Regierung · Rom
Italiens Gesetzesdekret zur Gesichtserkennung bleibt im Parlament stecken, während die Regierung auf Einhaltung des EU-KI-Gesetzes pocht
Eine Abstimmung im Ausschuss der Abgeordnetenkammer wurde am Donnerstag verschoben, nachdem der Senat eine Maßnahme gebilligt hatte, die die Speicherung biometrischer Daten von öffentlichen Kameras für sieben Tage erlaubt. Dies stieß bei der Opposition auf den Vorwurf eines „Überwachungsstaates“.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von ANSA.it, Open, Il Messaggero und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
Das Dekret erlaubt die Aufbewahrung von Aufnahmen von Überwachungskameras an sensiblen öffentlichen Orten für sieben Tage und deren Nutzung für Ermittlungen, wenn in diesem Zeitraum eine Straftat begangen wird.
Nach der Zustimmung des Senatsausschusses am 29. Juli wurde die Abstimmung im Ausschuss der Abgeordnetenkammer am 30. Juli angesichts von Protesten und Auszügen der Opposition verschoben.
Quellen aus dem Palazzo Chigi erklärten, Italien werde das KI-Gesetz und die verfassungsrechtlichen Garantien weiterhin respektieren, und bezeichneten das Land als Vorreiter bei der KI-Governance.
Senator Filippo Sensi (PD) und andere Oppositionsvertreter sagen, dass mindestens zwei Artikel mit dem EU-Recht kollidieren, und warnen vor Gefahren für die bürgerlichen Freiheiten.
- 29.07.Der EU-Politikausschuss des Senats billigt das Dekret; Oppositionsparteien verlassen aus Protest die Sitzung.
- 30.07.Die Abstimmung im Europaausschuss der Abgeordnetenkammer wird verschoben; der Palazzo Chigi gibt eine Erklärung ab, in der die Einhaltung des EU-Rechts verteidigt wird.
Das Dekret und seine Bestimmungen
Das Gesetzesdekret, das das EU-KI-Gesetz in Italien umsetzt, führt Regeln für die Nutzung von Gesichtserkennung durch Strafverfolgungsbehörden ein. Artikel 8 erlaubt die Echtzeit-Fernidentifizierung biometrischer Daten in öffentlich zugänglichen Räumen, um terroristische Anschläge, Gefahren für Leib und Leben zu verhindern sowie nach vermissten Personen oder Opfern von Entführung und sexueller Ausbeutung zu suchen. Die Polizei kann die Systeme in dringenden Fällen aktivieren und einen Richter, auch mündlich, innerhalb von 24 Stunden benachrichtigen. Artikel 10 erlaubt die Speicherung von Aufnahmen gewöhnlicher Überwachungskameras an sensiblen Orten wie Stadien oder Plätzen für sieben Tage. Wird in diesem Zeitraum eine Straftat begangen, kann das Material für Ermittlungen verwendet werden; andernfalls werden die Daten automatisch gelöscht.
Politischer Streit und Verschiebung
Das Dekret passierte am Mittwoch, den 29. Juli, den EU-Politikausschuss des Senats, doch die Abstimmung im entsprechenden Ausschuss der Abgeordnetenkammer wurde am Donnerstag unter großem Aufsehen verschoben. Oppositionsparteien, darunter die Demokratische Partei, die Fünf-Sterne-Bewegung, das Grüne Linksbündnis, Mehr Europa und Italia Viva, verließen aus Protest die Senatssitzung. Marianna Madia, stellvertretende Vorsitzende des Europaausschusses der Kammer und Abgeordnete von Iv-Casa Riformista, bezeichnete die Verzögerung als „sehr ernste Angelegenheit“ und sagte, die Mehrheit habe eine unerwartete Unterbrechung der Stellungnahme beantragt.
„Die Verschiebung der Abstimmung im Ausschuss über das Gesetzesdekret zur Gesichtserkennung ist eine sehr ernste Angelegenheit.“
Regierung verteidigt Einhaltung der Vorschriften
Quellen im Büro von Premierministerin Giorgia Meloni gaben am Donnerstag eine Erklärung ab, in der sie versicherten, dass Italien das EU-Recht zur Gesichtserkennung in öffentlich zugänglichen Räumen respektiere und weiterhin respektieren werde. Die Erklärung besagte, dass Italien das erste Land in Europa sei, das umfassende Gesetze erlassen und diese zügig umgesetzt habe, und dass die Regierung weiterhin für eine menschenzentrierte, vom Menschen gesteuerte Entwicklung der künstlichen Intelligenz arbeiten werde. Ein Sprecher der Europäischen Kommission erklärte, dass das KI-Gesetz die Echtzeit-Gesichtserkennung in öffentlich zugänglichen Räumen verbiete, lehnte jedoch eine Stellungnahme zum italienischen Dekret ab, da ihm spezifische Informationen fehlten.
