Konflikte · Beirut, Nabatäa und Jerusalem
Israel stellt Offensivoperationen im Südlibanon nach Zusammenbruch der Waffenruhe mit Dutzenden Toten ein
Ein Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah brach innerhalb weniger Stunden zusammen, mindestens 35 Menschen kamen ums Leben. Das Abkommen zwischen den USA und dem Iran ist gefährdet. Die israelische Armee erhielt nun den Befehl, Offensivangriffe im Südlibanon einzustellen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von newsORF.at, Neue Zürcher Zeitung, N-tv und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Eine von den USA und Katar vermittelte Waffenruhe trat am Freitag um 16:00 Uhr Ortszeit in Kraft, wurde aber innerhalb von Stunden gebrochen. Beide Seiten, Israel und die Hisbollah, wiesen sich gegenseitig die Schuld zu.
Nach Angaben der libanesischen Behörden wurden mindestens 35 Menschen bei israelischen Luftangriffen nach Beginn der Waffenruhe getötet. Zwei libanesische Soldaten sind unter den Toten.
Das israelische Militär erhielt von der Regierung aktualisierte Weisungen, die Offensivoperationen einzustellen und eine defensive Haltung innerhalb einer Sicherheitszone nahe der Grenze einzunehmen.
Israelische Streitkräfte sind im Gebiet von Tebnit im Einsatz, wo sie nach eigenen Angaben ein Tunnelsystem von mehr als einem Kilometer Länge entdeckt haben, das von der Hisbollah-Einheit Badr genutzt wird.
Die erneuten Kämpfe gefährden das am Mittwoch zwischen den USA und dem Iran unterzeichnete Rahmenabkommen, das eine regionale Waffenruhe einschließlich des Libanon vorsieht. Iran hatte auf der Einbeziehung des Libanon in das Abkommen bestanden.
- 18.06.USA und Iran unterzeichnen Rahmenabkommen für eine regionale Waffenruhe einschließlich Libanon
- 20.06.Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah tritt in Kraft, von den USA verkündet
- 20.06.Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig der Verstöße; israelische Luftangriffe werden wieder aufgenommen, Dutzende Tote
- 20.06.Israelisches Militär erhält aktualisierte Weisungen zur Waffenruhe und stellt Offensivoperationen ein
Waffenruhe und sofortige Verstöße
Eine von den USA und Katar vermittelte Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz trat am Freitag um 16:00 Uhr Ortszeit in Kraft. Iran hatte sie unterstützt. Innerhalb weniger Minuten beschuldigten sich beide Seiten gegenseitig, gegen die Vereinbarung verstoßen zu haben. Die libanesischen Behörden berichteten von intensiven israelischen Luftangriffen im Süden und Osten des Landes, während das israelische Militär erklärte, die Hisbollah habe im selben Gebiet mehr als 50 Geschosse auf seine Streitkräfte abgefeuert.
„Nach allem, was wir wissen, gilt jetzt eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah nach dem heutigen Feuergefecht.“
Der libanesische Zivilschutz erklärte, allein in der Stadt Nabatäa seien 16 Leichen geborgen worden. Das Gesundheitsministerium teilte mit, bei einem Luftangriff auf Qennarit seien sieben Menschen getötet und 13 weitere verletzt worden. Staatsmedien berichteten von weiteren Toten in Sohmor, Arabsalim, Rihan und im Bezirk Tyrus.
Opfer und gegenseitige Vorwürfe
Die libanesische Armee beschuldigte Israel, jede Lösung zu verhindern, die die Stabilität wiederherstellen würde, und sagte, zwei ihrer eigenen Soldaten seien unter den Toten. Am Tag vor Beginn der Waffenruhe waren nach Angaben des Gesundheitsministeriums bereits 83 Menschen bei israelischen Angriffen getötet worden. Israel bestätigte, dass in den 48 Stunden fünf seiner Soldaten bei Kämpfen im Südlibanon gefallen seien.
„Die IDF führt keine Offensivangriffe durch, sondern handelt ausschließlich defensiv innerhalb der Sicherheitszone.“
Hisbollah-Kämpfer erklärten, sie hätten auf ein Vorrücken israelischer Truppen reagiert. Die Miliz betonte, sie halte weiterhin am Waffenstillstand fest, werde aber jeden Versuch, weiteres Territorium zu besetzen, abwehren.
Kurswechsel des israelischen Militärs
Am Samstagabend gab die israelische Armee bekannt, sie habe von der politischen Führung aktualisierte Weisungen für die Waffenruhe erhalten. Der Sprecher sagte, die Operationen seien nun auf defensive Aktionen innerhalb einer Sicherheitszone entlang der Grenze beschränkt, einschließlich des Rechts, zu reagieren, falls die Hisbollah die Waffenruhe breche. Die israelischen Streitkräfte bleiben im Gebiet Tebnit stationiert, wo sie nach eigenen Angaben eine große unterirdische Anlage der Hisbollah entdeckt haben, die sich über mehr als einen Kilometer erstreckt.
„Zu diesen defensiven Maßnahmen gehört das Recht zu reagieren, falls die Hisbollah sich nicht an die Waffenruhe hält und weiterhin unsere Soldaten oder Zivilisten angreift.“
Die einseitig erklärte Sicherheitszone, die Premierminister Benjamin Netanjahu als Barriere zwischen der Hisbollah und Nordisrael bezeichnete, wird von der libanesischen Regierung als illegal besetztes Gebiet betrachtet.
Gefahr für das US-iranische Rahmenabkommen
Die Gewalt gefährdet das Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran, das am Mittwoch unterzeichnet wurde. Es schreibt eine regionale Waffenruhe vor und bezieht ausdrücklich den Libanon mit ein. Iran hatte darauf bestanden, dass jedes Abkommen mit den USA ein Ende der Feindseligkeiten im Libanon beinhalten müsse, wohin die Hisbollah das Land Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen hatte.
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff ist in die Schweiz gereist, um erste Gespräche über ein mögliches Atomabkommen zu führen. Jared Kushner hält sich bereits dort auf, und der iranische Außenminister Abbas Araghtschi wurde am Samstag erwartet. Auch Pakistan setzte seine Vermittlungsbemühungen fort.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- newsORF.atErneut Tote bei israelischen Angriffen im Libanon
- Neue Zürcher ZeitungIran-Krieg: Aktuelle News und Entwicklungen im Live-Ticker
- N-tvKeine "offensiven Angriffe" mehr: Israels Armee kündigt Ende der Kämpfe im Südlibanon an
- N-tvWaffenruhe hält nur wenige Minuten: Libanon meldet 35 Tote nach israelischen Luftangriffen
- Benjamin Netanyahu
- Premierminister von Israel, bezeichnete die Sicherheitszone als Barriere zwischen der Hisbollah und Nordisrael
- Steve Witkoff
- US-Sondergesandter, reiste in die Schweiz für erste Gespräche über ein mögliches Atomabkommen mit dem Iran
- Jared Kushner
- Enger Berater von Donald Trump, bereits in der Schweiz für die Iran-Gespräche
- Abbas Araghtschi
- Iranischer Außenminister, sollte am Samstag zu Atomverhandlungen in die Schweiz reisen
- Orte
- Beirut, Vereinigte Staaten
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