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Verteidigung: Handydaten des Mango-Gründers zeigen zwei Schritte vor tödlichem Sturz – Argument für Unfall, nicht Totschlag

Die Verteidigung von Jonathan Andic besteht darauf, dass die von der katalanischen Polizei erhobenen Mobiltelefondaten – 39 Sekunden Stillstand gefolgt von zwei Schritten – mit einem versehentlichen Sturz vereinbar sind, nicht mit Totschlag. Die Anwälte verurteilen zudem die Durchstecherei privater Nachrichten als Versuch einer „vorherigen gesellschaftlichen Verurteilung“.

Die tödliche Bergwanderung

Isak Andic, Gründer der Modekette Mango, starb am 14. Dezember 2024, nachdem er beim Wandern mit seinem Sohn Jonathan auf dem Berg Montserrat bei Barcelona rund 100 Meter in die Tiefe gestürzt war. Jonathan sagte bei der Polizei, er sei vorausgegangen, als er ein Geräusch von Steinen und einen Schrei hörte, den Sturz seines Vaters aber nicht sah. Eine Richterin in Martorell stufte den Tod später als Totschlag ein, Jonathan Andic wurde festgenommen und im Mai 2026 gegen Kaution freigelassen.

Das 39-Sekunden-Fenster

Verteidiger Cristóbal Martell argumentiert, dass die von den Mossos d’Esquadra extrahierten Daten von Isak Andics Telefon zeigen, dass der Geschäftsmann 39 Sekunden lang stillstand, ohne dass eine „harmonische“ Bewegung registriert wurde, bevor er zwei Schritte machte und in die Leere stürzte. Die Verteidigung sagt, diese Abfolge sei mit einem versehentlichen Stolpern und Ausrutschen vereinbar, nicht mit einem absichtlichen Stoß. Sie beschuldigt die Ermittler, die beiden Schritte ausgelassen zu haben, um die Totschlagstheorie zu untermauern, und bezeichnet dies als „eindeutigen Ausdruck von Voreingenommenheit“. Eine von der Verteidigung in Auftrag gegebene 3D-Rekonstruktion mit Schaufensterpuppen legte nahe, dass der Sturz durch ein Stolpern und ein durch Kniearthrose ausgelöstes Rutschen verursacht worden sein könnte.

Diese zwei Schritte geben dem Stolpern und dem versehentlichen Sturz Raum und Ablauf.

Die Mossos waren zuvor zu dem Schluss gekommen, dass Isak Andic sein Telefon zum Zeitpunkt des Sturzes nicht benutzte, da das Gerät in seiner vorderen Hosentasche gefunden wurde und die geborgenen Bilder und Videos vom Beginn des Collbató-Weges stammten, nicht von der Sturzstelle. Die Verteidigung hält fest, dass Jonathan nie behauptet habe, sein Vater sei durch das Fotografieren abgelenkt gewesen und dies habe den Sturz verursacht; er habe dies nur erwähnt, um zu erklären, warum Isak Andic zurücklag.

Durchgestochene Nachrichten und vorherige Verurteilung

Die Verteidigung kritisiert scharf den stetigen Strom durchgestochener persönlicher Nachrichten und intimer Details, darunter ein Austausch aus einer psychoanalytischen Therapie, in dem Jonathan die Angst seines Vaters erwähnte, dass er ihn töten könnte. Sie sagt, diese Durchstechereien seien darauf ausgelegt, eine „vorherige gesellschaftliche Verurteilung“ vor einem endgültigen Urteil zu erreichen, und viele Aussagen ergäben nur in einem therapeutischen Kontext Sinn. Sie wirft den Ermittlern außerdem vor, „interpretative Berichte“ zu erstellen, die darauf abzielen, den Ruf des Angeklagten zu schädigen.

Die Verwendung und Verbreitung bestimmter Formulierungen verfolgt nur eine vorherige gesellschaftliche Verurteilung.

Verteidigungsquellen

Uneindeutige Ergebnisse der Bergstaffel

Die katalanische Polizei-Bergeinsatzstaffel führte zahlreiche Simulationen auf dem Weg, an der Mauer und am Hang durch, kam aber zu dem Schluss, dass sie die Sturzursache oder die Beteiligung Dritter nicht bestimmen könne. Die Verteidigung betont, dass kein Beweis schlüssig sei und die Ermittlungen sich an Fakten halten sollten, nicht an wertenden Einschätzungen.

Schlüsselereignisse im Fall Isak Andic
  1. Isak Andic stirbt bei einem Sturz am Berg Montserrat während einer Wanderung mit seinem Sohn Jonathan.
  2. Richterin in Martorell erhebt Anklage gegen Jonathan Andic wegen Totschlags; er wird festgenommen und später gegen Kaution freigelassen.
  3. Verteidigung argumentiert, Handydaten zeigten einen Unfallsturz, und kritisiert Durchstechereien privater Nachrichten.
Collbató

3 Quellen

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