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Einzelsport·vor 1 Std.

Drei Italiener erreichen erstmals Viertelfinale der French Open und sichern einen Halbfinalisten

Matteo Berrettini, Matteo Arnaldi und Flavio Cobolli haben alle das Achtelfinale in Roland Garros erreicht – zum ersten Mal in der Geschichte haben drei italienische Männer das Viertelfinale desselben Grand-Slam-Turniers erreicht.

Ein historisches Viertelfinale

Zum ersten Mal in der Geschichte haben drei italienische Männer das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers erreicht. Matteo Berrettini, Matteo Arnaldi und Flavio Cobolli gewannen alle ihre Achtelfinalmatches in Roland Garros und bereiten damit zwei Viertelfinalbegegnungen am Mittwoch vor. Die Auslosung garantiert mindestens einen Italiener im Halbfinale, da Berrettini und Arnaldi in der Nachtsession aufeinandertreffen. Cobolli, in derselben Hälfte des Tableaus, spielt früher am Tag gegen den Kanadier Felix Auger-Aliassime.

Es ist einfach gut für das italienische Tennis.

Diese Leistung kommt trotz des überraschenden Zweitrundenaus von Weltranglistenerstem Jannik Sinner und des verletzungsbedingten Fehlens des Halbfinalisten von 2025, Lorenzo Musetti, zustande. Die Tiefe des italienischen Tennis zeigte sich auch im Doppel, wo Simone Bolelli und Andrea Vavassori zwei Matchbälle abwehrten und das Halbfinale erreichten.

Arnaldis Marathonweg

Matteo Arnaldis Weg ins Viertelfinale war von außergewöhnlicher Ausdauer geprägt. Sein Achtelfinalsieg über Frances Tiafoe dauerte fünf Stunden und 26 Minuten – ein Match, das er als mehr als nur das Schlagen des Balls beschrieb. „Es ging nicht mehr nur darum, den Ball zu treffen, sondern darum, über die Grenzen hinauszugehen“, sagte Arnaldi nach dem Match mit glänzenden Augen. Der Sieg folgte auf drei weitere lange Kämpfe: vier Stunden und eine Minute gegen Griekspoor, drei Stunden und 26 Minuten gegen Tsitsipas und vier Stunden und 58 Minuten gegen Collignon.

Ich habe hier mehr gespielt als im Rest des Jahres. Ich kann wirklich nicht glauben, dass ich noch im Turnier bin.

Arnaldi kam mit einer Fußverletzung ins Turnier, die ihn monatelang außer Gefecht gesetzt hatte. Sein Trainer Fabio Colangelo bemerkte, dass Arnaldi während des Tiafoe-Matches immer noch unter Schmerzen aufgrund eines Mikrorisses im linken Fuß litt.

Cobollis Durchbruch

Flavio Cobolli hatte noch nie ein Match auf einem Center Court eines Grand Slams gewonnen, bevor er im Achtelfinale den Amerikaner Learner Tien in glatten Sätzen besiegte. Der 24-Jährige führt Italiens Davis-Cup-Erfolg darauf zurück, dass er auf Drucksituationen vorbereitet wurde. Cobolli sicherte im vergangenen November in Bologna den entscheidenden Punkt für Italiens dritten Davis-Cup-Titel in Folge.

Der Davis Cup hat mir geholfen, mit dem Druck in Matches umzugehen, bei denen viel auf dem Spiel steht.

Cobolli wuchs sowohl mit Tennis als auch mit Fußball auf, durchlief die Jugendakademie von Roma zusammen mit aktuellen Profis wie Riccardo Calafiori und Edoardo Bove, bevor er sich vollständig für Tennis entschied. Er verfolgt den Fußball immer noch intensiv und sah sich am Abend vor seinem Erstrundenmatch in Paris das letzte Serie-A-Spiel von Roma an.

Berrettinis Wiederaufstieg

Matteo Berrettini kam als Nummer 105 der Welt nach Roland Garros, hat sich aber zurück in die Spitzengruppe gekämpft. Sein Weg beinhaltete einen dramatischen 15-13-Sieg im Super-Tiebreak über Comesaña. Der Viertelfinaleinzug garantiert seine Rückkehr in die Top 50, und ein Sieg über Arnaldi würde ihn in die Nähe der Top 20 bringen. Trotz seiner Erfolge auf Sand bleibt Rasen Berrettinis Lieblingsbelag, auf dem er vier ATP-Titel gewann und 2021 das Wimbledon-Finale erreichte. Sein aktuelles Ranking bedeutet jedoch, dass er drei Plätze außerhalb der direkten Entry-List für Wimbledon liegt und möglicherweise die Qualifikation oder eine Wildcard benötigt.

Ein Team jenseits des Davis Cups

Die Kameradschaft unter den italienischen Spielern war ein wiederkehrendes Thema. Cobolli wünschte beiden Matteos vor ihren Achtelfinalmatches öffentlich Glück. Nach seinem eigenen Sieg umarmte Berrettini Arnaldi im Korridor, der zur Umkleidekabine führt. Filippo Volandri, Italiens Davis-Cup-Kapitän, war während der Matches ständig präsent.

Den Davis Cup gewinnen zu können, auch wenn Jannik nicht spielt, zeigt, wie groß die Tiefe dort ist.

FITP-Präsident Angelo Binaghi erklärte die Ergebnisse als Beweis dafür, dass Italien die stärkste Tennisnation der Welt sei, während der ehemalige Trainer Vincenzo Santopadre das italienische Tennis „lebendiger denn je“ nannte. Das Turnier hat bereits 31 der ersten 120 Matches in den fünften Satz gehen sehen, was die Wettbewerbstiefe unterstreicht.

Weg der Italiener ins Viertelfinale von Roland Garros
  1. Jannik Sinner scheidet in der zweiten Runde von Roland Garros aus.
  2. Flavio Cobolli besiegt Zachary Svajda und erreicht das Viertelfinale.
  3. Matteo Berrettini besiegt Juan Manuel Cerundolo und erreicht das Viertelfinale.
  4. Matteo Arnaldi besiegt Frances Tiafoe in 5 Stunden und 26 Minuten und vervollständigt das italienische Trio im Viertelfinale.
  5. Viertelfinale: Cobolli gegen Auger-Aliassime und das rein italienische Duell Berrettini gegen Arnaldi sind angesetzt.

Doppelerfolg verstärkt italienischen Schwung

Über den Einzelwettbewerb hinaus erreichten Bolelli und Vavassori das Doppel-Halbfinale, indem sie Petr Nouza und Neil Oberleitner 6:7, 6:1, 7:6 besiegten und dabei zwei Matchbälle im Super-Tiebreak abwehrten. Das Duo, das 2024 das Finale erreichte, wartet auf den Sieger von Granollers/Zeballos gegen Nys/Roger-Vasselin. Zudem werden Sara Errani und Vavassori im Mixed-Doppel-Halbfinale antreten, was die Breite des italienischen Tennis bei diesem Turnier weiter unterstreicht.

Paris

8 Quellen

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