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Entdeckungen·vor 3 Std.

ISS-Astronauten müssen in SpaceX-Kapsel Schutz suchen, als russisches Luftleck schlimmer wird – dann Entwarnung

Die NASA ordnete am Freitag an, dass fünf Astronauten in einer SpaceX-Dragon-Kapsel Schutz suchen und sich auf eine mögliche Evakuierung vorbereiten sollten, nachdem sich ein Luftleck auf der russischen Seite der Internationalen Raumstation verschlimmert hatte. Stunden später wurde Entwarnung gegeben.

Das Leck und die Anordnung

Die NASA ordnete am Freitag an, dass die Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation in ihrem angedockten SpaceX Crew Dragon-Raumschiff Schutz suchen und sich auf eine mögliche Evakuierung vorbereiten sollten, während russische Kosmonauten versuchten, ein sich verschlimmerndes Luftleck im russischen Segment der Station zu reparieren. Die Anordnung erfolgte um 9:04 Uhr ET (13:04 GMT) am Montag, wie ein von Reuters zitierten NASA-Vertreter mitteilte, und galt für alle vier Mitglieder der SpaceX Crew-12-Mission (zwei US-Astronauten, ein französischer Astronaut und ein russischer Kosmonaut) sowie den NASA-Astronauten Chris Williams.

Das Leck befindet sich im PrK-Transfertunnel in der Nähe des Servicemoduls Swesda, einer Schlüsselstruktur des orbitalen Labors. Risse in diesem Bereich sind seit etwa sechs Jahren ein bekanntes Problem, wobei die Besatzungen provisorische Flickarbeiten durchführten, die nicht als dauerhafte Lösungen konzipiert waren.

Der Transfertunnel des Swesda-Servicemoduls, bekannt als PrK, leidet seit einiger Zeit unter Rissen und Lecks, die von Roskosmos bisher so gut wie möglich behoben wurden. Die Risse waren schon immer eine Sorge, die die NASA sehr genau beobachtet.

Eskalation und Reparaturversuch

Die Luftlecks waren in den letzten Monaten relativ gering, eskalierten jedoch am Montag von etwa einem Pfund Luft pro Tag auf zwei Pfund, so ein hochrangiger NASA-Vertreter, der mit Reuters unter der Bedingung der Anonymität sprach. Der spanische Sender LaSexta berichtete über den Anstieg in metrischen Einheiten: von etwa 500 Gramm täglich auf fast ein Kilogramm pro Tag. Diese Beschleunigung veranlasste Roskosmos zu der Entscheidung, die NASA-Sprecherin Bethany Stevens als umfangreichere Reparaturen bezeichnete.

Als die Reparaturarbeiten begannen, wurden die fünf Astronauten angewiesen, ihre Raumanzüge anzuziehen und in der Dragon-Kapsel zu bleiben, die als sicherer Hafen für den Fall ausgewiesen wurde, dass sich die Situation bis zu einer Notabkopplung verschlechtern sollte. Das von Elon Musks SpaceX gebaute Dragon-Raumschiff kann bis zu sieben Personen aufnehmen.

Entwarnung und Rückkehr zum Normalbetrieb

Der Alarm dauerte nur wenige Stunden. Roskosmos unterbrach die Reparaturarbeiten, um zusätzliche Messungen und Daten zu sammeln, und die NASA wies die Besatzung anschließend an, die Notfallverfahren zu beenden und zum geplanten Betrieb an Bord der Station zurückzukehren.

Roskosmos hat die Reparaturarbeiten heute ausgesetzt, während weitere Messungen und Daten ausgewertet werden. Angesichts dessen hat die NASA die Besatzungsmitglieder des Dragon-Raumschiffs angewiesen, die Schutzmaßnahmen im sicheren Hafen zu beenden und zum geplanten Betrieb an Bord der Internationalen Raumstation zurückzukehren.

Russische Staatsmedien, zitiert von Notícias ao Minuto über Interfax, berichteten, dass Roskosmos zwei Luftlecks identifiziert und eines davon bereits behoben habe, während die Arbeiten am zweiten fortgesetzt würden. Roskosmos erklärte, die Sicherheit der Besatzung und der Bordsysteme sei zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen und der Druck an Bord der ISS sei stabil und auf dem vorgesehenen Niveau geblieben.

Ein wiederkehrendes Problem

Die Risse im Transfertunnel des Swesda-Moduls verursachen seit etwa sechs Jahren sporadisch Probleme, wie Engadget berichtet. Die NASA und Roskosmos diskutieren seit Monaten über die Ursache und mögliche Lösungen für die kleinen Luftlecks. Die nächste Reparaturmission soll ein umfangreicherer Einsatz sein, der darauf abzielt, das Problem dauerhaft zu beseitigen.

Kooperation trotz Spannungen

Die ISS ist ein Gemeinschaftsprojekt der USA, Russlands, Kanadas, Japans und der Europäischen Weltraumorganisation. Die wissenschaftliche Partnerschaft besteht trotz der schweren Spannungen zwischen Washington und Moskau nach Russlands Einmarsch in die Ukraine fort. Die Station umkreist die Erde in einer Höhe von etwa 400 Kilometern und beherbergt seit etwa 25 Jahren ununterbrochen Menschen. Die Besatzungen waren bereits zuvor mit Lecks am Swesda-Modul konfrontiert, und die Station wurde mehrfach aufgrund möglicher Kollisionen mit Weltraumschrott evakuiert.

Zeitleiste des ISS-Luftleck-Vorfalls
  1. NASA ordnet für Crew-12 und Chris Williams Schutz in der Dragon-Kapsel und Anlegen der Raumanzüge an (9:04 Uhr ET)
  2. Roskosmos beginnt mit umfangreichen Reparaturarbeiten an den Rissen im Transfertunnel des Swesda-Moduls
  3. Roskosmos unterbricht Reparaturen, um zusätzliche Messungen und Daten zu sammeln
  4. NASA weist Besatzung an, Schutzmaßnahmen zu beenden und zum geplanten ISS-Betrieb zurückzukehren
Washington

8 Quellen

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