
Antizyklone Cerberus bringt extreme Hitze nach Italien: acht Städte in roter Warnung, Höhepunkt Mitte der Woche
Die Temperaturen steigen über 38 °C, während sich die Antizyklone Cerberus über Europa ausdehnt. Das italienische Gesundheitsministerium hat acht Städte unter die höchste Risikowarnung gestellt, während Gewitter in den zentralen Regionen drohen.
Italien ächzt unter Hitzewelle
Eine kräftige subtropische Antizyklone namens Cerberus treibt eine anhaltende Hitzewelle über Italien und weite Teile Westeuropas. Am Sonntag, den 21. Juni, wurden acht italienische Städte vom Gesundheitsministerium unter rote Warnung (die höchste Risikostufe) gestellt: Bologna, Bozen, Brescia, Florenz, Mailand, Perugia, Rieti und Turin. Weitere acht Städte stehen unter oranger Warnung und elf unter gelber Warnung, sodass kein überwachtes städtisches Zentrum ohne Warnfarbe bleibt. Die gleiche Wetterlage löste vom Zivilschutz gelbe Unwetterwarnungen für Teile der Abruzzen, Molise und Umbrien aus, mit Hagelrisiko in Berggebieten.
- Rote Warnung
- 8
- Orange Warnung
- 8
- Gelbe Warnung
- 11
Super tropische Nächte und Temperaturrekorde
Meteorologen warnen vor „super tropischen Nächten“, in denen die Tiefsttemperaturen nicht unter 25 °C fallen und in einigen Küsten- und Flachlandgebieten möglicherweise nicht unter 27 °C sinken. Die Tagesspitzen erreichten am Sonntag 38–39 °C in der Poebene und den zentralen Binnenregionen, mit thermischen Anomalien von 10 °C über dem Durchschnitt von 1991–2020. Lorenzo Tedici von iLMeteo.it stellt fest, dass die Anomalie im Vergleich zur Basislinie 1961–1990 bei 10–13 °C läge. Die Hitze wird voraussichtlich anhalten, ohne dass für mindestens zehn Tage eine Entlastung in Sicht ist.
Im Moment ist für die nächsten zehn Tage kein Ausweg in Sicht.
Gesundheitswarnungen und historischer Kontext
Das Gesundheitsministerium betont die Gefahren: Hitzewellen sind ein Klimanotstand mit den größten Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit. Jedes Jahr kommt es zu einer erhöhten Sterblichkeit und Krankenhauseinweisungen, wobei Menschen mit Herz-Kreislauf-, Atemwegs-, Stoffwechsel- und neurologischen Erkrankungen besonders gefährdet sind.
Hitzewellen stellen einen der Klimanotfälle mit den größten Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit dar. Jedes Jahr wird ein Anstieg der Sterblichkeit und der Krankenhauseinweisungen beobachtet. Besondere Aufmerksamkeit muss Menschen mit Herz-Kreislauf-, Atemwegs-, Stoffwechsel- und neurologischen Erkrankungen gelten.
Im letzten Jahr erlebte Italien den zweitwärmsten Juni seit Aufzeichnungen, mit einer Anomalie von +3.02 °C gegenüber dem Durchschnitt 1991–2020, während der August desselben Jahres nur +0.69 °C über dem Durchschnitt lag. Die aktuelle Hitzewelle wird subtropischen Luftmassen aus Nordafrika zugeschrieben, nicht El Niño, und Prognosen deuten darauf hin, dass der Sommer 2026 landesweit 1–2 °C wärmer als normal sein wird.
- Juni
- 3.02 °C
- August
- 0.69 °C
Auch Europa unter Druck
Frankreich und Spanien erleben noch extremere Bedingungen. In Andalusien erreichten die Temperaturen 45 °C, während Lyon und Bordeaux 38 °C und Paris am Samstag 37 °C erreichten. Fünfunddreißig französische Departements waren am Sonntag unter roter Warnung. Hitzealarme gelten auch für das Vereinigte Königreich, die Schweiz, Deutschland und Spanien, wo das beliebte Fête de la Musique betroffen sein könnte.
Vorhersage und anhaltendes Risiko
Es wird erwartet, dass die Antizyklone Italien mindestens bis zum ersten Juli-Wochenende im Griff behält, mit Tagestemperaturen von 35–37 °C in der Poebene. Das Gesundheitsministerium rät, sich während der heißesten Stunden nicht im Freien aufzuhalten. Während zentrale Regionen wie Umbrien und Molise nachmittags Gewitter erleben können, ist das Gesamtbild das einer anhaltenden, gefährlichen Hitze mit nächtlichen Temperaturen, die kaum Erholung bieten.


