
Italien genehmigt Kfz-Steuerbefreiung ab 2027 für Autos bis 80 kW und alle Motorräder
Die italienische Regierung hat einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der ab 2027 die jährliche Kfz-Steuer für ein Fahrzeug pro Steuerpflichtigen abschafft und die Maßnahme mit 2,3 Milliarden Euro regionalen Ausgleichszahlungen unterstützt.
Steuerbefreiungsrahmen für 2027
Der italienische Ministerrat hat einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der ab 2027 eine Befreiung von der jährlichen Kfz-Steuer einführt. Die Maßnahme gilt für private Autobesitzer sowie für Steuerpflichtige, die ein Fahrzeug im Rahmen eines Leasing- oder Mietvertrags halten, begrenzt auf ein Fahrzeug pro Person. Die Berechtigung wird ohne Einkommensvoraussetzungen oder Beschränkungen im Zusammenhang mit dem ISEE-Vermögensindex gewährt. Die Steuererleichterung umfasst Personenkraftwagen mit einer Motorleistung von bis zu 80 kW, was etwas mehr als 108 PS entspricht, sowie alle Motorräder unabhängig vom Hubraum. Der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Infrastruktur und Verkehr, Matteo Salvini, erklärte, dass die Regierung plane, in künftigen Legislativphasen daran zu arbeiten, die Leistungsschwelle über 80 kW hinaus auszuweiten.
Zugelassene Fahrzeugmodelle und technische Kriterien
Der Gesetzesentwurf umfasst Benzin-, Diesel- und Hybridfahrzeuge, die die Leistungsobergrenze von 80 kW erfüllen. Zu den berechtigten Marktoptionen gehören stark nachgefragte Modelle wie der Fiat Panda und der Fiat 500 mit dem 51-kW-Hybridmotor, der 74-kW-Fiat 600, der Lancia Ypsilon und der Jeep Avenger. Mehrere kompakte Crossover und Schräghecklimousinen von Dacia, Renault, Peugeot, Citroën, Opel und Volkswagen qualifizieren sich ebenfalls im Leistungsbereich von 49 kW bis 74 kW. Andere Fahrzeuge überschreiten die Obergrenze, wie der 100-kW-Alfa Romeo Junior 1.2 Hybrid, obwohl eine zukünftige Basisversion voraussichtlich die Schwelle erreichen wird. Durchführungsverordnungen müssen noch klären, ob die 80-kW-Grenze nur für den Verbrennungsmotor oder für die gesamte Systemleistung gilt – eine Entscheidung, die sich direkt auf Plug-in-Hybridfahrzeuge von Herstellern wie Renault und Kia auswirkt.
- Dacia Sandero 1.0 SCe
- 49 kW
- Fiat Panda 1.0 FireFly
- 51 kW
- Renault Clio 1.0 TCe
- 67 kW
- Volkswagen Polo 1.0 TSI
- 70 kW
- Fiat 600 1.2 Hybrid
- 74 kW
- Alfa Romeo Junior 1.2
- 100 kW
Regionale Einnahmeauswirkungen und staatliche Ausgleichszahlungen
Die regionalen Verwaltungen erheben die Kfz-Steuer, und die nationale Regierung hat 2,3 Milliarden Euro an staatlichen Transfers genehmigt, um die Regionen für den bevorstehenden Einnahmerückgang zu entschädigen. Im Piemont stellte Regionalpräsident Alberto Cirio die regionalen Auswirkungszahlen auf einer Pressekonferenz im Museo dell'Automobile in Turin zusammen mit den Regionalräten Andrea Tronzano, Maurizio Marrone und Matteo Marnati vor. Cirio berichtete, dass 1.636.491 Bürger im Piemont keine Steuer mehr zahlen werden, bestehend aus 1.416.089 Autobesitzern und 220.402 Motorradbesitzern. Die Maßnahme bedeutet für das Piemont einen geschätzten Einnahmeausfall von rund 170 Millionen Euro, der vollständig durch den nationalen Verteilungsfonds ausgeglichen wird.
Gegenüber Reportern in Turin erläuterte Cirio die Rechtfertigung für die Abschaffung der Abgabe auf Fahrzeuge mit niedriger und mittlerer Leistung:
Ein Auto zu besitzen ist weder ein Luxus noch eine Laune, sondern ein Werkzeug für das Leben, das für die Arbeit und für den Schulweg der Kinder genutzt wird. Die Abschaffung dieser Steuer ist eine gerechte Maßnahme.
Territoriale Verteilung auf die italienischen Regionen
Vom Ministerium für Infrastruktur und Verkehr zusammengestellte Zahlen verdeutlichen die geografische Dimension der Maßnahme in den italienischen Regionen. In Latium sind über 2,4 Millionen Fahrzeughalter anspruchsberechtigt, darunter 2.776.435 Personenkraftwagen und 691.747 Motorräder unter der 80-kW-Grenze. In Kalabrien gilt das Dekret für 806.014 Personen, die 1.044.406 Autos und 189.318 Motorräder besitzen. In den Marken sind bei über 663.000 anspruchsberechtigten Einwohnern 727.827 Autos und 211.411 Motorräder betroffen, während Umbrien auf 388.100 Halter 448.929 Autos und 99.243 Motorräder zählt. Im Aostatal schätzte der Finanzlandesrat Mauro Baccega einen Einnahmeausfall zwischen 6 und 7 Millionen Euro bei Gesamteinnahmen aus der Kfz-Steuer von 22 Millionen Euro und wies darauf hin, dass die Regionalbehörden direkte Lastschriftmöglichkeiten prüfen, um weitere Zahlungsrabatte anzubieten.
- Latium
- 2776435 Fahrzeuge
- Kalabrien
- 1044406 Fahrzeuge
- Marken
- 727827 Fahrzeuge
- Umbrien
- 448929 Fahrzeuge


