Kurz gefasst
Die Außenminister Deutschlands, Frankreichs, des Vereinigten Königreichs, Italiens, der Türkei, Ägyptens, Pakistans und Saudi-Arabiens trafen sich am Freitag, 23. Oktober, in Istanbul. Deutschlands Außenminister Johann Wadephul sagte, das Format werde fortgeführt, das nächste Treffen finde in Deutschland statt; konkrete Beschlüsse wurden noch nicht gefasst.
Der türkische Außenminister Hakan Fidan sagte, eine militärische Intervention im Iran sei keine Lösung. Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot warnte, ein weiterer Krieg zwischen Iran und den USA würde die Ölpreise verschlechtern, die ihren höchsten Stand seit Mai erreicht haben.
Die Minister forderten die sofortige Wiederöffnung der Straße von Hormus und ein Ende der Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien. Am Mittwoch, 21. Oktober, starben vier Menschen bei Angriffen auf eine Verarbeitungsanlage im Ölfeld Shaybah, das Aramco gehört.
Kurz vor dem Istanbuler Treffen versenkte eine Drohne einen Frachter vor der rumänischen Küste, den siebten Angriff auf einen Frachter in dieser Region im Oktober. Wadephul drängte Putin, die Angriffe auf Getreidetransporte im Schwarzen Meer zu beenden.
- August 2026Pakistan, die Türkei und Saudi-Arabien bilden den Verteidigungspakt von Mekka
- 21.10.Vier Menschen sterben bei Angriffen auf eine Verarbeitungsanlage im Ölfeld Shaybah in Saudi-Arabien
- 23.10.Acht Außenminister treffen sich in Istanbul
Ein erstes Treffen in ungewöhnlichem Format
Die Außenminister von acht Ländern kamen am Freitag, 23. Oktober 2026, in Istanbul zur ersten Sitzung eines Formats zusammen, das es zuvor nicht gegeben hatte. Die Türkei und Deutschland hatten das Treffen initiiert; es brachte die E3-Gruppe aus Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich, ergänzt um Italien, sowie die R4-Gruppe aus Türkei, Ägypten, Pakistan und Saudi-Arabien an einen Tisch. Die R4-Minister hielten zunächst eine eigene Sitzung ab, bevor sie mit der europäischen Seite zusammenkamen. Deutschlands Außenminister Johann Wadephul nannte die Gespräche erfolgreich, obwohl sie keine konkreten Beschlüsse hervorbrachten, und die Teilnehmer vereinbarten, das Format fortzuführen. Das nächste Treffen soll in Deutschland stattfinden, und Wadephul kündigte an, die Vorbereitung bald zu beginnen.
Warnungen vor einem neuen Schlag gegen Iran
Die Minister drängten die Vereinigten Staaten und Israel, keine neuen Angriffe auf den Iran zu beginnen, und warnten, neue Kämpfe würden den Konflikt ausweiten und die Ölpreise weiter in die Höhe treiben. Der türkische Außenminister Hakan Fidan, Mitgastgeber des Gipfels, sagte:
„Eine militärische Intervention im Iran ist keineswegs eine Lösung. Wir waren uns einig, dass ein neuer militärischer Angriff den Krieg und den Konflikt in der Region ausweiten würde.“
Auf einer Pressekonferenz fügte Fidan hinzu, die Krise lasse weiterhin beträchtlichen Raum sowohl für die Diplomatie als auch für den Krieg. Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot argumentierte, ein weiterer Krieg zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten würde beiden Seiten schaden und die Ölpreise verschlechtern, die ihren höchsten Stand seit Mai erreicht hätten. Der britische Außenminister Ed Miliband rief beide Seiten auf, die Diplomatie zu wählen, da die Gespräche über das Nuklearprogramm Teherans weiterhin festgefahren sind.
Hormus und die Huthi-Kampagne gegen Saudi-Arabien
Die Minister forderten ein Ende der Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien und eine sofortige Öffnung der Straße von Hormus. Saudi-Arabien fing während des Istanbuler Treffens weiterhin aus dem Jemen abgefeuerte Raketen ab, und die Huthi-Kampagne trifft weiterhin wichtige Infrastruktur des Königreichs. Am Mittwoch, 21. Oktober, starben vier Menschen bei Angriffen auf eine Verarbeitungsanlage im Ölfeld Shaybah, das dem staatlichen Unternehmen Aramco gehört. Das Vereinigte Königreich entsandte in der Woche des 19. Oktober Kampfjets zur Verteidigung des saudischen Luftraums. Eine britische Erklärung teilte mit, der Verkehr durch die Straße von Hormus sei teilweise wieder aufgenommen worden, liege aber weiterhin weit unter dem Niveau vor dem Konflikt.
Schifffahrt im Schwarzen Meer und die Ukraine
Kurz vor dem Treffen versenkte eine Drohne einen Frachter vor der rumänischen Küste – laut tagesschau der siebte Angriff auf einen Frachter in dieser Region im Oktober. Wadephul appellierte an Vladimir Putin, die seit Langem angebotene Verhandlungsbereitschaft der Ukraine anzunehmen und die Angriffe auf Getreidetransporte im Schwarzen Meer zu beenden. Er sagte, alle Teilnehmer seien sich einig gewesen, alles Mögliche zu tun, um den Export sowohl russischen als auch ukrainischen Getreides zu sichern, und er rief Russland auf, ein entsprechendes Abkommen mit der Ukraine zu schließen. Die Minister erörterten zudem den Russland-Ukraine-Krieg und das Risiko, dass er sich auf das Schwarze Meer ausweitet.
Agenda und nächste Schritte
Auf der Agenda stand auch die Palästina-Frage, einschließlich Siedlungsausbau, Siedlergewalt und der Zwei-Staaten-Lösung. Die Türkei wollte Israel dazu drängen, das zu beenden, was sie Siedlerterrorismus nennt, und El País berichtete, die acht Länder würden sich bei Palästina wahrscheinlich nicht einigen. Pakistan, die Türkei und Saudi-Arabien bildeten im August den Verteidigungspakt von Mekka, einer Gruppierung, der Ägypten beitreten könnte. Die Teilnehmer wollen solche Treffen regelmäßig abhalten, und Wadephul sagte, die nächste Runde finde in Deutschland statt.