„Italien wird weiterhin die europäischen Vorschriften zur Gesichtserkennung in öffentlich zugänglichen Räumen einhalten, angefangen beim KI-Gesetz, so wie es dies bisher getan hat, im Einklang mit den verfassungsrechtlichen Garantien und bürgerlichen Freiheiten, deren Durchsetzung in der Verantwortung der Justizbehörden liegt.“
EU-Rahmenwerk und Ausnahmen
Das KI-Gesetz trat am 2. August 2024 in Kraft, wobei die Regeln zur biometrischen Identifizierung im Februar 2025 anwendbar wurden. Es verbietet die Echtzeit-Fernidentifizierung biometrischer Daten in öffentlich zugänglichen Räumen für Strafverfolgungszwecke grundsätzlich, erlaubt den Mitgliedstaaten jedoch, Ausnahmen für 16 bestimmte schwere Straftaten, gezielte Suche nach bestimmten Opfern, vermisste Personen und die Verhinderung terroristischer Bedrohungen einzuführen. Jede Ausnahmeverwendung muss notwendig, verhältnismäßig und einer vorherigen Genehmigung durch eine Justiz- oder unabhängige Verwaltungsbehörde unterliegen. In dringenden Fällen kann die Genehmigung innerhalb von 24 Stunden beantragt werden, und alle Daten müssen gelöscht werden, wenn die Genehmigung verweigert wird. Die nachträgliche Fernidentifizierung biometrischer Daten anhand von zuvor aufgezeichnetem Material wird als Hochrisiko eingestuft und ist nicht verboten, erfordert jedoch eine vorherige Genehmigung.
Warnungen der Opposition
Oppositionsabgeordnete argumentieren, dass das Dekret mit dem KI-Gesetz kollidiere, insbesondere das Eilverfahren und die Sieben-Tage-Speicherregel. Senator Filippo Sensi von der Demokratischen Partei sagte der La Stampa, er habe noch nie eine Regierung gesehen, die so sehr darauf bedacht sei, ein Gesetz zu verabschieden, und fragte, wer die Daten verwalten und wie sie gespeichert würden. Er sagte, mindestens zwei Artikel stünden in offenem Widerspruch zum europäischen KI-Gesetz. Die Debatte findet vor dem Hintergrund jüngster öffentlicher Unruhen statt: Ausschreitungen in Bologna nach dem Tod eines Marokkaners, der von der Polizei festgehalten wurde, und Gewalt im Susatal während Protesten gegen die Hochgeschwindigkeitsbahnverbindung TAV Turin-Lyon, bei denen Dutzende Beamte verletzt wurden.
„Ich habe noch nie eine Regierung gesehen, die so sehr darauf bedacht ist, ein Gesetz zu verabschieden. Sie könnten es noch heute tun. Ich frage mich, warum.“
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- ANSA.itItaly not breaching EU rules on facial recognition - govt sources - TopNews
- ANSA.itIl riconoscimento facciale nell'AI Act, dal divieto alle eccezioni - Notizie
- ANSA.itIl riconoscimento facciale nell'AI Act, dal divieto alle eccezioni - Altre news
- ANSA.itFonti Chigi, sul riconoscimento facciale l'Italia rispetta le norme Ue - Ultima ora
- Giorgia Meloni
- Premierministerin Italiens, deren Büro die Erklärung zur Verteidigung des Dekrets abgab.
- Marianna Madia
- Stellvertretende Vorsitzende des Europaausschusses der Kammer und Abgeordnete von Iv-Casa Riformista, bezeichnete die Verschiebung der Abstimmung als sehr ernste Angelegenheit.
- Filippo Sensi
- Senator der Demokratischen Partei, kritisierte die Eile der Regierung und stellte die Vereinbarkeit des Dekrets mit dem EU-Recht in Frage.
- Orte
- Brüssel
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen