
Italien schaltet 850 nicht homologierte Blitzer ab – lang erwartete Reform tritt in Kraft
Das Verkehrsministerium hat am 18. Juli 2026 landesweit 850 nicht homologierte Blitzer abgeschaltet und damit ein Dekret durchgesetzt, das nach 34 Jahren Rechtsunsicherheit einheitliche Regeln festlegt.
Das Ministerium für Infrastruktur und Verkehr hat am 18. Juli 2026 landesweit 850 Blitzer abgeschaltet, unmittelbar nach einem Dekret, das einheitliche Regeln für Homologation, Kalibrierung und Funktionskontrolle aller Geschwindigkeitsmessgeräte festlegt. Die seit 34 Jahren erwartete Reform lässt 3.150 bereits konforme und betriebsbereite Blitzer unangetastet, während die 850 abgeschalteten Geräte eine ordnungsgemäße Homologation erhalten müssen, bevor sie wieder in Betrieb genommen werden können.
Laut regionalen Aufschlüsselungen des Ministeriums gab es die meisten Abschaltungen in der Lombardei (144), im Piemont (131), in der Emilia-Romagna (94), in Venetien (84) und in der Toskana (69). Geringere Zahlen wurden aus Friaul-Julisch Venetien (47), der Provinz Bozen (18), Molise (18, wobei eine anschließende regionale Mitteilung besagte, dass alle 18 Geräte in Molise homologiert seien und keines abgeschaltet wurde), den Marken (15), den Abruzzen (12), Kampanien (7), Sardinien (6), dem Aostatal (4), Kalabrien (4), Ligurien (16), Umbrien (3) und der Provinz Trient (9) gemeldet, während in der Basilikata ein einziges Gerät abgeschaltet wurde.
Es ist zwar unerlässlich, die Verkehrssicherheit mit klaren Maßnahmen zu gewährleisten, die die Autofahrer respektieren müssen, aber die Durchsetzung der Sicherheit darf sich nicht zu einer undurchsichtigen Methode entwickeln, um Geld von den Bürgern zu nehmen.
Das Dekret zielt darauf ab, Bußgelder rechtlich zu untermauern, nachdem zahlreiche Gerichtsurteile den Unterschied zwischen bloßer technischer Zulassung und vollständiger Homologation aufgezeigt hatten, was Tausende von Einsprüchen von Autofahrern gegen lokale Behörden auslöste, die weiterhin zugelassene, aber nicht homologierte Geräte einsetzten. Im vergangenen Jahr sanken die Einnahmen aus Blitzer-Bußgeldern im Vergleich zum Vorjahr um 8,9 %, wobei die Gemeinden 56,5 Millionen Euro einnahmen. Florenz lag mit 19,7 Millionen Euro an der Spitze, gefolgt von Bologna (9,2 Millionen Euro) und Mailand.


