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Italienischer Arzt unter Quarantäne nach Ebolakontakt – Ausbruch in der DRK verschärft sich durch Konflikt und Impflücke

Ein italienischer MSF-Chirurg befindet sich in Quarantäne nach Kontakt mit Ebolapatienten in der Demokratischen Republik Kongo, wo ein Ausbruch des Bundibugyo-Stamms – für den es keinen zugelassenen Impfstoff gibt – im Konfliktgebiet sich ausbreitet.

Der Ausbruch in Zahlen

Bis zum 24. Mai wurden in der DRK über 900 mutmaßliche Ebolafälle gemeldet, sowie 220 mutmaßliche Todesfälle. Davon wurden 101 Fälle im Labor bestätigt, darunter 10 Todesfälle. Uganda verzeichnete sieben bestätigte Fälle mit einem Todesfall. Das Virus hat sich auf drei kongolesische Provinzen ausgebreitet und Uganda erreicht; die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass die offiziellen Zahlen das wahre Ausmaß wahrscheinlich unterschätzen.

Ein Stamm ohne Impfstoff

Der Ausbruch wird durch das Bundibugyo-Virus verursacht, einen Ebolastamm, für den derzeit weder ein Impfstoff noch eine gezielte Behandlung zugelassen ist. Zwei bestehende Impfstoffe schützen gegen den Zaire-Stamm, bieten aber keinen Kreuzschutz. Médecins Sans Frontières stellt fest, dass Bundibugyo sogar routinemäßigen Diagnosetests entgeht, was die Fallidentifizierung erschwert. Zwei Impfstoffkandidaten befinden sich in der Entwicklung, sind aber noch Monate von der Verfügbarkeit entfernt.

Dieser Ausbruch stellt uns vor Herausforderungen, wie wir sie bei Ausbrüchen in den letzten Jahren noch nie erlebt haben.

Konflikt als Hindernis für die Eindämmung

Die anhaltenden Kämpfe im Osten der DRK behindern die Reaktion erheblich. Bevölkerungsvertreibungen zwingen exponierte Personen in überfüllte Lager, und Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen machen die Kontaktverfolgung nahezu unmöglich. M23-Rebellen blockieren Berichten zufolge Lieferungen von Schutzausrüstung und Medikamenten, während Ruanda seine Grenze geschlossen hat. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus, der am Freitag das Epizentrum in Bunia besuchen soll, hat zu einem dringenden humanitären Waffenstillstand aufgerufen.

Es ist unmöglich, unter Beschuss Vertrauen in den Gemeinden aufzubauen oder die Kranken zu isolieren.

Italienische Chirurgin unter Beobachtung

Eine italienische MSF-Chirurgin, die im Gesundheitszentrum Salamat in Bunia arbeitete, hatte direkten Kontakt mit Patienten, die später am 16. Mai positiv auf Ebola getestet wurden. Zwei Tage später führte sie eine lebensrettende Notoperation an einem durch eine Granate verletzten Kind durch; bei diesem Kind besteht der Verdacht auf Ebola, die Testergebnisse stehen noch aus. Die Ärztin zeigt keine Symptome und kehrte am 27. Mai nach Rom zurück. Sie wurde sofort in das Spallanzani-Krankenhaus für Infektionskrankheiten zur Quarantäne und aktiven Überwachung verlegt. Das italienische Gesundheitsministerium betonte, dass es im Land keine Ebolafälle gibt und das Risiko sehr gering bleibt.

Internationale Mobilisierung

Der italienische Kooperationsdienst hat 1,15 Millionen Euro zur Unterstützung der humanitären Hilfe bereitgestellt, die auf Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu abzielen. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten verstärkt die Feldunterstützung, bewertet das Infektionsrisiko für die Allgemeinbevölkerung in Europa jedoch als sehr gering. Die aktuelle Epidemie, so das Zentrum, „ist von ernster Besorgnis und in vielerlei Hinsicht nicht mit früheren Ebola-Ausbrüchen vergleichbar."

Schlüsselereignisse im Ebola-Ausbruch in der DRK und Kontakt der italienischen Ärztin
  1. Italienische Ärztin hat direkten Kontakt mit Ebola-positiven Patienten im Gesundheitszentrum Salamat
  2. Ärztin führt Notoperation an einem durch Granate verletzten Kind durch, einem mutmaßlichen Ebolafall
  3. ECDC meldet über 900 mutmaßliche Fälle in der DRK, 7 in Uganda
  4. Ärztin kehrt nach Rom zurück; unter Quarantäne im Spallanzani-Krankenhaus
  5. WHO-Generaldirektor besucht Bunia angesichts der Aufrufe zu einem Waffenstillstand
Bunia · Rom

8 Quellen

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