
Italienische Bankkontogebühren steigen in zehn Jahren um 23 %, während Haushaltseinlagen 1,163 Billionen Euro erreichen
Eine Studie des Verbraucherverbands Adusbef zeigt, dass die jährlichen Kontoführungskosten für traditionelle Konten im Jahr 2026 101,1 Euro erreichten, während die gesamten Familieneinlagen auf 1.163 Milliarden Euro anstiegen.
Zehnjähriger Anstieg der Kontoführungskosten
Daten der Bank von Italien, zusammengestellt vom Verbraucherverband Adusbef, zeigen, dass die durchschnittlichen jährlichen Verwaltungskosten für traditionelle Bankkonten von 82,2 Euro im Jahr 2016 auf 101,1 Euro im Jahr 2026 gestiegen sind, ein Anstieg von 23 %. Variable Gebühren trieben den Anstieg voran und kletterten um 34,2 % von 26,6 Euro auf 35,7 Euro, angeführt von einem Sprung von 62,6 % bei transaktionsspezifischen Gebühren für Überweisungen und Abhebungen. Die Fixkosten, einschließlich Zahlungskarten und jährlicher Grundgebühren, stiegen im gleichen Zehnjahreszeitraum um 17,6 % von 55,6 Euro auf 65,4 Euro. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Stempelsteuer von 16,5 Euro betragen die jährlichen Gesamtkosten für ein traditionelles Konto 117,6 Euro. Digitale Optionen bleiben deutlich günstiger: Online-Konten kosten durchschnittlich 30,6 Euro pro Jahr, Postkonten 71,6 Euro und der gewichtete Marktdurchschnitt liegt bei 85,3 Euro.
- Traditionelles Konto
- 101.1 €
- Postkonto
- 71.6 €
- Online-Konto
- 30.6 €
Wachstum der Haushaltseinlagen und Auswirkungen der Inflation
Italienische Privathaushalte hielten zum 31. Mai 2026 1.163 Milliarden Euro auf Girokonten, ohne verzinsliche und gebundene Liquiditätsformen. Dieser Saldo entspricht einem nominalen Anstieg von 28,3 % gegenüber den rund 906 Milliarden Euro im Mai 2016. Die kumulierte Inflation über das Jahrzehnt betrug jedoch 23,6 %, sodass das reale Wachstum der liquiden Ersparnisse der Haushalte auf 4,7 % begrenzt war. Vertreter von Adusbef stellten fest, dass die Ausweitung der Einlagen eher auf Vorsichtsverhalten als auf gestiegenen Wohlstand zurückzuführen ist: Familien reduzieren ihren Konsum, um Liquiditätspuffer gegen wirtschaftliche Volatilität aufrechtzuerhalten.
Der Anstieg der Bankeinlagen ist ein Signal, das den Wunsch der Familien widerspiegelt, sich in einem unsicheren Umfeld zu schützen.
Geografische Unterschiede zwischen Regionen und Provinzen
Die Ansammlung von Bankliquidität zeigt starke territoriale Unterschiede in ganz Italien. Auf die Lombardei entfallen knapp 239 Milliarden Euro, was 20 % aller auf inländischen Girokonten gehaltenen Gelder entspricht, gefolgt von Latium mit 122 Milliarden Euro und Venetien mit 105 Milliarden Euro, während das Aostatal bei 2,8 Milliarden Euro liegt. Bezogen auf die Einwohnerzahl verzeichnet Bozen mit knapp 30.400 Euro pro Kopf den höchsten Durchschnittssaldo. Es folgen Mailand mit 27.900 Euro, Piacenza mit 26.800 Euro, Sondrio mit 26.000 Euro und Belluno mit 25.650 Euro. Am unteren Ende der Skala liegen Crotone mit 9.679 Euro pro Einwohner, Sassari mit 9.741 Euro und Nuoro mit rund 10.600 Euro, was eine Kluft von mehr als drei zu eins zwischen den höchsten und niedrigsten Provinzen ergibt.
- Bozen
- 30400 €
- Mailand
- 27900 €
- Piacenza
- 26800 €
- Sondrio
- 26000 €
- Belluno
- 25650 €
- Nuoro
- 10600 €
- Sassari
- 9741 €
- Crotone
- 9679 €
Digitaler Wandel und regionale Wachstumsraten der Einlagen
Auch die regionalen Wachstumsraten der Einlagen zwischen 2016 und 2026 variierten stark. Trentino-Südtirol verzeichnete mit 43,2 % das höchste nominale Wachstum, gefolgt von Sardinien mit 42,7 % und Friaul-Julisch Venetien mit 39,7 %, während die Marken 10,6 % und Ligurien 14,5 % erzielten, beide unter der Zehnjahresinflationsrate. Ligurien hält 31,5 Milliarden Euro über seine vier Provinzen, angeführt von Genua mit über 18,279 Milliarden Euro. Gleichzeitig verlagerte sich der Bankbetrieb weiter auf digitale Kanäle. Daten von Abi Lab zeigen, dass die Anzahl der aktiven Banking-App-Nutzer im Jahr 2025 um 5,7 % zunahm, während die mobilen Transaktionen um 18,6 % stiegen, angetrieben durch einen Anstieg der mobilen Sofortüberweisungen um 130,5 % und einen Anstieg der webbasierten Sofortüberweisungen um 154 %. Die Banken gaben zwischen 2020 und 2025 mehr als 6,3 Milliarden Euro für Technologieinvestitionen aus, darunter knapp 2,5 Milliarden Euro für Cybersicherheit.


