
Irland formalisiert Boykott des Eurovision 2027 aus Protest gegen Gaza und Israels Teilnahme
Der irische öffentlich-rechtliche Rundfunk RTÉ bestätigte, dass Irland nicht am Eurovision Song Contest 2027 in Burgas teilnehmen oder ihn ausstrahlen wird, unter Berufung auf die zivilen Opfer in Gaza.
Entscheidung des Senders und Gaza-Protest
Der irische öffentlich-rechtliche Rundfunk RTÉ bestätigte am 17. September 2026, dass Irland den Eurovision Song Contest 2027 zum zweiten Mal in Folge boykottieren wird. Die Entscheidung bedeutet, dass Irland weder einen Teilnehmer entsenden noch den Wettbewerb im Fernsehen übertragen wird. In einer offiziellen Erklärung erklärte der Sender, dass seine Haltung seit 2026 unverändert sei, und verwies auf die anhaltende humanitäre Katastrophe im Gazastreifen. RTÉ wies insbesondere auf die Gefahr für die Zivilbevölkerung und die anhaltende Verweigerung des Zugangs für unabhängige internationale Journalisten hin, die aus Gaza berichten wollen.
RTE ist der Ansicht, dass die Teilnahme Irlands angesichts des entsetzlichen und anhaltenden Verlusts von Menschenleben in Gaza und der humanitären Krise dort, die weiterhin das Leben so vieler Zivilisten gefährdet, nicht zu rechtfertigen ist.
Europäische Boykottbewegung und Reaktion der EBU
Irlands Schritt folgt auf eine Entscheidung des niederländischen Senders AVROTROS Ende August 2026, der ankündigte, sich aufgrund von Neutralitätsbedenken nicht am Contest 2027 zu beteiligen. Damit weitet sich die Koalition protestierender Nationen aus dem Contest 2026 in Wien aus, bei dem Irland, Island, die Niederlande, Slowenien und Spanien alle zurücktraten, nachdem die Europäische Rundfunkunion bestätigt hatte, dass der israelische öffentlich-rechtliche Sender KAN teilnahmeberechtigt sei. Der niederländische Senderdirektor Taco Zimmerman erklärte, dass internationale Konflikte den neutralen Charakter der Veranstaltung beeinträchtigt hätten.
Es ist unbestreitbar, dass internationale Konflikte den Contest zunehmend beeinflussen und seinen neutralen Charakter untergraben. Der Eurovision Song Contest ist daher zu einer Plattform der Spaltung geworden.
Der Direktor des Eurovision Song Contest, Martin Green, bestätigte die offizielle Mitteilung von RTÉ und erklärte, die Europäische Rundfunkunion respektiere die Entscheidung und beabsichtige, den Dialog mit den irischen Fernsehverantwortlichen über eine künftige Teilnahme aufrechtzuerhalten.
Sie bleiben ein geschätzter Teil unserer Familie und werden vermisst werden.
Vorbereitungen der Gastgeberstadt und Debüt Kanadas
Die Ausgabe 2027 des Wettbewerbs findet in der bulgarischen Schwarzmeerstadt Burgas statt, mit Halbfinals am 11. und 13. Mai 2027 und dem Finale am 15. Mai 2027. Bulgarien wurde die Ausrichtung zugesprochen, nachdem Sängerin Darina Yotova, bekannt als Dara, beim Wettbewerb 2026 in Wien den ersten Sieg des Landes errungen hatte, wo der israelische Vertreter Noam Bettan den zweiten Platz belegte. Neben logistischen Vorbereitungen für Hotelkapazitäten und Sicherheit am Veranstaltungsort in Burgas wird das Teilnehmerfeld 2027 das Debüt Kanadas umfassen. Dies ist die erste Erweiterung um ein neues Land seit dem Beitritt Australiens im Jahr 2015, wobei der kanadische Beitrag die üblichen Halbfinal-Qualifikationsrunden durchlaufen muss.
- Der niederländische Sender AVROTROS kündigt den Rückzug vom Eurovision 2027 an
- Der irische Sender RTÉ formalisiert den Boykott des Eurovision 2027
- Erstes Halbfinale geplant in Burgas, Bulgarien
- Zweites Halbfinale geplant in Burgas, Bulgarien
- Finale geplant in Burgas, Bulgarien
Irische Contest-Geschichte und Zuschauerverschiebungen
Irland hat eine der erfolgreichsten Bilanzen im Wettbewerb, debütierte 1965 und gewann den Titel sieben Mal: 1970, 1980, 1987, 1992, 1993, 1994 und 1996. Das Land liegt mit Schweden gleichauf bei den meisten Gesamtsiegen in der Eurovision-Geschichte, der letzte Sieg gelang Eimear Quinn mit „The Voice“. Der Boykott und die damit verbundenen Debatten gingen mit einem messbaren Rückgang der Einschaltquoten einher. Der Contest 2026 in Wien verzeichnete 131 Millionen Zuschauer, 35 Millionen weniger als die Ausgabe 2025. Die Europäische Rundfunkunion hat das endgültige Teilnehmerfeld für 2027 noch nicht veröffentlicht.
- Irland gewinnt den Eurovision Song Contest zum ersten Mal
- Irland sichert sich den zweiten Sieg
- Irland gewinnt den dritten Contestsieg
- Irland sichert sich den vierten Eurovision-Sieg
- Irland erringt den fünften Contestsieg
- Irland gewinnt den sechsten Eurovision-Titel
- Eimear Quinn gewinnt mit „The Voice“ den siebten irischen Titel


