfonds

Die globale Gesamtinflation stieg im Mai den dritten Monat in Folge. Der IWF rechnet nun für 2026 mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 4,7 %, gegenüber den im April prognostizierten 4,4 %. Für 2027 sieht er 3,9 %, immer noch fast doppelt so hoch wie das 2 %-Ziel und 0,2 Punkte über der vorherigen Prognose. Die Zentralbanken in den USA und im Euroraum werden daher ihre Leitzinsen voraussichtlich weitgehend stabil halten; die Federal Reserve hielt ihren Leitzins zuletzt bei 3,5–3,75 %.

Handel, KI und der fragile Weg nach vorn

Der weltweite Handel mit Waren und Dienstleistungen wird in diesem Jahr voraussichtlich nur um 3,5 % wachsen, nach 5 % im Jahr 2025, bevor er sich 2027 auf 4,3 % erholt. Der IWF geht davon aus, dass die Straße von Hormus ab Mitte Juli wieder nutzbar sein wird und dass die Vorkriegsbedingungen bis März 2027 wiederhergestellt sein werden, warnte jedoch, dass die Waffenruhe nach den jüngsten gegenseitigen Angriffen fragil bleibt.

Die Weltwirtschaft hat den Schock des Krieges besser überstanden als befürchtet.

— Internationaler Währungsfonds

Fortschritte in der künstlichen Intelligenz bieten einen teilweisen Ausgleich. Der IWF stellte fest, dass Hardware-Exportländer wie Südkorea und Taiwan dank der Einführung von KI-Modellen deutliche Wachstumssprünge verzeichnen.

Schlüsselereignisse seit Ausbruch des Iran-Krieges
  1. 28. Feb. 2026USA und Israel greifen den Iran an; Iran vergeltet und blockiert die Straße von Hormus.
  2. 15. Apr. 2026IWF veröffentlicht vorherigen World Economic Outlook mit höheren Wachstumsprognosen.
  3. 31. Mai 2026Die globale Gesamtinflation steigt den dritten Monat in Folge.
  4. 7. Juli 2026USA verhängen erneut Sanktionen gegen iranisches Öl und treiben die Rohölpreise in die Höhe.
  5. 8. Juli 2026IWF veröffentlicht aktualisierte Prognosen und senkt das Wachstum für Deutschland und die Welt für 2026.
  6. Mitte Juli 2026IWF erwartet, dass die Straße von Hormus wieder nutzbar wird.
  7. 31. März 2027Vorkriegsbedingungen in der Straße sollen wiederhergestellt sein.
Berlin · Washington, D.C.
Washington, D.C.United StatesIndia

4 Quellen

  • Folge des Iran-Kriegs: IWF rechnet mit noch schwächerem Wachstum in Deutschland
    Frankfurter Allgemeine·8. Juli
  • Wirtschaftskrise: IWF rechnet mit noch schwächerem Wachstum in Deutschland und senkt Prognose
    DIE WELT·8. Juli
  • USA, China und Indien vorn: IWF rechnet erst für nächstes Jahr mit mehr Wachstum
    N-tv·8. Juli
  • Internationaler Währungsfonds: IWF senkt Wachstumsprognose für Deutschland
    ZEIT ONLINE·8. Juli

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