
Italienisches Parlament verschärft Badesicherheit nach Kindertoten, schreibt Sogstandards und 4,7 Millionen Euro Fonds vor
Die Abgeordnetenkammer stimmte mit 244 zu 0 Stimmen für die Einführung von Anti-Sog-Systemen in öffentlichen und gemeinschaftlich genutzten Schwimmbädern, bei Verstößen droht die sofortige Schließung, und ein Fonds in Höhe von 4,7 Millionen Euro für die Modernisierung wurde eingerichtet.
Was der Änderungsantrag vorsieht
Der Änderungsantrag zum Sportdekret, der am 23. Juli von der Abgeordnetenkammer angenommen wurde, verhängt neue Sicherheitsauflagen für öffentliche Bäder, private Bäder mit öffentlichem Zugang und Bäder zur gemeinschaftlichen Nutzung. Das Umwälzsystem, insbesondere die Wasseransaugöffnungen (wie Bodengitter, Ablaufabdeckungen und jedes andere dafür verwendete Material), muss Sicherheit gewährleisten, um Sogphänomene zu verhindern, die Körperteile eines Badenden einsaugen könnten. Der Text zielt explizit auf den „Sogeffekt“ (effetto ventosa) ab, der mit jüngsten Todesfällen in Verbindung gebracht wird. Bei Nichteinhaltung droht die sofortige Schließung der Einrichtung, bis die Auflagen erfüllt sind, unbeschadet anderer bestehender Sicherheits-, Betriebs- und Wartungsvorschriften. Der Änderungsantrag führt außerdem eine Badekappenpflicht für alle Kinder unter 16 Jahren ein, eine Regel, die ursprünglich in einem separaten Änderungsantrag von Laura Cavandoli von der Lega-Partei vorgeschlagen wurde. Dieser Vorschlag wurde später in den umfassenderen Sicherheitstext des Kulturausschusses aufgenommen.
Die Tragödien hinter der Abstimmung
Der gesetzgeberische Vorstoß folgt auf eine Reihe von Tragödien in den letzten Wochen, darunter Todesfälle von Kindern in Schwimmbädern, wie Abgeordnete berichteten. Die genaue Zahl und die Umstände wurden in den Parlamentsunterlagen nicht im Detail aufgeführt, aber die Vorfälle erzeugten ein Gefühl der Dringlichkeit, das die Parteigrenzen überschritt. Der Berichterstatter Gerolamo Cangiano stellte fest, dass der Konsens so breit war, dass alle Fraktionen zustimmten, alle Unteränderungsanträge zurückzuziehen, sodass der Text ohne Gegenstimme angenommen werden konnte.
Finanzierung und Durchsetzung
Um öffentlichen Bädern die Einhaltung der neuen Standards zu erleichtern, richtet der Änderungsantrag einen Fonds in Höhe von 4,7 Millionen Euro für das Jahr 2026 ein. Il Sole 24 Ore berichtete über die genaue Summe von 4,725 Millionen Euro, die durch eine Kürzung des Sonderkontofonds des Wirtschaftsministeriums im Dreijahreshaushalt 2026-2028 aufgebracht werden soll. Das Geld ist ausschließlich für die Modernisierung der Infrastruktur öffentlicher Bäder bestimmt. Private Einrichtungen mit öffentlichem Zugang müssen die Kosten für die Einhaltung der Vorschriften selbst tragen. Der Änderungsantrag bekräftigt auch, dass die bestehenden Sicherheits-, Betriebs- und Wartungsvorschriften neben den neuen Anforderungen in Kraft bleiben.
Einstimmige politische Unterstützung
Die Abstimmung ergab 244 Ja-Stimmen, keine Gegenstimmen und keine Enthaltungen. Cangiano, der Berichterstatter, bezeichnete dies als „einstimmigen Konsens der Fraktionen“. Der Änderungsantrag wurde vom Kulturausschuss als Ersatz für Cavandolis ursprünglichen Vorschlag eingebracht, der sich ausschließlich auf die Badekappenregel konzentriert hatte. Durch die Zusammenführung der beiden Initiativen sicherte der Ausschuss einen Text, der sowohl Sofortmaßnahmen zur Sicherheit als auch langfristige Infrastrukturverbesserungen berücksichtigte.
einstimmigen Konsens der Fraktionen
Der Änderungsantrag ist nun Teil des Sportdekrets, das sich noch in der parlamentarischen Prüfung befindet. Sobald das Dekret in Gesetz umgewandelt ist, treten die neuen Badesicherheitsregeln in Kraft, und der Fonds steht im laufenden Jahr zur Auszahlung bereit.

