
Meloni-Regierung bereitet Dekret zur Begrenzung ausländischer Schüler in italienischen Schulklassen vor
Die italienische Premierministerin Giorgia Meloni kündigte ein bevorstehendes Kabinettsdekret an, das den Anteil ausländischer Schüler pro Klasse begrenzen, Gesichtsschleier in Schulen verbieten und ausländischen Eltern Italienischkurse vorschreiben soll.
Vorgeschlagene Klassenzimmerbeschränkungen
Die italienische Premierministerin Giorgia Meloni kündigte am 20. September 2026 Pläne für ein Regierungsdekret an, das eine Obergrenze für ausländische Schüler in Schulklassen festlegt. Bei der Abschlusskundgebung des Fenix-Jugendfestivals skizzierte Meloni Maßnahmen, die auch ein Verbot von Burka und Niqab in Schulen sowie verpflichtenden Italienischunterricht für ausländische Eltern, die die Sprache nicht sprechen, vorsehen. Die Maßnahme folgt auf frühere Diskussionen, die im August 2026 von Bildungsminister Giuseppe Valditara angestoßen wurden, der die Initiative als Schritt zur Verhinderung von segregierten Klassenzimmern bezeichnete. Eine ähnliche 30%-Obergrenze für Schüler mit eingeschränkten Italienischkenntnissen wurde 2010 durch ein ministerielles Rundschreiben der damaligen Bildungsministerin Mariastella Gelmini unter der Regierung Berlusconi eingeführt, das jedoch häufig Ausnahmen durch regionale Schulämter erforderte.
- Gesetz 152 von 1975 legt Anforderungen zur Identifizierung in der Öffentlichkeit fest
- Ministerin Mariastella Gelmini erlässt Rundschreiben mit 30%-Obergrenze für ausländische Schüler
- Bildungsminister Giuseppe Valditara fordert Maßnahmen gegen Ghettoklassen
- Giorgia Meloni kündigt Kabinettsdekret bei der Fenix-Kundgebung an
Betriebliche Zweifel der Schulleiter
Vertreter der Schulleitungen äußerten praktische Bedenken hinsichtlich der Durchführbarkeit der Durchsetzung lokaler Einschreibequoten. Antonello Giannelli, Präsident des Nationalen Schulleiterverbands (ANP), erklärte, dass das pädagogische Prinzip der ausgewogenen Klassen zwar gültig sei, die technische Umsetzung jedoch aufgrund der Nachbarschaftsdemografie schwierig bleibe. In Gebieten mit hohem Migrantenanteil, wie der toskanischen Stadt Prato, wo chinesische Familien einen erheblichen Teil der lokalen Bevölkerung ausmachen, sind die Schulen verpflichtet, Kinder aus dem unmittelbaren Einzugsgebiet einzuschulen. Giannelli wies darauf hin, dass der anhaltende demografische Rückgang bei italienischen Familien dazu führe, dass in manchen Bezirken Klassen ohne ausländische Schüler nicht gebildet werden könnten.
Die Schule muss die Einschreibungen von Kindern aus der Nachbarschaft annehmen, besonders für Kindergarten und Grundschule. Wenn in diesem Gebiet die Anwesenheit von Ausländern die Mehrheit ist, was machen wir dann? Schicken wir sie weg?
Politischer Streit um Integration
Die vorgeschlagenen Maßnahmen stießen sofort auf Widerstand von Mitte-Links- und progressiven Parteien, darunter der Demokratischen Partei (PD) und der Grünen und Linken Allianz (AVS). AVS-Fraktionsvorsitzende Luana Zanella kritisierte den Vorschlag als ein unbrauchbares Bündel von Verboten, das administrative Störungen in den Schulbezirken riskiere. AVS-Abgeordnete Elisabetta Piccolotti plädierte stattdessen dafür, die allgemeine Klassengrößenobergrenze auf 20 Schüler zu senken, um individualisierten Unterricht zu ermöglichen, anstatt auf Nationalität basierende Quoten. Bildungsminister Valditara wies die Haltung der Opposition zurück und beschuldigte die Kritiker, segregierte Klassenzimmer zu tolerieren.
Die Opposition scheint Nostalgie für Alabama in den 1950er Jahren zu haben und unterstützt indirekt Ghettoklassen, solche nur für Ausländer und auf der anderen Seite Klassen für Italiener.
Rechtliche Durchsetzung und Erwachsenenbildung
Hinsichtlich des Verbots von Vollgesichtsschleiern schränkt die bestehende italienische Gesetzgebung nach Gesetz 152 von 1975 bereits die Verdeckung der Identität einer Person in der Öffentlichkeit ohne gerechtfertigten Grund ein. Giannelli bemerkte, dass Schulen sicherstellen müssten, dass Schüler erkennbar seien, und verwies auf ähnliche Einschränkungen in Frankreich. Bezüglich der Anforderung, dass Eltern Italienisch lernen, stellte der ANP fest, dass Grundschulen darauf ausgelegt seien, Kinder zu unterrichten, nicht Erwachsene, sodass eine spezielle Finanzierung und Koordination mit Erwachsenenbildungszentren erforderlich wären. Cristina Costarelli, Präsidentin des ANP-Regionalverbands Latium und Schulleiterin des Galilei-Instituts in Rom, erklärte, dass Schulverwalter bei Inkrafttreten des Dekrets gehorchen müssten oder Disziplinarmaßnahmen zu erwarten hätten. Der Dekretsentwurf soll bei einer bevorstehenden Sitzung des Ministerrates förmlich geprüft werden.


