
EU droht Italien: Entscheidung über 14,9 Mrd. Euro SAFE-Verteidigungskredite binnen eines Monats oder Verlust
Die Europäische Kommission hat Rom mitgeteilt, dass es bis Ende Juli seine zugewiesenen 14,9 Milliarden Euro aus dem SAFE-Verteidigungsprogramm bindend zusagen muss, andernfalls das Geld an andere Mitgliedstaaten umverteilt wird.
EU-Ultimatum
Die Europäische Kommission hat Italien gewarnt, dass es „einen Monat" Zeit habe, über die Nutzung seiner zugewiesenen 14,9 Milliarden Euro aus dem SAFE-Darlehensprogramm für Verteidigung zu entscheiden, andernfalls die Mittel an andere Mitgliedstaaten umverteilt würden. Ein hochrangiger EU-Vertreter sagte gegenüber ANSA, dass „bald Klarheit nötig sei" und verwies auf großes Interesse aus anderen Hauptstädten. Die Warnung ist rechtlich nicht bindend – die SAFE-Verordnung erlaubt die Umverteilung ungenutzter Mittel bis zum 31. Dezember 2026 –, aber Brüssel drängt Rom, vor dem Sommer zu handeln.
Roms interne Debatte
Wirtschaftsminister Giancarlo Giorgetti erklärte, die Entscheidung werde „spätestens bis September" fallen, und verknüpfte sie mit dem breiteren Haushaltsrahmen und dem möglichen Austritt Italiens aus dem EU-Defizitverfahren. Verteidigungsminister Guido Crosetto räumte die Spannungen ein: „Giancarlo weiß genau, was ich möchte, und ich weiß genau, was er tun kann. Bei SAFE hängt es von den Möglichkeiten ab, die er hat." Crosetto fügte hinzu, dass er erwarte, dass die jährliche Erhöhung der Verteidigungsausgaben um 0,15 % des BIP, die in diesem Jahr aufgrund des Defizitverfahrens ausgefallen sei, im nächsten Haushalt nachgeholt werde.
Was auf dem Spiel steht
Sollte Italien die SAFE-Darlehen verlieren, müssten mehrere Beschaffungsprogramme gekürzt werden. Das Heeres-Panzerschutzsystem, ein 15-Milliarden-Euro-Projekt für 1.050 Fahrzeuge, das von Leonardo und Rheinmetall entwickelt wird, hatte 8,4 Milliarden Euro an nationalen Mitteln und war auf SAFE für den Rest angewiesen. Ein Logistikschiff der Vulcano-Klasse von Fincantieri, bei dem in Castellammare di Stabia schätzungsweise 1.500 Arbeitsplätze gefährdet sind, ist ebenfalls unsicher. Das Luftverteidigungssystem Samp/T NG, das zusammen mit Frankreich verfolgt wird, könnte ohne Italien fortgeführt werden, wenn Rom weiter zögert.
Status des SAFE-Programms
SAFE (Sicherheitsaktion für Europa) ist ein EU-Instrument im Wert von 150 Milliarden Euro, das 45-jährige Darlehen mit einer tilgungsfreien Zeit von 10 Jahren für gemeinsame Verteidigungsbeschaffung bietet. Es trat am 29. Mai 2026 in Kraft. Achtzehn Mitgliedstaaten haben ihre Programme genehmigen lassen; neun haben Exekutivabkommen unterzeichnet. Polen erhielt am 29. Mai als erstes Land eine Zahlung (6,6 Milliarden Euro seiner Zuteilung von 43,7 Milliarden Euro). Lettland unterzeichnete am vergangenen Samstag seine Tranche von 3,5 Milliarden Euro. Zypern und Polen haben bereits Gelder erhalten. Ungarn unter dem neuen Ministerpräsidenten Peter Magyar definiert seine Teilnahme noch neu, nachdem der Plan der vorherigen Regierung blockiert worden war.
- Italiens SAFE-Programm in der zweiten Tranche der Mittelzuteilung genehmigt
- SAFE-Verordnung tritt in Kraft; Polen erhält erste Zahlung von 6,6 Milliarden Euro
- Lettland unterzeichnet Exekutivabkommen über 3,5 Milliarden Euro
- Informelle EU-Frist für Italiens Entscheidung über SAFE-Mittel
- Giorgettis erwarteter Entscheidungszeitplan
- Rechtliche Frist für Umverteilung ungenutzter SAFE-Mittel
Zeitplan und nächste Schritte
Die Kommission schließt noch Verträge mit anderen Hauptstädten ab. Italien, Spanien und Portugal gehören zu den Nachzüglern bei der Einreichung der erforderlichen Darlehensbedingungen. Während dieiberischen Länder Brüssel keine Sorgen bereiten, befürchtet die Kommission, dass Rom seinen Antrag reduzieren könnte – Pressemeldungen über einen möglichen Kürzung um 10 Milliarden Euro wurden nie mit EU-Beamten besprochen. Giorgetti deutete eine mögliche „Überraschung" in Bezug auf das Defizitverfahren an und sagte: „Die Wahrscheinlichkeiten sind nicht sehr hoch, aber ich hoffe weiterhin." Der NATO-Gipfel in Ankara erwartet „glaubwürdige" Wege zum Ziel von 5 % des BIP für Verteidigung bis 2035.
- Polen
- 43.7 Mrd. €
- Italien
- 14.9 Mrd. €
- Lettland
- 3.5 Mrd. €


